Schulpflicht in Mecklenburg-Vorpommern: Rüffel für Ministerin, weil sie Sohn für Urlaub vom Unterricht befreien ließ

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Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Die Linke) steht wegen einer vorzeitigen Beurlaubung ihres Sohnes vor Ferienbeginn in der Kritik. Wie der NDR berichtet, hatte die Ministerin ihren Sohn am letzten Schultag vor den Winterferien vom Unterricht befreien lassen, um mit der Familie von Berlin aus in den Urlaub zu fliegen. Nach eigenen Angaben stellte sie dafür „ordnungsgemäß“ einen Antrag, der von der Schule auch genehmigt wurde.

Der Flug fiel wegen Eisregens und dem folgenden Chaos am Hauptstadtflughafen BER jedoch aus. Erst dadurch wurde der Fall auch bekannt, denn Bernhardt postete in ihrem WhatsApp-Status am Freitag ein Foto mit dem Kommentar „Totaler Stillstand! Flüge fallen aus!“ 

Beurlaubungen vor den Ferien sind „nur in Ausnahmefällen zulässig“

Das Bildungsministerium in Schwerin, geleitet von Bernhardts Parteikollegin Simone Oldenburg, rügte sowohl die Ministerin als auch die Schule. Ein Sprecher verwies auf die Schulpflichtverordnung, wonach Beurlaubungen direkt vor oder nach Ferien nur in Ausnahmefällen zulässig sind. Der Antrag hätte daher nicht bewilligt werden dürfen; ein vorzeitiger Urlaubsantritt sei kein wichtiger Grund.

Bernhardt hatte argumentiert, in den Sommerferien sei wegen der Landtagswahl im September ein gemeinsamer Familienurlaub nicht möglich. Das Bildungsministerium betonte, Eltern seien verpflichtet, die Schulpflicht ihrer Kinder zu gewährleisten – was im vorliegenden Fall nicht geschehen sei. (jmi)

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