Nach falschen Vorwürfen: China weist Autorin der „New York Times“ aus, USA reagiert

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Die chinesische Regierung hat am Montag die Ausweisung der „New York Times“-Korrespondentin Vivian Wang bestätigt. Als Grund nennt die Regierung ein Interview, das die „New York Times“ im Dezember mit Taiwans Präsidenten Lai Ching-te geführt hatte. Er war in dem Interview online per Video zu einer Konferenz der Zeitung zugeschaltet worden. Vivian Wang hatte damit nichts zu tun.

Chinas Außenamtssprecher Lin Jian erklärte auf einer Pressekonferenz am Montag: „Die ,New York Times bietet den taiwanesischen Behörden eine Plattform zur Verbreitung falscher Behauptungen über die Unabhängigkeit Taiwans und bezeichnet die Region Taiwan in China offen als Staat.“ Wang habe Interviews unter Vorspiegelung falscher Tatsachen geführt und gegen die Vorschriften für ausländische Nachrichtenagenturen und ausländische Reporter verstoßen. Peking habe ihr die Aufenthaltsgenehmigung „gemäß den geltenden Gesetzen und Vorschriften entzogen“.

Korrespondenten berichten immer wieder von Drohungen

Die US-Regierung entzog daraufhin einem Journalisten der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sein Visum, Xinhua gilt als Propagandaorgan der chinesischen Regierung. Chinas Außenamtssprecher Lin Jian kritisierte wiederum diesen Schritt: „Wir haben festgestellt, dass die US-Seite unter dem Vorwand der sogenannten Gegenseitigkeit politische Repressionen gegen Journalisten der Nachrichtenagentur Xinhua ausgeübt hat, die legal in den USA tätig sind“, sagte er. Er warf der US-Regierung vor, einseitig Streit zu provozieren und Medienfragen zu politisieren.

Auch die taiwanische Regierung antwortete auf die Ausweisung. „Taiwan wird sich durch Unterdrückung nicht zum Schweigen bringen lassen“, erklärte Karen Kuo, die Sprecherin des taiwanischen Präsidialamtes, in einer Stellungnahme am Sonntag. Taiwan werde der internationalen Gemeinschaft weiterhin auf stabile und verantwortungsvolle Weise seine Position darlegen und mit gleichgesinnten Partnern zusammenarbeiten, um Demokratie, Pressefreiheit sowie Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße und der Region zu wahren.

Wangs Ausweisung ist eine „drastische Einschränkung“

Vivian Wang berichtet seit 2020 aus China. 2021 war sie Teil des Teams, das den Pulitzer-Preis für die Berichterstattung über die Corona-Pandemie gewann. Auch der schwindende Raum für freie Meinungsäußerungen war eines ihrer Themen. Chinesische Beamte hatten sich seit Monaten über Wangs Berichterstattung beschwert.

Joseph Kahn, Chefredakteur der „New York Times“, erklärte, Wangs Ausweisung stelle eine „drastische Einschränkung“ der Möglichkeiten für Reporter US-amerikanischer Nachrichtenorganisationen dar, in China zu leben und von dort zu berichten. Die Zahl der Korrespondenten von US-Medien, die in China arbeiten dürfen, sei auf ein alarmierend niedriges Niveau gesunken, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Anfang des Monats hatte Chinas Staatspräsident Xi Donald Trump beim Gipfeltreffen in Peking gewarnt, jede „falsche“ Handhabung der Taiwan-Frage könne zu „Zusammenstößen“ zwischen den Supermächten führen. Der US-Präsident stellte daraufhin die Genehmigung eines US-Waffenverkaufs im Wert von 14 Milliarden Dollar an Taipeh zurück und bezeichnete diese als Verhandlungsmasse. Zudem verzichtete US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am Samstag in seiner Eröffnungsrede beim Shangri-La-Dialog in Singapur darauf, Taiwan zu erwähnen. Es war das erste Mal seit mindestens einem Jahrzehnt, dass ein Pentagon-Chef bei dem Verteidigungsforum darauf verzichtete.

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