Russische Schattenflotte: »Haben Sie hier jemanden von Russland sprechen hören?«
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In Hongkong steht ein chinesischer Kapitän vor Gericht, dessen Schiff Leitungen in der Ostsee zerstört haben soll. Manches erinnert an den Anschlag am Flughafen Leipzig.
12. August 2026, 20:17 Uhr
Artikelzusammenfassung
Ein Frachtkapitän im beigen Trenchcoat sitzt in Hongkong auf der Anklagebank, doch verhandelt wird womöglich weit mehr als bloße Sachbeschädigung. Seit Prozessbeginn im Mai 2024 kreist der Fall Wan Wenguo um die Beschädigung der Gaspipeline Balticconnector und mehrerer Unterseekabel in der Ostsee, für die Europas Ermittler im Hintergrund russische Sabotage, Schattenflotte inklusive, wittern, während Peking das Ganze als sturmgetriebenen Unfall framet. Der Text spannt dann den Bogen zum vereitelten Anschlag am Leipziger Flughafen und zeigt, wie hybride Kriegsführung heute funktioniert: nicht nur mit Panzern und Pathos, sondern mit Desinformation, Ankern, Frachtern und jener zähen Grauzone, in der politische Verantwortung gern verdampft. Gerade darin liegt die Pointe dieses fast absurd klein wirkenden Hongkonger Magistratsgerichts, das sonst Kreditkartenklau und Prügeleien abarbeitet, nun aber einen Fall verwaltet, der nach Nato, Geopolitik und europäischer Verwundbarkeit riecht, ohne dass vor Gericht auch nur einmal das Wort „Russland“ fällt. So bleibt Wan Wenguo eine schattenhafte Figur in einem Verfahren, das chronologisch voranschleicht und politisch auf der Stelle tritt – ein Justizdrama im Low-Budget-Setting, hinter dessen Kulissen womöglich ein ziemlich großes Störmanöver gegen Europa läuft.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Viel weiß man über diesen Wan Wenguo auch nach seiner achten Anhörung nicht. Er ist, als im Mai vergangenen Jahres sein Prozess beginnt, 43 Jahre alt. Er ist Chinese, verheiratet, Frachtkapitän. Er spricht Mandarin, eine Dolmetscherin übersetzt für ihn die Amtssprachen des Osthongkonger Magistratsgerichts: Kantonesisch und Englisch. Er wirkt meist ruhig und gefasst, und wenn er den kleinen Glaskäfig betritt, der für Angeklagte in Untersuchungshaft vorgesehen ist, trägt er stets denselben beigen Trenchcoat.
Wan Wenguos Prozess ist nicht abgeschlossen, aber es lohnt, dieser Tage an ihn zu erinnern. Weil er vage mit einem anderen Fall in Verbindung stehen könnte: dem versuchten Terroranschlag am Leipziger Flughafen. Hier wie da sind die Zusammenhänge unklar, aber manches deutet darauf hin, dass im Hintergrund Russland verantwortlich ist. Und dass beide Fälle das gleiche Ziel anvisierten: eine Verunsicherung Europas.