1. Schlag gegen Kinderpornografie
Deutsche Ermittler haben den größten Streamingdienst für Kinderpornografie abgeschaltet. Die »Operation Stream« fand bereits im März statt, heute machten die Fahnder Details öffentlich: »Fast 1400 Tatverdächtige, alles Männer, insgesamt Hunderte Razzien in 31 Staaten, darunter Neuseeland, Kanada und Malta«, berichtet meine Kollegin Sara Wess. »Geplant wurde diese Aktion von sieben Ermittlern des bayerischen Landeskriminalamts in München und zwei Strafverfolgern der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg.« Laut Europol handelt es sich um eine der größten Operationen gegen Kinderpornografie.
Sara sagt: »Der Fall zeigt, dass sich die Betreiber nicht länger auf Chaträume, Foren und Onlinespeicher-Dienste beschränken.« Der Missbrauch von Kindern sei längst ein Geschäftsmodell. Die Plattform nannte sich KidFlix, offenbar eine Anspielung auf Netflix, und sei ähnlich einfach zu bedienen gewesen. Ab fünf Euro fünfzig bekamen Nutzer einen »Premiumzugang« und konnten die Missbrauchsvideos herunterladen, das Alter der Opfer konnten sie auswählen. »Einige Videos auf KidFlix«, sagt ein Ermittler, »zeigen das Schlimmste, was man sich vorstellen kann.« Der Betreiber ist entkommen.
Die ganze Geschichte lesen Sie hier: So schalteten deutsche Ermittler den größten Streamingdienst für Kinderpornografie ab
2. Val-Verhalten
Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.
{$dispatch('toggle')}, 250);">
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
»It’s time to let go“, es ist Zeit loszulassen: Das rät der sterbenskranke Iceman seinem Freund Maverick. Mit dieser Szene verabschiedete sich Val Kilmer 2022 vom Kinopublikum, es war sein letzter Auftritt in einem Blockbuster. Tom Cruise hatte ihn überzeugt, für die »Top Gun«-Fortsetzung noch einmal in die Rolle seines Wingmans zu schlüpfen, mit der er fast vierzig Jahre zuvor berühmt geworden war (hier mehr über den Film ). Wenige Schnitte später ist Iceman tot.
Jetzt ist auch Val Kilmer gestorben, an den Folgen einer Lungenentzündung, er wurde 65 Jahre alt, die Trauer ist groß (Reaktionen hier). Mein Kollege Andreas Borcholte zitiert einen berühmten US-Filmkritiker: »Wenn es einen Preis für den am wenigsten besungenen Hauptdarsteller seiner Generation gibt, sollte Val Kilmer ihn bekommen.« Denn, so Andreas, Kilmer »versenkte sich in seine Rollen, verschwand in ihnen«. (Hier mehr. )

Flug des frühen Ruhms: Kilmer als Wingman von Cruise 1986 in "Top Gun«
Foto:United Archives / IMAGO

Hauptsache Nebenrolle: Kilmer brilliert in »Heat« 1995
Foto: NZ / Colllection Christophel / picture alliance
Ihm stehen alle Türen offen: Kilmer als Jim Morrison in »The Doors« 1991
Foto: NZ / Colllection Christophel / picture alliance / Collection ChristophelNach seinem Durchbruch als Iceman in »Top Gun« spielte er in so unterschiedlichen Filmen mit wie dem Fantasyklassiker »Willow“, dem Actionthriller »Heat« und dem Biopic »The Doors«. »Er galt als ebenso brillant wie schwierig«, sagt Andreas. Manchmal soll er ausgerastet sein und seine Kolleginnen und Kollegen am Set genervt haben, auch weil er in den Drehpausen in der Rolle blieb. Konzilianz scheint nicht seine Superstärke gewesen zu sein. Der Regisseur Joel Schumacher nannte ihn öffentlich »psychotisch«, nachdem sie zusammen »Batman Forever« gedreht hatten. Kilmer bedankte sich auf seine Art: In den Interviews zum Filmstart beschwerte er sich laut »New York Times « oft über den unbequemen Superhelden-Anzug.

Dunkler Ritter, düstere Stimmung: Kilmer als Batman 1995
Foto: Cola Images / IMAGOEs sei eine niederschmetternde Erfahrung gewesen, »a battering experience«, sagte er demnach gern. Er habe Wortspiele geliebt. Ein ganz schlechter Mensch kann er also nicht gewesen sein.
Lesen Sie hier den ganzen Nachruf: Ein Eismann, der von innen brannte
3. Bielefeeling
Einmal so fühlen wie Bielefeld in den vergangenen 24 Stunden! Allerdings bringt der Sieg im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Titelverteidiger Leverkusen auch Terminstress: Das Endspiel ist für den 24. Mai geplant. (Berlin, Berlin, sie fahren nach Berlin!) Am selben Tag ist aber auch das Endspiel das Westfalenpokals. Klingt nicht so glamourös wie der DFB-Pokal, ist aber auch wichtig für den Klub (warum, lesen Sie hier.)
Gegen wen Arminia Bielefeld im DFB-Pokal-Finale antritt, entscheidet sich heute Abend: Leipzig oder Stuttgart? »Für RB Leipzig steht viel auf dem Spiel«, berichtet mein Kollege Peter Ahrens. »Die bisher verkorkste Saison soll gerettet werden – und dies mit einem neuen Trainerstab, ausgesucht vom starken Mann im Hintergrund.« Er meint Jürgen Klopp. Der hat als »Head of Global Soccer« bei Red Bull seinen bisherigen »Head of Soccer Development« Zsolt Löw als neuen Trainer durchgedrückt. Jetzt werden sie bei Red Bull hoffen, dass es keine kopflose Entscheidung war. Peter tippt: 3:1 für Stuttgart.
Lesen Sie hier mehr: Klopps Kandidat
Was heute sonst noch wichtig ist
Darum ist die Zahl der Asylgesuche so stark gesunken: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) lobt sich selbst dafür, dass zuletzt deutlich weniger Asylsuchende nach Deutschland kamen. Doch liegt das wirklich an der Flüchtlingspolitik der Ampelkoalition?
Tesla-Auslieferungen brechen um 13 Prozent ein: Die kontroversen politischen Aktivitäten von Tesla-Chef Elon Musk und der Generationswechsel beim Model Y spiegeln sich in den Quartalszahlen des Elektroautoherstellers. Die Auslieferungen blieben unter den Erwartungen.
China beendet Militärmanöver vor Taiwan: 36 Militärflugzeuge, 21 Kriegsschiffe, darunter ein Flugzeugträger, waren im Einsatz: Taiwan beobachtet Chinas Militärmanöver genau. Peking will die Übung nun beendet haben – signalisiert aber, dass in diesem Jahr noch ein zweiter Teil folgen könnte.
Mein Lieblingsquiz heute: It’s all reit

sport
Der »Galopper des Jahres« ist eine Auszeichnung für Rennpferde. Der »Galopper des Jahres 2024« heißt Assistent. »Das wäre auch ein guter Name für einen Hip-Hop-Künstler«, findet mein Kollege Marco Fuchs. Er hat daher ein Quiz gebastelt, bei dem Sie 25 Namen durch knobeln können und entscheiden müssen: Rapper? Oder doch Pferd?
Hier geht’s zum Quiz: Rapper oder ein Galopper?
Was heute weniger wichtig ist

KEVIN LAMARQUE/ REUTERS
Backgroundcheck: Politrentner und Podcaster Barack Obama, 63, hat mit einem versehentlichen Fotobombing in Washington weltweit Schlagzeilen gemacht. »Schaut mal, wer bei unserem Familienfototermin zur Kirschblüte vorbeigeschaut hat«, schrieb eine Instagram-Nutzerin und veröffentlichte das Bild ihrer Kinder mit dem Ex-Präsidenten im Hintergrund. Der kommentierte den Post: »Meine Schuld, dass ich ins Bild gelaufen bin.«
Mini-Hohlspiegel
Die »Pforzheimer Zeitung« über einen Trickbetrug: »Der Betrüger trat sehr nah an die Frau heran und griff in ihre Geldbörse, was diese zum Schimpfen brachte.«
Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel.
Cartoon des Tages

Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons.
Klaus Stuttmann
Und heute Abend?
Könnten Sie natürlich in Erinnerung an Val Kilmer »Top Gun« gucken oder »Heat« oder zur Not »Batman Forever« (wobei das der zweitschlechteste »Batman«-Film ist, unterboten nur von »Batman & Robin« mit George Clooney, der sich dafür entschuldigt hat und über ein mögliches Comeback als Fledermausmann sagte: »Ich glaube nicht, dass es auf der Welt genug Drogen gibt, um das wieder zu machen.«).

Musikerin Spellling: Jetzt mit Gitarren
Foto:Stephanie Pia
Sie könnten aber auch einer Empfehlung meiner Kollegin Alana Tongers folgen und Musik hören, nämlich das neue Album von Spellling. »Von neuer Popmusik wird oft behauptet, sie sprenge Genregrenzen«, schreibt Alana. »Bei der Avantgarde-Pop-Künstlerin Spellling trifft es allerdings wirklich zu.« (Hier mehr dazu .)
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Abend. Und nie vergessen: Es ist nicht das Flugzeug. Es ist der Pilot.
Herzlich,
Ihr Oliver Trenkamp, Blattmacher in der Chefredaktion