Elon Musk : ZDF gibt auf Forderung von Elon Musk Unterlassungserklärung ab

vor 1 Stunde 1

In einer ZDF-Sendung wurde der Eindruck erweckt, Musk habe zur Jagd auf Migranten aufgerufen. Der Milliardär geht rechtlich dagegen vor, der Sender streicht eine Passage.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, epd, 16. Juni 2026, 17:16 Uhr

Elon Musk ZDF Unterlassungserklärung Abmahnung Belfast
Elon Musk als Mitglied einer US-Delegation beim Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking am 14. Mai © Johannes Neudecker/​dpa

Das ZDF hat nach Ankündigung rechtlicher Schritte seitens des US-Milliardärs Elon Musk eine Unterlassungserklärung zur Anmoderation einer Sendung abgegeben. Der Sender gab bekannt, eine solche Erklärung abgegeben zu haben, nachdem Musk dies über eine deutsche Anwaltskanzlei gefordert habe. »Das ZDF hat diese abgegeben und die fragliche Passage in der Anmoderation entfernt«, teilte der Sender mit. Zuvor hatte die Zeitung Welt darüber berichtet.

Bei der betreffenden Sendung geht es um die Ausgabe von ZDFheute live vom 12. Juni mit dem Titel Ausschreitungen in Belfast – Wie Musk die Proteste befeuert. Die Moderatorin berichtet darin von rassistisch motivierten Ausschreitungen im nordirischen Belfast. Deren Hintergrund ist ein Messerangriff, dessentwegen ein Mann aus dem Sudan angeklagt ist. Die Moderatorin sagt in der Sendung: »Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Techmilliardär Elon Musk

Musk verbreitete Protestaufruf von britischem Rechtsextremen

In der Beschreibung der Sendung hatte das ZDF nach der Ankündigung Musks, rechtlich gegen den Sender vorzugehen, einen Hinweis ergänzt. Die Formulierung der Moderatorin sei »unpräzise und deshalb missverständlich«. Musk habe lediglich einen Post des Rechtsextremisten Tommy Robinson geteilt, der wiederum zu Protesten in Belfast aufgerufen habe. Tatsächlich hatte sich Musk Robinsons Aufruf angeschlossen und auf X geschrieben: »Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern«.

Das ZDF hat die Passage in der Anmoderation inzwischen gestrichen und weist im Begleittext zu der Sendung darauf hin, dass die Anmoderation »aus rechtlichen Gründen« gekürzt worden sei. Musks Anwalt, Joachim Nikolaus Steinhöfel, bestätigte der Nachrichtenagentur epd, dass Musk auch eine Unterlassungserklärung gefordert hatte. Die Frist für deren Abgabe war demnach Donnerstag.

»Die Behauptung, unser Mandant habe zu einer ›Jagd auf Migranten‹ durch einen ›rassistischen Mob‹ aufgerufen, ist offensichtlich unwahr«, zitierte die Welt aus einer Abmahnung Steinhöfels gegen das ZDF. Die damit verbundene Diffamierung des Unternehmers sei rechtswidrig. Auf Nachfrage der epd bestätigte Steinhöfel den Inhalt der Abmahnung.

Musk wirft ZDF »ungeheuerliche Lügen« vor

Am Montag hatte Musk auf X geschrieben: »Gegen das ZDF wird wegen seiner ungeheuerlichen Lügen rechtlich vorgegangen«. Der Unternehmer schrieb dies in einer Antwort auf einen Post des ehemaligen Bild-Chefredakteurs Julian Reichelt, mittlerweile Leiter des rechtspopulistischen Portals Nius.

Reichelt warf dem ZDF in dem Post »blanke Lügen« vor – bereits, nachdem der Sender eingeräumt hatte, die fragliche Passage in dem Beitrag sei »unpräzise und dadurch missverständlich« gewesen. Reichelt forderte in dem Post eine Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Senders.

Am Montag teilte Musk auf X einen Beitrag des TV-Senders Welt, in dem nahegelegt wird, dass Musk »in den Augen« des ZDF »politisch aus der Reihe tanzt« und der Sender deshalb »falsche Tatsachen« über ihn behaupte.

Musk erklärt auf seinem Portal X regelmäßig rechten Parteien oder Bewegungen in Europa seine Unterstützung und hat sich auf dort auch öffentlich mehrfach für den britischen Rechtsextremisten Robinson eingesetzt. Mehrmals hatte er auch der AfD seine Unterstützung ausgesprochen und auf X deutsche Medien, darunter vor allem den Spiegel, kritisiert.

Gesamten Artikel lesen