Nahost: Iran kündigt Ausweitung von Raketenangriffen an

vor 2 Stunden 1

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Bericht: Trump nennt Krieg gegen Iran so gut wie abgeschlossen 

Offenbar Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager al-Azraq in Jordanien  

Türkei: Nato fängt Geschoss im türkischen Luftraum ab 

Medien: US-Flugkörper traf Ziel nahe Mädchenschule

Selenskij: Ukraine schickt Drohnen zum Schutz von US-Basen nach Jordanien 

Juri Auel

Iran kündigt Ausweitung von Raketenangriffen an 

Die iranischen Revolutionsgarden kündigen an, Schlagkraft und Häufigkeit ihrer Raketenstarts zu erhöhen. Auch die Reichweite werde vergrößert, zitiert das Staatsfernsehen den Kommandeur der Luft- und Raumfahrttruppe der Garden, Madschid Mussawi. Künftig würden ​keine Raketen mit Sprengköpfen von weniger als einer Tonne Gewicht mehr abgefeuert.

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Juri Auel

Bericht: Trump nennt Krieg gegen Iran so gut wie abgeschlossen 

US-Präsident Donald Trump bezeichnet einem Bericht zufolge den Krieg gegen Iran als weitgehend entschieden. "Ich denke, der Krieg ist so gut wie abgeschlossen", zitiert eine CBS-Reporterin den Präsidenten auf der Plattform X ​aus einem Telefoninterview. Iran verfüge über keine Marine, keine Kommunikationswege und keine Luftwaffe mehr. Die USA seien dem ursprünglichen Zeitplan von vier bis fünf Wochen "sehr weit" voraus. An den US-Börsen notieren die Kurse nach Bekanntwerden der Nachricht im Plus. 

Juri Auel

Offenbar Raketenangriff aus Iran auf deutsches Feldlager al-Azraq in Jordanien 

In der Nacht zum Montag soll das deutsche Feldlager im jordanischen al-Azraq von Raketen aus Iran angegriffen worden sein. Nach Informationen des Spiegel ist auch der deutsche Bereich des gemeinsam mit den US-Streitkräften genutzten Luftwaffenstützpunkts betroffen. Verletzte habe es nicht gegeben, da sich die Soldatinnen und Soldaten während des Angriffs in Schutzräumen befunden haben sollen. Ob Raketen einschlugen oder Trümmerteile abgefangener Geschosse das Gelände trafen, sei bislang unklar. 

Juri Auel

IAEA: Hälfte des hochangereicherten Urans im Iran wohl unversehrt 

Etwa die Hälfte des hochangereicherten Urans in Iran lagert nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in einer unterirdischen Anlage in Isfahan. Diese wurde ​durch die jüngsten US-israelischen Angriffe wohl nicht beschädigt, sagt IAEA-Chef Rafael Grossi am Rande einer Konferenz in Paris. "Wir glauben, dass in Isfahan etwas mehr als 200 Kilogramm 60-prozentiges Uran waren." Die weitverbreitete Annahme sei, dass das Material noch dort ist. Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent ist nur einen technischen Schritt von waffenfähigem Material entfernt. 

Juri Auel

Trump fordert Asyl für Irans Fußballerinnen in Australien 

US-Präsident Donald Trump hat mit gewohnt markigen Worten von der australischen Regierung Asyl für Irans Fußballerinnen gefordert - und im Falle einer Ablehnung Hilfe durch die USA zugesagt.

„Australien begeht einen schweren humanitären Fehler, indem es zulässt, dass die iranische Frauenfußball-Nationalmannschaft in den Iran zurückgeschickt wird, wo sie höchstwahrscheinlich getötet werden. Tun Sie das nicht, Herr Premierminister! Gewähren Sie Asyl! Die USA werden sie aufnehmen, wenn Sie es nicht tun“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. 

Zuvor hatten Medien, darunter der Fernsehsender CNN, berichtet, dass fünf Mitglieder der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft nach dem Aus beim Asien Cup bei den australischen Behörden Asyl beantragt haben. Eine offizielle Bestätigung von iranischer oder australischer Seite lag zunächst nicht vor.

Die Personen hätten aus Sorge um ihre Sicherheit das Teamhotel verlassen und sich in die Obhut der Polizei begeben, wie CNN mit Verweis auf eine nicht näher bestimmte Quelle berichtete. Laut der britischen Nachrichtenagentur PA befand sich das am Sonntag ausgeschiedene Team am Montagnachmittag weiter in Australien.

„Die Sicherheit der iranischen Frauen-Nationalmannschaft hat für die FIFA höchste Priorität“, sagte ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes bei PA. Man stehe in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden und den relevanten Verbänden. Die iranische Trainerin Marziyeh Jafari hatte laut der australischen Nachrichtenagentur AAP gesagt: „Ich möchte bei meinem Land und den Iranern in meiner Heimat sein. Wir sehnen uns nach der Rückkehr.“

Zuletzt war von zahlreichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen die Sorge zum Ausdruck gebracht worden, die Spielerinnen könnten bei einer Rückkehr in ihr Heimatland von Hardlinern verfolgt werden. Hintergrund: Beim ersten Gruppenspiel hatten die Spielerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Gewertet wurde dies als Zeichen gegen die Machthaber im Iran. Das Verhalten hatten konservative Kommentatoren im Iran als Verrat an der iranischen Regierung bezeichnet. Das Team sang anschließend in seinen letzten beiden Spielen die Nationalhymne und salutierte dazu. 

Frankreich entsendet Kriegsschiffe ins Mittelmeer

Frankreich verlegt zur Unterstützung seiner Verbündeten im Nahost-Konflikt rund ein Dutzend Kriegsschiffe ins Mittelmeer und das ​Rote Meer, wie die Deutsche-Presseagentur berichtet. Zu dem Verband gehöre auch der Flugzeugträger Charles de Gaulle, sagt Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch auf Zypern. "Wenn Zypern angegriffen wird, wird Europa angegriffen", betont er. Ziel des Einsatzes sei eine rein defensive Haltung, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten. Macron stellt zudem in Aussicht, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu eskortieren, sobald die intensivste Phase des Konflikts vorüber sei. 

Libanon verschiebt Parlamentswahl wegen Konflikt mit Israel

Eigentlich sollte im Mai die Parlamentswahl in Libanon stattfinden. Wegen der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah soll nun die Amtszeit des libanesischen Parlaments um zwei Jahre verlängert und damit die für Mai geplanten Parlamentswahlen verschoben werden. Nach Angaben des Parlamentspräsidenten und Hisbollah-Verbündeten Nabih Berri stimmten 76 der 128 Abgeordneten für die Verlängerung der vierjährigen Legislaturperiode um zwei weitere Jahre. Auch Mitglieder des 13-köpfigen Parlamentsblocks der proiranischen Hisbollah stimmten für eine Verlängerung der Amtszeit, hieß es in lokalen Medien. Die Entscheidung des Parlaments folgte auf eine erneute Eskalation im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah in Libanon. Seit vergangener Woche beschießen sich beide Seiten wieder gegenseitig.

Julia Daniel

Türkei: Nato fängt Geschoss im türkischen Luftraum ab 

Ein aus Iran abgefeuertes ballistisches Geschoss ist nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums im türkischen Luftraum von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Einige Trümmer der Munition seien auf freies Gelände in Gaziantep im Süden des Landes gefallen, teilte das Ministerium auf X mit. Demnach gab es keine Toten oder Verletzten. Das Ministerium warnte, die Türkei werde ohne Zögern die ‌notwendigen Maßnahmen ergreifen. Alle Parteien seien aufgefordert, die Warnungen Ankaras ‌zu beachten. 

Es ist bereits der zweite ​Vorfall ​dieser Art innerhalb einer Woche, ‌bei dem das Nato-Mitglied Ziel ‌eines iranischen Geschosses wurde. Am ‌Mittwoch vergangener Woche war die ​Türkei erstmals von den Kampfhandlungen direkt betroffen. Nato-Luftabwehrsysteme zerstörten ​eine iranische ballistische Rakete, die ‌nach Regierungsangaben auf dem Weg in den türkischen Luftraum gewesen war. Nach dem ersten Vorfall verzichtete die Regierung in Ankara darauf, Konsultationen der ⁠Nato zu beantragen.

Philipp Saul

Israel: Iran setzt bei Angriff erneut Streumunition ein

Iran hat bei seinen Raketenangriffen auf Israel nach Angaben der israelischen Armee erneut Streumunition eingesetzt. Welches Gebiet in dem Land genau betroffen gewesen ist, sagte der Armeesprecher jedoch nicht. Teheran hatte in diesem Krieg sowie im Krieg im vergangenen Jahr bereits Gefechtsköpfe mit Streumunition verwendet. Zuletzt hatte es den Einsatz selbst bestätigt. 

Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist. Israel hat Iran vorgeworfen, mit dieser Art von Munition absichtlich auf zivile Gebiete geschossen zu haben. Die Armee warnt die Bürger des Landes immer wieder, sich den Bomben nach Einschlägen nicht zu nähern. 

Ein Sprecher der israelischen Armee sagte Journalisten, seit Beginn des jüngsten Kriegs habe Iran „fast täglich“ Streumunition gegen israelische Bevölkerungszentren eingesetzt. „Sie nehmen große Städte ins Visier“, sagte er. Die Todesopfer in Israel bei iranischen Angriffen seien bisher ausschließlich Zivilisten gewesen. „Eine Streumunition ist im Allgemeinen ein Begriff für eine Rakete oder einen Flugkörper, der mehrere Gefechtsköpfe oder Sprengladungen enthält“, erklärte er. „Wir sehen das in verschiedenen Varianten.“

Philipp Saul

Zwei Tote bei iranischem Raketenangriff auf Israel

Die israelische Luftabwehr kann weiterhin nicht jedes Geschoss aus Iran abfangen. Bei einem neuen Raketenangriff auf Israel sind nach Angaben von Sanitätern zwei Menschen getötet worden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, bei dem Angriff im Großraum Tel Aviv sei ein etwa 40-jähriger Mann getötet worden. Ein weiterer Mann sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Zaka wurde er später für tot erklärt. Ein aus Iran abgefeuertes Geschoss sei auf einer Baustelle eingeschlagen, bei den Betroffenen handele es sich um Bauarbeiter. Es habe auch an anderen Orten im Großraum Tel Aviv Einschläge gegeben.

Philipp Saul

Medien: US-Flugkörper traf Ziel nahe Mädchenschule

Investigativjournalisten haben Zweifel an der Behauptung von US-Präsident Donald Trump, Iran selbst sei für die Bombardierung einer Mädchenschule mit etwa 170 Toten verantwortlich. Rechercheteams von New York Times und der Plattform Bellingcat haben den Vorfall unabhängig voneinander untersucht. Ein am Sonntag von der iranischen Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichtes Video zeigt demnach den Einschlag eines US-Flugkörpers in der Nähe der Schule in der Stadt Minab im Süden des Landes.

In dem nur wenige Sekunden langen Clip sei zu sehen, wie ein US-Tomahawk-Marschflugkörper am 28. Februar eine Einrichtung der iranischen Revolutionsgarde treffe, schreibt Bellingcat. Das von den Journalisten überprüfte Videomaterial zeige zudem, wie Rauch aus der Nähe der Mädchenschule aufsteige.

Die New York Times gibt an, der US-Marschflugkörper habe einen Marinestützpunkt neben der Schule getroffen. „Das US-Militär ist die einzige an dem Konflikt beteiligte Streitkraft, die Tomahawks einsetzt“, so die Zeitung.

Eine Untersuchung von Satellitenbildern, Social-Media-Beiträgen und weiteren Videos deutet nach Angaben der New York Times darauf hin, dass die Schäden an der Mädchenschule in etwa zur gleichen Zeit verursacht wurden, zu der die nun im Clip gezeigten Angriffe auf den Marinestützpunkt stattfanden. Am 28. Februar feuerte die US-Marine nach Aussagen von Verteidigungsminister Pete Hegseth Marschflugkörper des Typs Tomahawk auf iranische Streitkräfte.

Philipp Saul

Julia Daniel

Selenskij: Ukraine schickt Drohnen zum Schutz von US-Basen nach Jordanien 

Die Ukraine schickt auf Bitten der USA Abfangdrohnen und Drohnenexperten nach Jordanien, um dort US-Militärstützpunkte zu schützen, ​sagt Präsident Wolodimir Selenskij in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitung New York Times. Dem Bericht ⁠zufolge baten die USA am Donnerstag um Hilfe, woraufhin das ukrainische Team am nächsten Tag abgereist sei und in Kürze im Nahen ​Osten erwartet ​werde.

Philipp Saul

Benzin in Teheran rationiert

Nach den israelischen Angriffen auf Öldepots in der iranischen Hauptstadt Teheran rationieren Tankstellen den Verkauf von Benzin stark. Autofahrerinnen und Autofahrer können aktuell pro Tankvorgang nur noch zehn Liter Sprit kaufen, wie Bewohner der Millionenmetropole berichteten. An den Tankstellen bildeten sich Kilometer lange Autoschlangen mit stundenlangen Wartezeiten. 

Am Wochenende hatte Israels Luftwaffe Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Dichter, schwarzer, toxischer Rauch verdunkelt seitdem den Himmel. Auf viele Dächer der Metropole regnete Öl herab.

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