Die in Spanien regierenden Sozialisten haben bei einer Regionalwahl im Nordosten erneut eine Niederlage erlitten. Sie erzielten ein historisch schlechtes Ergebnis.
9. Februar 2026, 3:30 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, ut
Die Sozialisten von Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez haben bei der Regionalwahl in der Region Aragón deutliche Verluste hinnehmen müssen. Die sozialistische PSOE kam dem offiziellen Wahlergebnis zufolge auf rund 24 Prozent der Stimmen und hält nun nur noch 18 der 67 Sitze im Regionalparlament. Das sind fünf weniger als bisher. So wenig Sitze hatten die Sozialisten zuletzt 2015 bei der Regionalwahl.
Die konservative Partido Popular (PP) gewann die Wahl mit 33,5 Prozent der Stimmen und holte damit 26 Sitze, zwei weniger als bisher. Deutliche Zugewinne konnte die Rechtsaußen-Partei Vox erzielen: Sie erhielt 18 Prozent der Stimmen und verdoppelte die Zahl ihrer Sitze von sieben auf 14.
Mit dem Wahlergebnis sind die Konservativen bei der Regierungsbildung erneut von Vox abhängig. Die beiden Parteien hatten in Aragón bereits zwischen 2023 und 2024 regiert, ehe Streitigkeiten zwischen den nationalen Parteien zu einem Regierungsbruch in der Region führten.
PSOE um Sánchez in einer tiefen Krise
Für Sánchez' Sozialisten ist es die nächste Niederlage seit dem Debakel bei der Regionalwahl in Extremadura im Dezember, wo die PSOE um 14 Prozentpunkte auf nur noch 26 Prozent eingebrochen war. Für Mitte März steht die nächste Regionalwahl in Kastilien und León an.
Die Sozialisten befinden sich derzeit in einer tiefen Krise. Spanische Medien wie die Zeitungen La Vanguardia und El País werteten die Regionalwahl als weiteren Rückschlag für Sánchez' schwächelnde Minderheitsregierung, die im Parlament in Madrid über keine Mehrheit mehr verfügt. Zuletzt hatte unter anderem ein Korruptionsskandal um den früheren Verkehrsminister José Luis Ábalos die Minderheitsregierung erschüttert. Die PP und Vox fordern den Rücktritt von Sánchez.
Die Regionen sind in Spanien für wichtige Politikbereiche wie Bildung,
Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und Kultur zuständig. In Aragón
waren mehr als eine Million Spanierinnen und Spanier zur Stimmabgabe
aufgerufen.

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