Anordnung des Bundespräsidenten Rita Süssmuth wird mit Staatsakt geehrt
Über Jahrzehnte prägte Rita Süssmuth die deutsche Politik. Nach ihrem Tod wird der ehemaligen Bundestagspräsidentin eine besondere Ehre zuteil.
02.02.2026, 12.14 Uhr
Rita Süssmuth
Foto: Dmitrij Leltschuk / laifAls Bundestagspräsidentin und Bundesministerin hat Rita Süssmuth die Politik geprägt. Deutschland verabschiedet sich nun mit einem Trauerstaatsakt von der verstorbenen CDU-Politikerin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ordnete diesen zum Gedenken an. Ausrichter ist der Deutsche Bundestag. Vor dem Parlament wehen die Flaggen auf halbmast.
Die nur selten angeordneten Staatsbegräbnisse und Trauerstaatsakte sind Ausdruck höchster Würdigung einer gestorbenen Persönlichkeit durch die Bundesrepublik Deutschland.
Rita Süssmuth war am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben. Die CDU-Politikerin gehörte dem Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1985 bis 1988 war sie außerdem Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit. Den Nachruf zu ihr lesen Sie hier .
Foto: Kira Hofmann / AA / IMAGO
Viele Politiker und Weggefährten würdigten Süssmuths politisches Wirken. Bundespräsident Steinmeier nannte sie eine »großartige Frau und eine leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie«. Bundeskanzler Merz hob ihren Einsatz für die Gleichberechtigung und die politische Wirkkraft von Frauen hervor.
Altbundeskanzlerin Angela Merkel lobte, Süssmuth habe »mutig und gegen viele Widerstände für die Enttabuisierung und die Prävention von HIV/Aids« gekämpft. Außerdem habe sie Defizite »schonungslos benannt«.
Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hob hervor, Süssmuth habe sich als Bundestagspräsidentin nachdrücklich für eine lebendige Erinnerungskultur eingesetzt. »Rita Süssmuth war ein Gesicht der Aussöhnung von Deutschland und Israel«, erklärte Schuster. Er unterstrich zugleich ihre Rolle bei der Zuwanderung jüdischer Menschen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion sowie bei der Rückgabe von Kulturgütern, die in der Nazizeit geraubt worden waren.
Staatsakte sind eine der größten Ehrungen, die der deutsche Staat einer verstorbenen Person darbieten kann. Im Februar 2025 wurde der frühere Bundespräsident Horst Köhler so geehrt. Zuvor wurde auch für den früheren Bundestagspräsidenten und Bundesminister Wolfgang Schäuble ein Staatsakt begangen.
Bisher haben nur zwei Frauen eine solche Ehrerbietung bekommen. Zuletzt wurde Süssmuths Vorgängerin und erste Frau im Amt der Bundestagspräsidentin, Annemarie Renger (SPD), im März 2008 auf diese Weise geehrt. Im Januar 1997 bekam die erste Bundesfamilienministerin Aenne Brauksiepe (CDU) eine solche Würdigung.
Rita Süssmuth schaute im Sommer 2020 in einem SPIEGEL-Interview auf ihr politisches Leben zurück. Das Gespräch können Sie hier lesen .

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