Swatch und Audemars Piguet setzen auf ein Comeback der Taschenuhr: Kann man dem Hype trauen?

vor 1 Stunde 1

Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.

Zwischen allen Fragen, die man sich im modernen Leben stellt (Habe ich eine Hausratsversicherung? Wie ist das Passwort meines Apple-Accounts? Wann kommt der Atomkrieg?), taucht folgende Frage an diesem Wochenende überraschend auf: Brauche ich eine Taschenuhr?

Um es kurz zu beantworten: Nein, brauchen Sie nicht. Würde das Leben aber aus kurzen Antworten bestehen, hätte der Journalismus ein Problem. Nun folgt also die etwas längere Antwort des Uhrenkritikers.

In großen deutschen Städten wird man in den nächsten Tagen aller Voraussicht nach Tumulte beobachten können. Vor Swatch -Stores werden sich wohl Schlangen bilden. Die begehrte Ware: knallbunte Taschenuhren an ledernen Schlüsselbändern. Auf den Zifferblättern vermählen sich zwei Markennamen, die so weit voneinander entfernt sind wie die Systemgastronomie vom Guide Michelin.

Swatch stellt normalerweise industriell Plastikuhren her, die humorvoll sind und demokratisch, weil zugänglich und preiswert. Audemars Piguet  sitzt in den Schweizer Bergen, im Olymp der Uhrmacherei, und fertigt mit Handarbeit hochkomplizierte, mechanische und kaum zugängliche Uhren. Die einen verkaufen Uhren für 80, die anderen eher für 80.000 Euro. Für dieses Projekt trifft man sich preislich bei um die 400 Euro.

Die Kooperation der Ungleichen versetzt die Uhrenwelt in Ekstase, was den Menschen außerhalb der Uhrenwelt egal sein könnte – würde sich hier nicht ein popkulturelles Phänomen anbahnen. Ein baumelndes Uhren-Labubu.

Die »Royal Pop«, wie die experimentelle Taschenuhr heißt, ist ein Feuerwerk der Referenzen, bitte festhalten: Es gibt sie in acht Varianten, was an das achtkantige Äußere der Royal Oak erinnert. Die Royal Oak ist die größte Armbanduhren-Ikone von Audemars Piguet, in den Siebzigerjahren auf den Markt gebracht und heute eine der begehrtesten Uhren der Welt.

Die »Royal Pop« erinnert namentlich an spielerische Swatch-Uhren aus den Achtzigern, deren Gehäuse man aus dem Band hat poppen lassen können, man trug sie also sowohl am Handgelenk als auch als Taschenuhr. Das geschah zu einer Zeit, als die europäische Uhrenindustrie bedroht war durch günstige Konkurrenz aus Japan und den USA. Swatch wehrte die Krise spielerisch ab und rettete die Schweizer Industrie. Die Uhrenindustrie ist gerade wieder in der Krise und hat gute Laune nötig.

Das Werk der »Royal Pop« ist versehen mit gestalterischen Zitaten, die an Roy Lichtenstein erinnern; unverkennbar: die berühmten Pünktchen der Popliteratur. Auf dem Zifferblatt wiederum erheben sich kleine Quadrate, was man vornehm als Tapisserie-Motiv bezeichnet, ein Verweis auf das Zifferblatt der Royal Oak. Aber bevor dieser Text klingt wie der Monolog eines Nerds auf der WG-Party, dessen Zuhörer nach und nach fliehen, wechseln wir zurück in den Makro-Modus.

Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+

Sie haben bereits ein Digital-Abo? Zum Login

SPIEGEL plus

Nur für Neukunden

€ 1,– für 4 Wochen danach € 5,99 pro Woche

Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App

Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter

Jederzeit kündigen

SPIEGEL plus

52 Wochen 25 % sparen

€ 4,49 pro Woche für 52 Wochen danach € 5,99 pro Woche

Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App

Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter

52 Wochen rabattierte Laufzeit

Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiert Digital-Zugang bestellen

Jetzt Artikel freischalten:

Sie haben bereits ein Digital-Abo?

Monatsabo Preis wird geladen...

Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de

Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper

Jederzeit kündbar

Jahresabo Preis wird geladen

Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de

Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper

Jederzeit kündbar

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit ¤ ein Jahr zum Preis von zurzeit ¤. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.

Gesamten Artikel lesen