»Polizeiruf«-Vote: Wie gefiel Ihnen »Der Wanderer zieht von dannen« mit Peter Kurth?

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»Besorg mir mal 'ne Kippe, Michi!« Kaum war Kommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth) am Ende aus dem Krankenhaus entlassen worden, schnorrte er den Kollegen Lehmann (Peter Schneider) an. Im Hintergrund der Kneipe blinkten die Spielautomaten und aus der Anlage leierte »Knockin’ On Heaven's Door«.

Den Ermittler wollten sie an der Himmelspforte offenbar nicht durchlassen. Dabei, so berichtete er dem anderen Ermittler beim Bier, wäre es schon okay gewesen, sich auf ins große Schweigen zu machen.

Zuvor hatte Koitzsch einen letzten Fall gelöst, der ihm noch einmal die große Einsamkeit der Menschen (und auch die eigene) vor Augen führte. In einer Szene sahen wir den wohl doch gar nicht so coolen Polizisten bitterlich in seinen Whisky flennen.

In unserer Kritik schrieben wir: »Man freut sich über jedes Ukulele-Zirpen und jedes leise Lachen. Es gibt davon nicht viele zu hören. Überhaupt gibt es kaum etwas zu hören. Dieser ›Polizeiruf‹ ist lakonisch bis kurz vor dem Verstummen. So leise wie Peter Kurth als der große Schweiger Henry hat sich noch niemand aus einem Sonntagskrimi geschlichen. Gern würde man ein letztes Glas auf ihn trinken. Aber man hat das Gefühl, dass er selbst am Saufen keinen Spaß mehr hat. Wenn einen die Einsamkeit so richtig von innen aufgefressen hat, hinterlässt auch der beste Whisky nur ein trauriges Brennen.«

Wir gaben 8 von 10 Punkten. Was halten Sie von dem Krimi?

Die erste Folge des »Polizeirufs« aus Halle wurde 2021 gesendet – zum damaligen 50-jährigen Jubiläum des Ostkrimiklassikers. Das TV-Revier, das der MDR bei Clemens Meyer in Auftrag gegeben hatte, war offenbar immer als zeitlich begrenztes Projekt geplant gewesen.

Nach der Vollendung der Trilogie sendet der MDR nun nur noch »Polizeiruf«-Folgen aus einer einzigen Stadt, nämlich aus Magdeburg. Dort wird die Kommissarin von Claudia Michelsen verkörpert. Die nächste Episode mit ihr läuft bereits am 8. März.

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