In Chicago ist das Museum für Ex-US-Präsident Barack Obama eröffnet worden. Mit dabei waren zahlreiche Kritiker Donald Trumps – und Altkanzlerin Angela Merkel.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, isd 18. Juni 2026, 20:17 Uhr
Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) ist überraschend zur Einweihung des Museums des früheren US-Präsidenten Barack Obama in Chicago gereist. Mit ihr auf der Bühne waren auch andere ehemalige Regierungschefs, darunter der frühere kanadische Premierminister Justin Trudeau und der italienische Ex-Premierminister Matteo Renzi. Merkel bekam stehenden Beifall der geladenen Gäste.
Zu den Gästen zählten auch zahlreiche US-Spitzenpolitiker, darunter die früheren US-Präsidenten Joe Biden und Bill Clinton sowie dessen Frau Hillary Clinton, die während Obamas Amtszeit US-Außenministerin war und sich als Nachfolgerin Obamas beworben hatte. Sie unterlag damals – wie nach ihr die ebenfalls bei der Einweihungsfeier anwesende Demokratin Kamala Harris – jedoch ihrem republikanischen Herausforderer Donald Trump. Als republikanischer Ex-Präsident nahm George W. Bush an der Einweihung des Obama-Museums teil. Er zählt zu den parteiinternen Kritikern Trumps.
Museum erinnert an Obama-Auftritt vor Brandenburger Tor
Merkel und Obama verbindet eine Freundschaft. So wird Obamas Rede vor dem Brandenburger Tor mit der damaligen Kanzlerin Angela Merkel im Museum als Musterbeispiel für Obamas diplomatische Bemühungen gezeigt. Ganz makellos war das Verhältnis allerdings nicht: So stellte sich heraus, dass US-Geheimdienste während Obamas Amtszeit Merkels Telefon abhörten. Die Kanzlerin reagierte damals verärgert: »Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht«, kritisierte sie.
Das gesamte Barack Obama Presidential Center Museum ist offiziell für die Öffentlichkeit ab dem 19. Juni zugänglich. Für das Museum müssen Besucher Tickets reservieren. In den USA gibt es sogenannte Präsidentenbibliotheken, die nach der Amtszeit des jeweiligen Staatsoberhaupts eröffnet werden. Sie umfassen in der Regel Archive und persönliche Gegenstände sowie Amtsdokumente der jeweiligen Präsidenten und machen sie für die Öffentlichkeit zugänglich.

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