»Tatort«-Vote: Wie gefiel Ihnen »Gefahrengebiet« mit Corinna Harfouch?

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Als Meret Becker 2022 beim Berliner »Tatort« ausstieg, gab es noch ein großes tragisches Finale samt melodramatisch ausgereizter Sterbeszene auf dem nebelumhüllten Haupstadtflughafen. Fast wie in »Casablanca«. Danach ermittelte der verbleibende Kommissardarsteller Mark Waschke für eine Folge solo, um dann Unterstützung zu bekommen von Corinna Harfouch. Die verließ den »Tatort« an diesem Sonntag aber auch schon wieder.

Harfouchs Abschied als Ermittlerin Bonard war sehr viel schmaler budgetiert als der von Becker: Bonard durfte am Leben bleiben und erhielt von den Kolleginnen und Kollegen auf dem Revier lediglich eine Karte mit den Worten »Richtig Kacke« drauf.

Bei den Untersuchungen zu dem Mord an einem Obdachlosen nahmen Bonard und der von Waschke gespielte Kommissar Karow ganz unterschiedliche Wege: Während sie im Wald die Natur umarmte, schloss er sich mit einem reichen Apokalyptiker in einen Luxusbunker in Berlin-Mitte ein, um mit ihm Sex zu haben und über das Leben nach der Katastrophe zu philosophieren. Der Edel-Prepper entpuppte sich als Antidemokrat und Darwinist, der eine Guppe von wohlhabenden oder zumindest fortpflanzungsfähigen Menschen um sich versammeln wollte. Motto: »Survival of the richest«.

In unserer Kritik schrieben wir : »Bei der insgesamt sechsten Folge mit Harfouch in der Rolle der Susanne Bonard baut sich der Abschied als Möglichkeit langsam auf und erscheint am Ende ganz natürlich. Für Drehbuch und Regie des Stadt-Land-Schluss-Krimis zeichnet Mira Thiel verantwortlich. Sie drehte zuvor schon die Berliner ›Tatort‹-Folge ›Am Tag der wandernden Seelen‹  über die vietnamesische Community in der Hauptstadt. So wie dort arbeitet die Filmemacherin mit zum Teil assoziativ verknüpften Sequenzen. Manchmal läuft diese Strategie ins Leere, öfter aber geht sie auf – besonders in den Gegenüberstellungen von Karows und Bonards Selbsterkundungen. Während Karow nach dem Sex im Bunker von seinem Gastgeber in einem aseptischen Trinkgefäß Elektrolyte zugeführt bekommt, erlegt Bonard mit dem selbst geschnitzten Speer in einem Tümpel einen Fisch. Raten Sie mal, wer glücklicher aussieht.«

Wir gaben 7 von 10 Punkten. Was sagen Sie zu dem Krimi?

»Der Tod klebt an mir. Was bleibt mir anderes übrig, als damit Geld zu verdienen.« Das sagte Karow am Ende dieses Falles seiner Kollegin Bonard. Es war als klare Ansage über die Zukunft des Berliner »Tatorts« zu verstehen.

Nach dem Ausstieg seiner Spielpartnerin Corinna Harfouch wird Mark Waschke dem TV-Revier treu bleiben. Vorerst wird er für einen Fall solo ermitteln. Die Dreharbeiten für die Folge sind für Frühsommer 2026 geplant. Danach soll Waschke eine weitere feste Kollegin zur Seite gestellt werden; der Name ist noch nicht bekannt.

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