Nahost: Trump beschimpft Nato-Partner als „Feiglinge“

vor 19 Stunden 2

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Iran: Chamenei weist Verwicklung in Angriffe auf Türkei und Oman zurück 

IEA warnt vor schwersten Energiekrise der Geschichte 

Sprecher der iranischen Revolutionsgarde getötet 

Berichte: US-Kampfjet offenbar von iranischem Beschuss getroffen 

Golfstaaten erneut unter iranischem Beschuss 

Trump beschimpft Nato-Partner als „Feiglinge“

US-Präsident Donald Trump ​hat die Nato-Verbündeten wegen ihrer mangelnden Unterstützung im Krieg der USA und Israels gegen Iran erneut kritisiert. „Ohne die USA ist ​die Nato ein Papiertiger“, schrieb Trump in einem Beitrag ⁠in den sozialen Medien und bezeichnete die langjährigen Partner als „Feiglinge“. Er warf den Staaten vor, sich ​nicht an ​dem Konflikt beteiligen zu wollen, sich ‌aber gleichzeitig über die hohen ‌Ölpreise zu beschweren.

Der Kampf sei nun militärisch gewonnen und berge kaum noch Gefahren für die ​Verbündeten, behauptet Trump. ​Dennoch weigerten sich die Verbündeten, bei ​der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen. Dabei handele es sich um ein einfaches militärisches Manöver mit ‌geringem Risiko und den einzigen Grund für die hohen Energiekosten, behauptete ‌Trump zudem. „Feiglinge, und wir ‌werden uns daran erinnern“, fügte er ​hinzu.

Trump fordert, dass wichtige Verbündete der USA bei der Sicherung der ​Schifffahrt durch die strategisch wichtige Meerenge helfen. ‌Die Partnerstaaten waren im Vorfeld des Krieges jedoch weder konsultiert noch informiert worden. Die am 28. Februar begonnenen Angriffe der USA und Israels haben die globalen Märkte in Aufruhr ⁠versetzt, Tausende Menschenleben gefordert und Millionen Menschen ‌in die ‌Flucht getrieben.

Juri Auel

Iran: Chamenei weist Verwicklung in Angriffe auf Türkei und Oman zurück 

Der geistliche Führer Irans, Ayatollah Modschtaba Chamenei, weist eine Verwicklung seines Landes in Angriffe ​auf die Türkei und den Oman zurück. Diese seien weder vom Iran noch von verbündeten Kräften ausgeführt worden, erklärt Chamenei in einer Mitteilung. Auf seinem Telegram-Kanal betont er zudem, Iran glaube fest an eine Stärkung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten. In diesem Zusammenhang ruft er Afghanistan und Pakistan auf, ihre Beziehungen zu verbessern, und bietet iranische Hilfe an. 

Zudem ruft Chamenei laut dem Staatsfernsehen das neue iranische Jahr zum Jahr einer „widerstandsfähigen Wirtschaft im Schatten von nationaler Einheit und nationaler Sicherheit“ aus.

Nadja Lissok

Iranischer General droht US-amerikanischen und israelischen Armeeangehörigen

Dem Militärsprecher Abdolfazl Shekarchi zufolge überwacht die iranische Armee Soldaten und Kommandeure der feindlichen Armeen der USA und Israels. Die iranische Nachrichtenagentur MEHR zitiert eine Aussage von ihm, laut der diese selbst im Urlaub iranische Angriffe fürchten müssten. Erholungsgebiete und Touristenziele auf der ganzen Welt seien für „feindliche Kommandeure, Piloten und Soldaten“ nicht mehr sicher. Der Sprecher begründete die neue Drohung mit der Tötung von Amtsträgern, Verantwortlichen sowie Kommandeuren der iranischen Streitkräfte. 

Carina Seeburg

Schweiz genehmigt keine Waffenexporte mehr in die USA wegen des Iran-Kriegs

Unter Berufung ​auf ihre Neutralität genehmigt die Schweiz wegen der Angriffe auf Iran bis auf Weiteres keine Waffenexporte mehr in die USA. „Die Ausfuhr von Kriegsmaterial in Länder, die in den internationalen bewaffneten Konflikt mit Iran verwickelt sind, kann für die Dauer des Konflikts nicht genehmigt werden“, teilt die Regierung mit. Das gelte auch für die USA.

Julia Bergmann

IEA warnt vor schwersten Energiekrise der Geschichte 

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih ​Birol, warnt vor der möglicherweise schwersten Energiekrise der Geschichte. Es könne bis zu sechs Monate dauern, die Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion wiederherzustellen. "Es wird für einige Anlagen sechs Monate dauern, bis sie wieder betriebsbereit sind, für andere noch viel länger", sagt er der Financial Times. Politiker und Märkte unterschätzten das Ausmaß der Störung. Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung sei in der Region blockiert. 

Carina Seeburg

Ukraine hat Drohnenabwehreinheiten in fünf Nahost-Länder geschickt

Die Ukraine hat ​Militäreinheiten in fünf Länder des Nahen Ostens entsandt, um dort zum Schutz von kritischer und ziviler Infrastruktur vor Drohnenangriffen beizutragen. Das teilt der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, nach einem Besuch in der Region mit. Er habe in der vergangenen Woche die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Jordanien besucht. In jedem dieser Länder seien nun ukrainische Einheiten im Einsatz, schreibt Umjerow auf der Plattform X. Zudem seien weitere Schritte für eine "langfristige Sicherheitskooperation" mit jedem der Staaten skizziert worden. "Es wurden Abfangeinheiten zum Schutz ziviler und kritischer Infrastruktur stationiert", erklärt er. "Es wird auch daran gearbeitet, die Abdeckungsgebiete zu erweitern."

Zuvor hatte bereits der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij mitgeteilt, dass die Ukraine Luftabwehr-Experten in die Golfregion entsendet habe. Der Regierung in Kiew zufolge haben fast ein Dutzend Länder weltweit um ​Hilfe und Beratung bei der Abwehr von Angriffswellen mit iranischen Kamikaze-Drohnen gebeten, da die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland umfangreiche Erfahrungen mit den Drohnen gesammelt hat. Russland setzt solche Drohnen vom iranischen Typ Schahed seit Jahren gegen die Ukraine ein. Iran nutzt sie im Krieg in Nahost. 

Julia Bergmann

Israels Armee beginnt neue Luftangriffe in Iran

Die israelische Armee greift eigenen Angaben zufolge erneut Ziele in Iran an. Das Militär habe neue Bombardements auf Stellungen der iranischen Führung in der Gegend der Stadt Nur im Norden des Landes begonnen, hieß es in einer Mitteilung am Mittag. Weitere Einzelheiten wurden bisher nicht genannt.

Sprecher der iranischen Revolutionsgarde getötet 

In Iran ist der Sprecher der Revolutionsgarde, Ali Mohammad Naini, bei einem Angriff der USA und Israels getötet worden. Das berichtet das staatliche iranische Fernsehen. Israels Armee bestätigte, dass Naini in der Nacht zum Freitag bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe getötet worden sei. 

Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, dass Naini, der seit 2024 als Sprecher der Revolutionsgarde tätig war, „als Märtyrer gestorben“ sei.

Die Garde würdigte Naini als langjährigen Kommandeur, der mehr als vier Jahrzehnte im Dienst der islamischen Revolution gestanden habe. Israels Militär bezeichnete ihn als „wichtigsten Propagandisten“ der Revolutionsgarde, der Terroranschläge gegen den Staat Israel gefördert habe. Die israelische Armee drohte, sie werde weiterhin gegen Kommandeure und wichtige Vertreter der iranischen Führung vorgehen.

Vor der Meldung über den Tod wurde Naini noch mit einer Zurückweisung der Behauptung von Premierminister Benjamin Netanjahu zitiert, die iranische Raketenproduktion sei außer Gefecht gesetzt worden, berichtet die Times of Israel.

Nadja Lissok

Wichtige Ölraffinerie in Kuwait am zweiten Tag infolge getroffen

Die Ölraffinerie Mina al-Ahmadi in Kuwait gehört zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und der Golfregion. Teile von ihr wurden nun abgeschaltet, nachdem sie am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) Ziel mehrerer Drohnenangriffe wurde, wie die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Kuwait Petroleum Corporation (KPC) berichtete. Dabei sei in einigen Anlagen der Raffinerie Feuer ausgebrochen.

Ersten Informationen zufolge gibt es keine Verletzten oder Tote infolge der Angriffe. KPC erklärte demnach weiter, dass Feuerwehr und Rettungskräfte sofort mit den Löscharbeiten begannen und mehrere Anlagen der Raffinerie abgeschaltet wurden. Die Raffinerie war erst am Donnerstag getroffen worden, dabei kam es nach KPC-Angaben zu einem begrenzten Brand.

Julia Bergmann

Berichte: US-Kampfjet offenbar von iranischem Beschuss getroffen 

Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge ist ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35 von iranischem Beschuss getroffen worden. Das Flugzeug musste demnach auf einem US-Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten notlanden. CNN zitiert den Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, demzufolge der Tarnkappenjet sicher gelandet und der Pilot wohlauf sei. Der Vorfall werde untersucht.

Es wäre das erste Mal seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar, dass Iran ein US-Flugzeug getroffen hätte. Die USA haben während des Einsatzes jedoch bereits mehrere Flugzeuge verloren. Zuletzt stürzte Mitte März ein US-Tankflugzeug des Typs KC-135 über dem Irak ab. Dabei starben sechs Besatzungsmitglieder. Irakische Milizen hatten behauptet, das Flugzeug zuvor beschossen zu haben, die USA hatten dem widersprochen und erklärt, feindlicher Beschuss sei nicht Ursache des Absturzes gewesen. 

Julia Bergmann

Julia Bergmann

Golfstaaten erneut unter iranischem Beschuss 

Iran hat in der Nacht seine Angriffe gegen arabische Staaten, in denen es US-Militärstützpunkte gibt, fortgesetzt. Die Armee von Kuwait meldete auf der Plattform X erneuten Beschuss durch Raketen und Drohnen. Die Luftabwehr sei dabei, die Geschosse abzufangen. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien wehrte nach eigenen Angaben gleich mehrere Drohnenangriffe ab.

Auch die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten auf X die Abwehr eines Luftangriffs. In Bahrain geriet nach Angaben des Innenministeriums ein Lagerhaus durch herabfallende Trümmer in Brand. Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keine Verletzten, hieß es. 

Julia Bergmann

Israels Luftwaffe fliegt weitere Angriffswelle in Iran

Israels Luftwaffe greift weiter in Iran an. Die Streitkräfte hätten eine neue „Welle“ an Attacken im ganzen Land begonnen, teilte die israelische Armee in der Nacht mit. Ziel sei „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“, hieß es in einer kurzen Mitteilung auf Telegram ohne nähere Einzelheiten. Kurz zuvor hatte Iran gleich mehrere Raketensalven auf Israel abgefeuert. Berichte über Verletzte oder größere Schäden gab es nicht.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor noch laut der Zeitung Times of Israel gesagt: „Iran ist schwächer denn je.“ Nach knapp drei Wochen Krieg könne Iran kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden dennoch weitergehen, „so lange dies notwendig ist“, sagte Netanjahu. 

Viktoria Spinrad

Vereinigte Arabische Emirate decken laut eigenen Angaben Terrornetzwerk auf

Die ‌Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben nach eigenen Angaben ein von ‌der libanesischen ‌Hisbollah und dem Iran finanziertes und ​betriebenes Terrornetzwerk zerschlagen und dessen Mitglieder festgenommen. Dem ​Netzwerk werden Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Bedrohung ‌der nationalen Sicherheit vorgeworfen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur. „Das Netzwerk war im Land unter dem Deckmantel einer Scheinfirma tätig und versuchte, die Volkswirtschaft zu ⁠unterwandern sowie externe Vorhaben auszuführen, ‌die ‌die Finanzstabilität des Landes bedrohten“, berichtet die Nachrichtenagentur. 

Carina Seeburg

EU-Staaten fordern Aussetzen von Angriffen auf Energie in Nahost

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union fordern im Iran-Krieg ein Aussetzen der Angriffe auf Anlagen des Energie- und Wasser-Sektors. Darauf verständigten sie sich bei einem Gipfel in Brüssel. Sie riefen zudem alle Parteien „zur Deeskalation und zu größtmöglicher Zurückhaltung, zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur sowie zur uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts“ auf.

Israel hatte das wichtige Gasfeld „South Pars“, das vom Iran und Katar ausgebeutet wird, am Mittwoch angegriffen. Laut US-Präsident Donald Trump ohne sein Wissen und seine Genehmigung. US-Medienberichte legten aber nahe, dass Trump den Angriff ausdrücklich gebilligt hatte, um den Druck auf Iran zu erhöhen, die für den Ölmarkt bedeutende Straße von Hormus freizugeben. Iran griff Flüssiggasanlagen in Katar an. Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt auch eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas.

In der Nacht auf Donnerstag hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bereits auf der Plattform X ein Aussetzen der Angriffe auf Anlagen des Öl- und Gas-Sektors gefordert und geschrieben, auch die Wasserversorgung dürfe nicht zum Ziel werden. 

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