News: Manuel Neuer vor Comeback für Deutschland, Tucker Carlson vs. Donald Trump, ESC-Finale in Wien

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Wer wird Deutschlands Nummer eins?

Die 63. Spielzeit der Fußball-Bundesliga geht heute Nachmittag zu Ende. Mit einem hochspannenden Finale am Ende der Tabelle: Der VfL Wolfsburg, der 1.FC Heidenheim und der FC St. Pauli stehen punktgleich auf den letzten drei Plätzen. Nur das Team auf Platz 16 hat noch eine Chance, im Oberhaus zu bleiben – über die Relegationsspiele gegen den Dritten der Zweiten Liga.

 Torwart vor dem Comeback?

Neuer und Nagelsmann (bei der EM 2024): Torwart vor dem Comeback?

Foto: www.imagephotoagency.it / Gribaudi / ImagePhoto / IMAGO

Dass Bayern München Meister wird, steht gefühlt seit dem ersten Spieltag fest. Das Heimspiel gegen den 1.FC Köln ist Party-Routine, bei der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überdimensionale Weizenbiergläser über Trainer Vincent Kompany ausgeschüttet werden.

Aber, Achtung, für ein wenig Aufregung ist auch in der Allianz-Arena gesorgt. Denn eine Frage steht im Raum, oder besser: im Stadion: Wird Manuel Neuer bei der anstehenden Weltmeisterschaft noch mal Deutschlands Nummer eins?

Eigentlich war Neuer nach der EM 2024 aus dem Nationalteam zurückgetreten, Spekulationen über eine Rückkehr wies er stets zurück. Nun aber hängt der 40-Jährige nicht nur ein Jahr bei den Bayern dran. Angeblich denkt Bundestrainer Julian Nagelsmann darüber nach, Neuer doch mit zur WM zu nehmen.

Keine Frage, was Neuer zuletzt auf dem Platz gezeigt hat, war top. Und die Mannschaft könnte einen Führungsspieler seines Formats gebrauchen. Für Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann, der bisher als zuverlässiger erster Mann zwischen den Pfosten gesetzt war, wäre es dagegen eine bittere Degradierung.

Am Abend ist Nagelsmann bei den ZDF-Kollegen vom »Aktuellen Sportstudio« zu Gast. Die drängendste Frage an ihn ist klar. Ob die Antwort des Trainers auch klar ausfällt?

Bruch mit Trump

Flammt der Irankrieg wieder auf? »Ich werde nicht mehr ⁠lange ⁠geduldig sein«, so hat es Donald Trump jetzt in einem Interview mit Sender Fox News erklärt. Es ist seine Art, dem Regime in Teheran mit neuen Angriffen zu drohen, sollte es nicht bald seine Vorräte an hoch angereichertem Uran preisgeben und einem Abkommen zustimmen.

 Früher feierte er ihn, jetzt verhöhnt er ihn

Carlson und Trump (im Wahlkampf im Herbst 2024): Früher feierte er ihn, jetzt verhöhnt er ihn

Foto: Chip Somodevilla / Getty Images

Fox News, das war mal die Heimat von Tucker Carlson. Und der hat schon lange die Geduld verloren. Mit Trump. Wegen Iran. Carlson, heute als Host der »Tucker Carlson Show« Sprachrohr der MAGA-Bewegung, hat einst geholfen, Trump großzumachen. Nun aber wendet er sich enttäuscht ab. Die US-Militärschläge gegen Iran an der Seite Israels hält er für einen Verrat am »America First«-Prinzip (mehr dazu hier). Früher feierte er Trump, jetzt verhöhnt er ihn.

Meine Kollegin Julia Amalia Heyer aus dem SPIEGEL-Büro in Washington hat den Bruch der beiden Männer nachgezeichnet, der symptomatisch ist für die Risse, die sich im rechten Lager der USA auftun. Und sie geht der Frage nach, ob Carlson Trump womöglich im Weißen Haus beerben will.

Entscheidend sei, »ob MAGA ein Personenkult ist, um Trump herumgebaut, oder eine Ideologie«, schreibt Amalia. »Wenn es Letzteres ist, hat Carlson Chancen: Trumps Umfragewerte sind schlecht, der Krieg macht ihn nicht beliebter. Dass Carlson sich jetzt so lautstark von ihm distanziert, kann ihm nutzen.«

»Twelve points go to…«

25 Sängerinnen, Sänger und Bands kämpfen heute Abend auf der Bühne der Wiener Stadthalle um den Sieg im Eurovision Song Contest (ESC). Wie politisch ist der ESC? Wie politisch darf, muss, soll er sein? Um diese Frage dreht sich wieder einmal ein großer Teil der Berichterstattung. Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb, weil Israel dabei ist.

 Ein politisches Statement?

Griechischer Sänger Akýlas (bei seinem Auftritt im ESC-Halbfinale): Ein politisches Statement?

Foto: Martin Meissner / AP

Diese Art von Protest gegen den Gazakrieg kann man richtig oder falsch finden. Dass aber die Frage nach der Politik noch grundsätzlich gestellt wird, muss einen verwundern. Sicher, der ESC war einst als explizit unpolitische Spaßveranstaltung ins Leben gerufen worden. Doch gerade in den vergangenen Jahren musste nicht nur so mancher Auftritt als politisches Statement verstanden werden. Auch die Krise im Nahen Osten, Russlands Krieg gegen die Ukraine, der Brexit warfen ihre Schatten auf das Festival.

Wie auch nicht? Der ESC – erst recht, weil er als Länderwettbewerb daherkommt – findet nicht im luftleeren Raum statt. Gleiches gilt für andere Kulturevents wie die Kunstbiennale in Venedig oder die Filmfestspiele in Berlin. Können ESC und Co. das aushalten? Sie müssen.

Ach ja, der Wettbewerb: Es gibt einige Favoriten, das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen etwa, oder der griechische TikTok-Star Akýlas. Dass irgendjemand dem deutschen Beitrag »Fire« von Sarah Engels einen der vorderen Plätze zutraut, habe ich nirgends gehört oder gelesen. »Zu unoriginell« sei der Titel, urteilt mein Kollege Felix Bayer. »Mit einem Song, der ›I'm on fire‹ auf ›you're a liar‹ reimt, wird man da nicht groß landen können.« Nicht einmal die gefürchteten zero points seien ausgeschlossen (mehr dazu hier ).

Natürlich ist der ESC vor allem ein TV-Event. Aber ich will Ihnen wärmstens empfehlen, das Ganze auf dem Second Screen auf SPIEGEL.de zu verfolgen. Meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Kulturressort werden den Abend wie in den Jahren zuvor im Liveticker begleiten, fachkundig und höchst unterhaltsam.

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Foto: conceptualmotion / Getty Images / iStockphoto

… wird in Bad Pyrmont gekürt. In dem niedersächsischen Kurbad findet heute erstmals die Deutsche Meisterschaft im Bäume-Umarmen statt. Es gibt einen Einzel- und einen Mannschaftswettbewerb. Jeweils drei Disziplinen sind zu absolvieren: Schnelligkeit (möglichst schnell eine bestimmte Anzahl von Bäumen umarmen), Kreativität und Innigkeit (Bäume möglichst künstlerisch oder herzlich umarmen) und Baumwissen (Schätzfragen beantworten). Teilnehmen kann jede und jeder, »Vorkenntnisse sind nicht nötig«, heißt es im Info-Flyer, »Freude an der Natur und ein offenes Herz reichen aus«.

Klingt alles schräg, stimmt schon, ist aber gar nicht so neu. Die Weltmeisterschaft im »Tree Hugging« gibt es in Finnland schon seit einigen Jahren.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Mercedes-Chef Källenius hält Einstieg in Rüstungsproduktion für denkbar: Tarnfarbe statt Scharzmetallic: Der Autohersteller Mercedes-Benz erwägt, stärker ins Rüstungsgeschäft einzusteigen. Ein Konkurrent hat bereits sehr konkrete Pläne.

  • Trump rechnet nicht mit Freilassung von Hongkonger Verleger Lai: Jimmy Lai gilt als Symbolfigur der Demokratiebewegung in Hongkong und sitzt derzeit eine lange Haftstrafe ab. Trump will sich in China für ihn eingesetzt haben – ohne Erfolg.

  • Belgischer Finanzdienstleister in Russland zu Milliardenzahlung verurteilt: Ein Großteil der eingefrorenen russischen Gelder in der EU liegt beim Finanzdienstleister Euroclear. Ein Moskauer Gericht hat den belgischen Konzern nun zu einer hohen Schadensersatzzahlung verurteilt.

Heute bei SPIEGEL Extra: Hauptberuflich Samenspender: Ein Mann, ein Becher, ein Geschäft

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