Nach schwerem Erdbeben: Militär von Myanmar kündigt Waffenruhe an

vor 23 Stunden 1

Das Militär von Myanmar will nach dem katastrophalen Erdbeben mit Tausenden Toten vorerst seine Kämpfe im Bürgerkrieg aussetzen. Das teilte das Büro des Oberbefehlshabers mit. Demnach soll bis zum 22. April eine Waffenruhe gelten. Diese Feuerpause soll Hilfsarbeiten und Wiederaufbaumaßnahmen in dem Land beschleunigen. Zuvor hatte ein Bündnis mehrerer Rebellengruppen sowie die prodemokratischen Kräfte einen solchen Schritt angekündigt. Min Aung Hlaing, der Chef der Junta, hatte eine Waffenruhe zunächst abgelehnt.

Derweil steigt die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben vom Freitag weiter. Die Behörden zählen inzwischen mehr als 3000 Tote und 4500 Verletzte, Hunderte Menschen werden noch immer vermisst. Die Chancen, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden, schwinden von Stunde zu Stunde.

Seit 2021 befindet sich Myanmar in einem Bürgerkrieg. Damals putschte sich das Militär an die Macht und setzte die Wahlsiegerin Aung San Suu Kyi ab. Seither kämpft das Militär gegen eine Vielzahl von Rebellengruppen, ethnische Minderheiten sowie demokratische Kräfte. Die Lage im Land ist unübersichtlich, inzwischen hat das Militär zahlreiche Gebiete an die Rebellen verloren.

Die Junta geht in Myanmar hart gegen ihre Gegner vor. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind weitgehend ausgehebelt, wegen des Krieges ist auch die medizinische Versorgung in dem Land problematisch. Das Erdbeben hat die Lage noch einmal verschlimmert: Es fehlt an sauberem Wasser, Medikamenten, aber auch schwerem Gerät für die Aufräum- und Bergungsarbeiten. In dem zersplitterten Land kommt daher auch die humanitäre Hilfe nicht überall an – auch weil die Junta versuchte, vor allem die von ihnen kontrollierten Gebiete damit zu versorgen. In den Tagen nach dem Erdbeben nutzte die Junta offenbar das Chaos aus, um Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen zu fliegen.

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