Tennis: Australian-Open-Boss Craig Tiley wünscht sich auch bei den Frauen Tennis-Matches über drei Gewinnsätze

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Australian-Open-Boss Craig Tiley befürwortet in Zukunft auch bei den Tennisspielerinnen Matches über drei Gewinnsätze. »Wir sollten auf die letzten paar Matches schauen – die Viertelfinals, die Halbfinals und das Finale – und den Wettbewerb über drei Gewinnsätze spielen«, sagte der Turnierdirektor im australischen Fernsehen. Bislang wird bei den Frauen anders als bei den Männern auch bei Grand-Slam-Turnieren über zwei Gewinnsätze gespielt.

»Deshalb sollten wir das Thema auf die Agenda setzen und mit den Spielerinnen darüber reden, weil da in den letzten Runden ein paar Matches waren, die faszinierend gewesen wären, wenn sie über drei Gewinnsätze gegangen wären«, sagte Tiley. »Ich weiß nicht, ob die Spielerinnen das wollen oder nicht, aber es ist etwas, über das wir für die Wettbewerbe nachdenken sollten.« Der Sport, ergänzte Tiley, müsse sich weiterentwickeln.

Vertreter der anderen drei Grand-Slam-Turniere ließen eine Anfrage von »The Athletic«  nach einer Stellungnahme zu Tileys Vorschlägen zunächst unbeantwortet. Eine Absprache wäre dabei allerdings nicht zwingend nötig.

»Wenn wir es tun wollen und es für richtig halten, werden wir es auf jeden Fall 2027 tun«, wird Tiley in »The Times«  zitiert. »Die Regeln enthalten nichts, was dies verhindern würde.«

Zwischen Befürwortung und Skepsis

Die Diskussion über Fünfsatzmatches bei Tennisspielerinnen ist nicht neu. Zuletzt war sie in Verbindung mit den Preisgeldern immer wieder aufgeflammt, diese sind für Frauen und Männer bei den Grand-Slam-Turnieren gleich.

»Und das wird uns immer als Makel angehängt«, hatte die ehemalige Profitennisspielerin Andrea Petković 2020 im Interview  mit der »Augsburger Allgemeinen« gesagt. »Denn 90 Prozent der Menschen sehen Tennis nur im Zusammenhang mit den Grand Slams und denken dann: Die Männer spielen maximal fünf Sätze, also bis zu fünf Stunden, die Frauen höchstens drei – das ist ja unfair.«

Einzelne Ausnahmen gab es bereits. So wurden die WTA Finals zwischen 1984 und 1998 ebenfalls im Best-of-Five ausgetragen.

Von den aktiven Spielerinnen steht etwa Aryna Sabalenka dem Vorschlag skeptisch gegenüber. Sie befürchte unter anderem eine höhere Verletzungsgefahr, hatte die aktuelle Weltranglistenerste im vergangenen Sommer gesagt .

Die Nummer fünf der Welt, Coco Gauff, hatte sich offener gezeigt. Körperlich wäre eine Änderung für sie womöglich von Vorteil, sagte die 21-Jährige . Für sie sei es aber auch in Ordnung, wenn das bisherige Format bliebe.

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