US-Präsident Donald Trumps geplantes Premiumangebot für seinen Onlinedienst Truth Social hat seit der Ankündigung im Juli bereits massiv Kritik geerntet. Zwei Medienorganisationen haben ihn nun verklagt.
Es sei »außergewöhnlich, korrupt und verfassungswidrig«, zahlenden Kunden gegen eine hohe Gebühr vorzeitigen Zugang zu Trumps Posts zu gewähren, heißt es in einer am Mittwoch von den Organisationen The Intercept und Freedom of the Press Foundation in New York eingereichten Klageschrift.
Trumps Medienunternehmen Trump Media hatte Mitte Juli mitgeteilt, der Dienst »Truth API« solle einen »lizenzierten Echtzeit-Zugriff auf Beiträge der reichweitenstärksten Truth-Social-Konten« ermöglichen. Es richte sich vorwiegend an Börsenhändler und Finanznachrichten-Anbieter, die bei sogenannten Breaking News auf entscheidende Zeitvorteile im Bruchteil einer Sekunde angewiesen sind.
Truth Social meldet Verlust
US-Medienberichten zufolge kostet der exklusive Zugang zwischen 60.000 und 100.000 US-Dollar (umgerechnet zwischen gut 52.000 und fast 87.000 Euro) monatlich. Am vergangenen Montag teilte Trump Media mit, dass es bereits mehr als zehn zahlende Kunden für den Dienst gebe. Zugleich meldete das Unternehmen einen Verlust von 238,1 Millionen US-Dollar (umgerechnet fast 206,5 Millionen Euro) im zweiten Quartal.
»Dieses System ist zutiefst korrupt«, heißt es in der von den Organisationen eingereichten Klageschrift. »Der Präsident kann finanziell davon profitieren, wenn er ›marktbewegende‹ Regierungsinformationen an diejenigen weitergibt, die bereit und in der Lage dazu sind, seine private Firma zu bezahlen.«

vor 1 Stunde
1









English (US) ·