US-Behörden haben eine Sklavereiausstellung laut einem Urteil widerrechtlich abgebaut. Die US-Regierung habe nicht die Befugnis, "historische Wahrheiten zu verschleiern".
17. Februar 2026, 2:35 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, mp
Eine US-Richterin hat die Wiederherstellung
einer vor einigen Wochen abgebauten Freiluftausstellung in Philadelphia
über die Geschichte der Sklaverei in den USA angeordnet. Die
US-Regierung habe nicht die Befugnis, "historische Wahrheiten zu
verschleiern und zu verfälschen", hieß es im Urteil der US-Richterin
Cynthia M. Rufe. Die Großstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania
hatte gegen den Abbau der Ausstellung Klage eingereicht.
Rufe berief sich in ihrer Entscheidung auf den Roman 1984 des britischen Schriftstellers George Orwell über einen dystopischen, autoritären Staat. Es sei, "als gäbe es nun das Ministerium für Wahrheit aus George Orwells '1984' mit seinem Motto 'Unwissenheit ist Stärke'", schrieb die Richterin in ihrem Urteil. Die US-Regierung behaupte, "sie allein habe die Macht, historische Darstellungen zu löschen, zu verändern, zu entfernen und zu verbergen".
Die Ausstellung war im Januar von der US-Nationalparkverwaltung (NPS) abgebaut worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Philadelphia war der Abbau der Ausstellung vermutlich eine Folge eines Dekrets, das US-Präsident Donald Trump im März vergangenen Jahres unterzeichnet hatte. Darin forderte der US-Präsident, "die Wahrheit und den Verstand in der amerikanischen Geschichte wiederherzustellen" und die "Verbreitung von spaltender Ideologie" rückgängig zu machen. In dem Dekret wurde die Ausstellung in Philadelphia mit dem Titel Freedom and Slavery in the Making of a New Nation als Beispiel angeführt.
Demokraten begrüßen das Urteil
Die Ausstellung mit Dutzenden Informationstafeln und Videopräsentationen befand sich im Presidential House. Das Gebäude war die offizielle Residenz von George Washington, des ersten US-Präsidenten, als Philadelphia die provisorische Hauptstadt des neuen Landes war. In dem Haus lebten auch Washingtons neun Sklaven, die in der im Jahr 2010 eröffneten Ausstellung gewürdigt wurden.
Die Demokraten in Philadelphia begrüßten das Urteil, das zunächst nur vorläufig gilt, bis weitere Gerichtsverfahren abgeschlossen sind. "Ich bin stolz auf unser Land und seine Gründungsideale. Das bedeutet, dass wir die ganze Wahrheit über unsere Geschichte erzählen, das Gute wie das Schlechte", sagte der demokratische Abgeordnete Brendan Boyle, der Teile von Philadelphia im US-Repräsentantenhaus vertritt.
Trump geht seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 hart gegen Kulturinstitutionen und ihre angeblich linke Ideologie vor. Der US-Präsident ließ im vergangenen Jahr unter anderem missliebige Inhalte aus den Nationalmuseen in Washington entfernen.

vor 2 Stunden
1









English (US) ·