Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Golfstaaten erneut unter iranischem Beschuss
Israels Luftwaffe fliegt weitere Angriffswelle in Iran
Trump: Netanjahu soll Angriffe auf Energieanlagen unterlassen
Hegseth rechtfertigt Geldforderungen für Iran-Krieg
Bessent erwägt Lockerung der Sanktionen gegen iranisches Öl
Berichte: US-Kampfjet offenbar von iranischem Beschuss getroffen
Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge ist ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35 von iranischem Beschuss getroffen worden. Das Flugzeug musste demnach auf einem US-Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten notlanden. CNN zitiert den Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, demzufolge der Tarnkappenjet sicher gelandet und der Pilot wohlauf sei. Der Vorfall werde untersucht.
Es wäre das erste Mal seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar, dass Iran ein US-Flugzeug getroffen hätte. Die USA haben während des Einsatzes jedoch bereits mehrere Flugzeuge verloren. Zuletzt stürzte Mitte März ein US-Tankflugzeug des Typs KC-135 über dem Irak ab. Dabei starben sechs Besatzungsmitglieder. Irakische Milizen hatten behauptet, das Flugzeug zuvor beschossen zu haben, die USA hatten dem widersprochen und erklärt, feindlicher Beschuss sei nicht Ursache des Absturzes gewesen.
Bericht: Drohnenangriffe auf Ölraffinerie in Kuwait
Die kuwaitische Ölraffinerie Mina Al-Ahmadi ist am frühen Morgen von mehreren Drohnen angegriffen worden. Dabei sei in einigen Anlagen ein Feuer ausgebrochen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf den Ölkonzern KPC. Verletzte wurden demnach zunächst nicht gemeldet. Die Feuerwehr sei sofort im Einsatz gewesen. Mehrere Anlagen seien vorsorglich abgeschaltet worden, um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten.
Golfstaaten erneut unter iranischem Beschuss
Iran hat in der Nacht seine Angriffe gegen arabische Staaten, in denen es US-Militärstützpunkte gibt, fortgesetzt. Die Armee von Kuwait meldete auf der Plattform X erneuten Beschuss durch Raketen und Drohnen. Die Luftabwehr sei dabei, die Geschosse abzufangen. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien wehrte nach eigenen Angaben gleich mehrere Drohnenangriffe ab.
Auch die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten auf X die Abwehr eines Luftangriffs. In Bahrain geriet nach Angaben des Innenministeriums ein Lagerhaus durch herabfallende Trümmer in Brand. Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keine Verletzten, hieß es.
Israels Luftwaffe fliegt weitere Angriffswelle in Iran
Israels Luftwaffe greift weiter in Iran an. Die Streitkräfte hätten eine neue „Welle“ an Attacken im ganzen Land begonnen, teilte die israelische Armee in der Nacht mit. Ziel sei „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“, hieß es in einer kurzen Mitteilung auf Telegram ohne nähere Einzelheiten. Kurz zuvor hatte Iran gleich mehrere Raketensalven auf Israel abgefeuert. Berichte über Verletzte oder größere Schäden gab es nicht.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor noch laut der Zeitung Times of Israel gesagt: „Iran ist schwächer denn je.“ Nach knapp drei Wochen Krieg könne Iran kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden dennoch weitergehen, „so lange dies notwendig ist“, sagte Netanjahu.
Vereinigte Arabische Emirate decken laut eigenen Angaben Terrornetzwerk auf
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben nach eigenen Angaben ein von der libanesischen Hisbollah und dem Iran finanziertes und betriebenes Terrornetzwerk zerschlagen und dessen Mitglieder festgenommen. Dem Netzwerk werden Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Bedrohung der nationalen Sicherheit vorgeworfen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur. „Das Netzwerk war im Land unter dem Deckmantel einer Scheinfirma tätig und versuchte, die Volkswirtschaft zu unterwandern sowie externe Vorhaben auszuführen, die die Finanzstabilität des Landes bedrohten“, berichtet die Nachrichtenagentur.
EU-Staaten fordern Aussetzen von Angriffen auf Energie in Nahost
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union fordern im Iran-Krieg ein Aussetzen der Angriffe auf Anlagen des Energie- und Wasser-Sektors. Darauf verständigten sie sich bei einem Gipfel in Brüssel. Sie riefen zudem alle Parteien „zur Deeskalation und zu größtmöglicher Zurückhaltung, zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur sowie zur uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts“ auf.
Israel hatte das wichtige Gasfeld „South Pars“, das vom Iran und Katar ausgebeutet wird, am Mittwoch angegriffen. Laut US-Präsident Donald Trump ohne sein Wissen und seine Genehmigung. US-Medienberichte legten aber nahe, dass Trump den Angriff ausdrücklich gebilligt hatte, um den Druck auf Iran zu erhöhen, die für den Ölmarkt bedeutende Straße von Hormus freizugeben. Iran griff Flüssiggasanlagen in Katar an. Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt auch eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas.
In der Nacht auf Donnerstag hatte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bereits auf der Plattform X ein Aussetzen der Angriffe auf Anlagen des Öl- und Gas-Sektors gefordert und geschrieben, auch die Wasserversorgung dürfe nicht zum Ziel werden.
UN-Organisation bereitet Notfallkonzepte für Seeleute in der Straße von Hormus vor
Die Weltschifffahrtsorganisation (IMO) arbeitet an Evakuierungsplänen für die durch den Iran-Krieg in der Straße von Hormus festsitzenden Schiffe und Seefahrer. Der erste Ansprechpartner seien nun die Länder der Region, um Gespräche darüber zu beginnen, wie eine Evakuierungsroute eingerichtet werden könnte, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez nach einer UN-Dringlichkeitssitzung.
„Es geht nicht darum, alle Schiffe an einem einzigen Tag hinauszuführen“, sagte Dominguez. „Wir sprechen von der Straße von Hormus, die etwa 30 Kilometer breit ist.“ Die Sicherheit habe dabei die oberste Priorität, „denn bei allen Maßnahmen wollen wir das Risiko für die Seeleute keinesfalls erhöhen“, sagte Dominguez. Auch mit Iran, das IMO-Mitglied ist, werde in dieser Sache gesprochen.
Nach Angaben der UN-Organisation sitzen 20 000 Seefahrer in der Region fest. Dominguez sprach von nahezu 2000 Schiffen. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, einer wichtigen Route für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, war wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen.
Reiche kritisiert mögliche US-Sanktionslockerungen für iranisches Öl
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kritisiert nach der Lockerung der US-Sanktionen gegen Russland entsprechende Pläne auch für Iran. Es könne nicht im Interesse Deutschlands sein, durch solche Schritte Regime zu stärken, die für Unterdrückung verantwortlich seien oder einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führten, sagt Reiche der Bild-Zeitung einem Vorabbericht zufolge. "Jeder Dollar für Öl aus Russland speist auch die Kriegskasse, jeder Dollar für Öl aus Iran stabilisiert ein Regime, das unseren Werten fundamental entgegensteht."
Die USA haben heute eine neue Lizenz für den Verkauf von russischem Öl erlassen, um die durch den Nahost-Konflikt gestiegenen Energiepreise zu dämpfen. Die neue Regelung ersetzt eine frühere und ist bis zum 11. April gültig, teilt das US-Finanzministerium mit. Geschäfte mit Nordkorea, Kuba und der Krim sind davon jedoch ausgeschlossen.
Netanjahu: Iran kann kein Uran mehr anreichern
Iran ist nach Darstellung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen. Die Angaben können aktuell nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Auf einer Pressekonferenz sagt Netanjahu außerdem, dass es noch zu früh sei, um sagen zu können, ob sich die iranische Bevölkerung gegen die Regierung erheben werde.
Donald Trump rechtfertigt den Krieg gegen Iran hauptsächlich mit einer atomaren Bedrohung durch die hohen Uranvorräte Irans. Seiner Auffassung nach, sei Iran nicht mehr weit davon entfernt gewesen, über Atomwaffen zu verfügen und diese einzusetzen.
Frankreich: Werden Öffnung der Straße von Hormus nicht erzwingen
Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot stellt klar, dass sich Frankreich und seine Verbündeten zwar an einer Sicherung der Straße von Hormus beteiligen wollen - sie aber zu keiner offensiven Militäroperation zur Öffnung des Seewegs beitragen werden. "Wir befinden uns derzeit in Konsultationen mit einer Reihe von Ländern in Europa, aber auch mit anderen internationalen Partnern", sagt Barrot der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Sicher ist, dass wir uns nicht an einer Militäroperation beteiligen werden, die die Öffnung der Straße erzwingen würde, und dass es sich nicht um eine Ausweitung von Aspides handeln wird."
Aspides ist eine 2024 beschlossene EU-Mission zur Sicherung der Schifffahrt im Roten Meer. Die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, der Niederlande und Japan haben sich in einer gemeinsamen Erklärung bereiterklärt, zur Sicherheit in der Straße von Hormus beizutragen. Einen konkreten Zeitplan gibt es bisher nicht.
Trump: kein Einsatz von US-Truppen in Iran
US-Präsident Donald Trump will wohl keine weiteren Soldaten für den Krieg gegen Iran in den Nahen Osten entsenden. "Ich schicke nirgendwo Truppen hin", sagt Trump im Weißen Haus vor der Presse auf eine entsprechende Frage. "Wenn ich es täte, würde ich es Ihnen sicher nicht sagen, aber ich schicke keine Truppen".
Die Äußerung steht im Widerspruch zu einem Reuters-Bericht vom Vortag, wonach die US-Regierung die Entsendung von Tausenden Soldaten zur Verstärkung des Einsatzes gegen Iran erwägt. Reuters berief sich dabei auf einen US-Regierungsvertreter sowie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die Debatte um die sogenannten „Boots on the ground“, also ob es zum Einsatz von Soldaten auf feindlichem Boden kommt, gilt in den USA als höchst heikel. Seit den langjährigen und verlustreichen Kriegen im Irak und in Afghanistan reagiert die amerikanische Öffentlichkeit besonders sensibel auf die Entsendung von Bodentruppen in den Nahen Osten.
Trump: Netanjahu soll Angriffe auf Energieanlagen unterlassen
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu aufgefordert, keine Energiefelder anzugreifen. Das hat am Abend auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf einer Pressekonferenz bestätigt.
Am Mittwoch hatte Israel das „South Pars“-Gasfeld angegriffen. Entgegen Trumps Behauptung, er habe von den Angriffen nichts gewusst, berichtete Axios und das Wall Street Journal unter Berufung auf israelische und US-amerikanische Quellen, dass die USA über den Angriff im Bilde gewesen seien und keine Einwände einbrachten.
Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am heutigen Donnerstag deutete Trump dann selbst an, dass er den Angriff zuvor mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu besprochen habe, berichtet die New York Times. Netanjahu selbst sagt nun auf seiner abendlichen Pressekonferenz jedoch, Israel habe das Gasfeld „South Pars" im Alleingang angegriffen. Trump hatte wiederum selbst Iran noch am heutigen Donnerstagmorgen damit gedroht, das Gasfeld „South Pars“ vollständig zu zerstören, sollte das Land weiterhin Katars Gasindustrie angreifen.
Hegseth rechtfertigt Geldforderungen für Iran-Krieg
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat einen Finanzierungsantrag seines Hauses zur Fortführung des Iran-Kriegs verteidigt. „Es kostet Geld, Bösewichte zu töten“, rechtfertigte er sich bei einer Pressekonferenz. Er wolle sich erneut an den Kongress wenden, um so für ausreichende Munitionsvorräte sowie die Finanzierung „für das, was wir in Zukunft möglicherweise tun müssen“, Sorge zu tragen.
„ Es kostet Geld, Bösewichte zu töten.“
US-Verteidigungsminister Pete HegsethZuvor hatte die Washington Post unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, das Pentagon habe beim Weißen Haus um Genehmigung eines Antrags an den US-Kongress gebeten. Dabei geht es um mehr als 200 Milliarden US-Dollar (knapp 173,7 Milliarden Euro) zur Finanzierung des Krieges gegen die Führung in Teheran. Auf den Bericht angesprochen, sagte Hegseth: „Was die 200 Milliarden Dollar angeht, denke ich, dass sich diese Zahl noch ändern könnte.“
Deutschland und Verbündete verurteilen Blockade am Golf
Deutschland und wichtige europäische Verbündete sowie Japan fordern Iran auf, die faktische Sperrung der Straße von Hormus zu beenden. Teheran solle unverzüglich seine Versuche stoppen, die wichtige Meerenge durch Drohgebärden, das Verlegen von Minen sowie Drohnen- und Raketenangriffe und andere Maßnahmen zu blockieren, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und Japans.
Die USA und Israel, die mit ihren Angriffen auf Iran den jüngsten Konflikt am Persischen Golf ausgelöst hatten, wurden in der Erklärung nicht erwähnt. Gefordert wurde jedoch ein „unverzügliches, umfassendes Moratorium“ auf alle Angriffe gegen zivile Infrastruktur, einschließlich Öl- und Gas-Anlagen. „Wir rufen alle Staaten auf, das Völkerrecht zu achten und die wesentlichen Grundprinzipien des globalen Wohlstands und der internationalen Sicherheit aufrechtzuerhalten“, so die Erklärung weiter.
Zudem signalisierten sie die Bereitschaft, zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Region aktiv zu werden. „Wir bekunden unsere Bereitschaft, einen Beitrag zu geeigneten Anstrengungen zu leisten, um eine sichere Passage der Meerengen zu gewährleisten“, hieß es weiter.












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