Wer war in den 1950er-Jahren der populärste Österreicher? Der Bundeskanzler? Der Bundespräsident? Karlheinz Böhm, der Kaiser aus den „Sissi“-Filmen? Nein, es war Maxi Böhm, zumindest nach einer Umfrage der Zeitschrift Radiowoche. Den Komiker und Schauspieler kannte jeder, weil er – als erster Quizmaster des Landes – die Radiosendung „Die große Chance“ moderierte, eine Sendung, die damals so gut wie alle hörten.
Max Erich Octavian Böhm wurde am 23. August 1916 als Sohn einer Krankenschwester und eines Kurarztes in Wien geboren. Die Familie zog später ins böhmische Teplitz-Schönau, wo Maxi Böhm schon als Junge ins Theater ging. Der Vater, der nebenher Theaterkritiken schrieb, nahm ihn mit. So sah der Bub Größen wie Hans Moser, Ernst Deutsch oder Karl Farkas auf der Bühne. Böhm absolvierte später eine Schauspielschule und spielte in der Wiener Casanova Bar, dort sprach ihn Farkas an und holte ihn ins Kabarett Simpl. An der Seite von Farkas glänzte Böhm dann 17 Jahre lang als „Der Blöde“.
Im Fernsehen wurde Böhm indes mit Parodien berühmt – er imitierte Promis von Hildegard Knef bis Henry Kissinger – und als Portier Blecha neben Fritz Eckhardt in der Serie „Hallo – Hotel Sacher ... Portier!“ Am Theater in der Josefstadt spielte Böhm in Schwänken mit, allein 242 Mal trat er in dem Klassiker „Pension Schöller“ auf. Böhm war auf lustige Charaktere festgelegt, was er manchmal bedauerte. Doch meistens ritt er die Welle: So kaufte er von der Witwe des Kabarettisten Armin Berg dessen Witze-Sammlung – und nutzte diese bei unzähligen Galas, Möbelhauseröffnungen oder Modeschauen; manchmal hatte er 15 Auftritte pro Tag. Er nannte sich selbst „Witzepräsident“, angeblich hatte er 80 000 Witze in seiner Sammlung, die nach seinem Tod der Österreichischen Nationalbibliothek übergeben wurde.
Maxi Böhm litt bisweilen an Depressionen. Ende der 70er- und Anfang der 80er- Jahre verlor er erst seinen Bruder, dann zwei seiner drei Kinder. Seine Tochter Christine stürzte im August 1979 bei einer Bergwanderung in den Tod, knapp ein Jahr später nahm sich Sohn Maxi das Leben. Maxi Böhm funktionierte trotzdem – vom Unglück seiner Tochter erfuhr er etwa zwischen einer Nachmittags- und Abendvorstellung, abends ging er dennoch auf die Bühne.
Am 26. Dezember 1982 erschien er jedoch nicht zur Abendvorstellung, er spielte zu dieser Zeit den Striese im „Raub der Sabinerinnen“. Man fand ihn, am Schreibtisch sitzend, tot in seiner Wohnung. Er starb an einem Herzinfarkt; manche sagten auch, er starb an gebrochenem Herzen.











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