Die Geschichte ist bekannt und pikant. 1930 verliebte sich der Philosoph Martin Heidegger in seine Studentin Sarah Mandelbaum, ließ sich von Elfride scheiden, ehelichte Sarah und hatte mit ihr einen Sohn namens Abraham. Wegen der jüdischen Herkunft seiner Frau wurde Heidegger zur Emigration gezwungen, ab 1935 lehrte er in Princeton, später in Chicago. Im Wechsel mit Thomas Mann, den er kennen und schätzen lernte, hielt er Rundfunkreden gegen die Nazis. Als nach Ende des Zweiten Weltkriegs seine Ehe zerbrach, ging Sarah mit dem gemeinsamen Sohn nach Palästina und Heidegger kehrte auf seine Professur an der Universität Freiburg zurück. Er erntete die Bewunderung von Franz Josef Strauß und erhielt nach Veröffentlichung einer Elegie auf seinen 1967 im Kampf um die Golanhöhen gefallenen Sohn den Nobelpreis für Literatur. Vor fünfzig Jahren, am 26. Mai 1976, ist er gestorben.
Nach allem, was man weiß, spricht einiges dagegen, dass sich die Geschichte so zugetragen hat, aber immerhin ist klar, wann sie zum ersten Mal erzählt wurde: auf einer Heidegger-Tagung an der Yale University und auf den Seiten dieser Zeitung im Herbst 1989. Der Philosoph Richard Rorty hatte sich diese Geschichte ausgedacht – nicht um sein Publikum zu erheitern, sondern um es zu verunsichern. Er fragte, was gewesen wäre, wenn…: ob Heidegger andere Bücher geschrieben hätte, wenn er diesen Weg eingeschlagen hätte, wenn er sich also nicht 1933 zum ersten nationalsozialistischen Rektor der Universität Freiburg hätte wählen lassen.
„Der größte europäische Denker unserer Zeit“
Rortys Antwort fiel robust aus: Er meinte, „fast genau die gleichen“ Bücher hätte Heidegger unter diesen anderen Lebensumständen verfasst, so oder so hätte er gegen den Nihilismus der Technik gewettert, subtile Deutungen der Vorsokratiker vorgelegt und aus seiner Geringschätzung der Demokratie keinen Hehl gemacht. In jener anderen möglichen Welt wäre Heidegger „der größte europäische Denker unserer Zeit“ gewesen, in der wirklichen Welt war er dies nach Rorty auch – aber obendrein noch „ein Nazi“ und „ein feiger Heuchler“.
Die Hütte Martin Heideggers, oberhalb des Schwarzwälder Höhenkurortes Todtnauberg, 2013picture alliance / Rolf HaidBleiben wir bei den Fakten. Heidegger hat Sarah Mandelbaum (oder Hannah Arendt) nicht geheiratet und ist nicht ins Exil gegangen. Vielmehr nahm er im Herbst 1933 nach einigem Zögern den Ruf auf eine Professur in Berlin an, arrangierte sich mit dem Amt Rosenberg, übernahm nach dem Tod Elisabeth Förster-Nietzsches die akademische Leitung des Nietzsche-Archivs in Weimar und sprach von der „großen Erfahrung und Beglückung, dass der Führer eine neue Wirklichkeit erweckt hat, die unserem Denken die rechte Bahn und Stoßkraft gibt. Sonst wäre es bei aller Gründlichkeit doch in sich verloren geblieben und hätte nur schwer zur Wirkung hingefunden.“
Er erklärte: „Der Entwurf des Seins als Zeit überwindet alles Bisherige im Sein und Denken; nicht Idee, sondern Auftrag; nicht Lösung, sondern Bindung. Der Entwurf löst sich nicht ab zu reinem Geist, sondern öffnet und bindet erst Blut und Boden zu Handlungsbereitschaft und Wirk- und Werkfähigkeit.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Heidegger seine akademische Stellung, zog sich auf seine Hütte im Schwarzwald zurück und führte – ähnlich wie Carl Schmitt – ein Leben als weltberühmter Privatgelehrter.
Eine strikte Trennung von Leben und Werk?
Nein, dieses andere mögliche Leben ist auch fake – bis auf die Zitate. Die sind zu hundert Prozent Heidegger. Man kann das Gedankenexperiment also weitertreiben, zu dem Rorty angestiftet hat, und schauen, wohin das Verwirrspiel führt. Rorty ging es nicht um eine Entlastung der Täter, sondern um eine Lockerungsübung beim Umgang mit belastetem Material. Er zog eine strikte Trennung zwischen Leben und Werk und trieb einen Keil zwischen politisch-moralische Verantwortung und theoretische Brauchbarkeit. Den Nachgeborenen empfahl er, Heideggers Schriften als gut bestückten Werkzeugkasten oder Steinbruch zu nutzen. Wer dem Gegenexperiment folgt, traut dem Frieden nicht und traut umgekehrt Heidegger alles erdenklich Schlimme zu. Demnach gleicht dessen Werk nicht einem Steinbruch, sondern einer Giftmülldeponie. Die Frage ist dann nur noch, auf welche Seite man sich schlagen soll – auf die Seite des Steinbruchs oder der Giftmülldeponie. Die richtige Antwort lautet: auf keine von beiden.
Gegen die Verfrachtung von Heideggers Werk auf die Giftmülldeponie spricht vor allem eines: seine epochale Wirkung. Als dieser in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit der „Ordinarienphilosophie“, dem „heulenden Elend in gestelzter leerer Vornehmtuerei“, kurzen Prozess machte, muss dies als Weckruf gewirkt haben. Zwar haben Heidegger-Forscher wie Emmanuel Faye und Richard Wolin zu zeigen versucht, dass die braune Gedankensoße des Meisters auf seine Schülerschar abgefärbt hat, aber es wirkt doch lächerlich, ganze Generationen von Denkern in Sippenhaft zu nehmen und geistiger Unterwürfigkeit zu zeihen. Heideggers Wirkung im 20. Jahrhundert zeichnet sich dadurch aus, dass sie Eigensinn generiert und neue Auseinandersetzungen ausgelöst hat.
In den USA besetzen seine ins Exil gezwungenen jüdischen Schüler Hannah Arendt, Leo Strauss, Herbert Marcuse und Hans Jonas extrem unterschiedliche philosophisch-politische Positionen und beziehen sich dabei jeweils auf Heideggers Lehren. In Frankreich bestimmen Alexandre Kojève, Jean-Paul Sartre, Jacques Lacan, Emmanuel Levinas, Michel Foucault und Jacques Derrida jahrzehntelang die intellektuellen Debatten, sind ziemlich verstritten und stützen sich doch allesamt auf Heidegger. Im deutschsprachigen Raum zeigen Hans-Georg Gadamer und Ernst Tugendhat, dass man unter Berufung auf Heidegger völlig unterschiedlich philosophieren kann, Jürgen Habermas denkt „mit Heidegger gegen Heidegger“, Hans Blumenberg und Karl Löwith streiten mit Bezug auf Heidegger über die Moderne, und Günther Anders, neben Löwith einer von dessen frühesten Schülern, grätscht von Wien aus dazwischen.
An Heidegger kommt man nicht vorbei
Der Dichter Paul Celan legt sich mit Heidegger an und kommt nicht von ihm los. Friedrich Kittler orchestriert den letzten Schrei der Medientheorie mit Heidegger’schen Klängen. In Iran bekämpft Reza Davari als intellektueller Mitstreiter des Ayatollah Khomeini die sogenannte „Occidentosis“, also den vergiftenden Einfluss des Westens, und stützt sich hierzu auf Heideggers Kritik an der abendländischen Metaphysik. In Russland findet Alexander Dugin mit der heideggernden Botschaft vom Niedergang des Westens Gehör bei Putin.
Heidegger vor seiner Hütte in Todtnauberg, neben ihm der „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein, in den Sechzigerjahren Digne Meller MarcoviczIn Japan (Nishitani Keiji) und China (Zhao Tingyang) wird das Verhältnis zwischen fernöstlichen und westlichen Weltbildern mit Heideggers Hilfe aufgefrischt. Dipesh Chakrabarty plädiert für die „Provinzialisierung Europas“ und beruft sich hierzu auf den Denker, der 1934 einen Aufsatz mit dem Titel „Warum bleiben wir in der Provinz?“ veröffentlicht hat. Afrikanische Denker sehen Synergien zwischen der Ubuntu-Philosophie („Ich bin, weil wir sind“) und Heideggers „Mitsein“. Terrence Malick dreht Spielfilme, die im Zwischenreich zwischen Hollywood und Heidegger angesiedelt sind. Günter Grass, Saul Bellow, Elfriede Jelinek, immerhin drei Literaturnobelpreisträger, dazu noch Gabriel Marcel, Oskar Maria Graf, Thomas Bernhard, Arnold Stadler und andere arbeiten sich auf satirische Weise an Heidegger ab und erweisen ihm damit eine Ehre eigener Art. Diese alles andere als vollständige Liste macht deutlich: An Heidegger kommt man nicht vorbei, wenn man herausfinden will, was im 20. Jahrhundert los war oder was überhaupt auf der Welt los ist.
Wenn Heidegger keinen giftigen Einheitsbrei anrichtet – was spricht dann dagegen, sein Werk als Steinbruch zu nutzen, also einzelne Stücke herauszugreifen und den Rest einfach zu ignorieren? Heutzutage sind die meisten Philosophen versessen auf diese Metapher vom Steinbruch, wohl weil sie sich dann als Schatzsucher fühlen und auf die Jagd gehen können. Sie legen das Beuteschema fest, behalten die Deutungshoheit und treten das Vergangene bei Bedarf mit Füßen. Es ist aber nicht so, dass im Geröll der Geschichte gute Ideen lose herumlägen wie Schmucksteine, die von Schnäppchenjägern der Wahrheit aufgeklaubt und in die Tasche gesteckt werden könnten.
Zerreißproben, Flickschustereien, Doppelbödigkeiten
Ideen kommen selten allein. Sie stehen von Haus aus in Beziehungen und sind Bestandteile weitläufiger Netzwerke. Nur um den Preis ihrer Verstümmelung lassen sie sich aus dem Zusammenhang reißen. Was wäre Jean-Jacques Rousseaus Gesellschaftsvertrag ohne seinen Naturbegriff? Kants Pflichtethik ohne Vernunft? Karl Poppers „offene Gesellschaft“ ohne Henri Bergsons „offene Gesellschaft“? Oder eben Heideggers Alltäglichkeit ohne Heideggers Eigentlichkeit? Nach Steinbruch-Manier sind in all den genannten Fällen Versuche in Ideenspalterei unternommen worden, und sie sind übel ausgegangen.
Bezogen auf Heidegger heißt dies, dass man sein Werk nicht fein säuberlich in zwei Teile spalten kann, um dann den einen zu feiern und den anderen zu entsorgen. In dem Gedankennetzwerk, das Heidegger während mehr als sechs Jahrzehnten geknüpft hat, kommt es zu Zerreißproben, Flickschustereien, Doppelbödigkeiten, Zuspitzungen, Umbauten und Umdeutungen. So kann man das „Mitsein“, das Heidegger in Sein und Zeit hochhält, als sozialen Gegenentwurf zum Egotrip des idealistischen, ökonomischen oder liberalen Subjekts begrüßen, sollte dabei aber nicht vergessen, dass er es 1927 im „Volk“ gipfeln lässt und von ihm 1933 „Opferbereitschaft und Dienst im Bereich der innersten Notwendigkeiten deutschen Seins“ verlangt.
Oder ein anderes Beispiel: Hinter Heideggers Überlegungen zu „Technik“ und „Machenschaft“ aus den fünfziger Jahren, auf die sich ökologisch engagierte Menschen gern berufen, versteckt sich seine Überzeugung, dass die „Juden“ mit „ihrer betont rechnerischen Begabung“ für die „Übermächtigung des Lebens durch die Machenschaft“ verantwortlich seien. Bei diesen Verbindungen zwischen Mitsein und faschistischem Kollektiv oder zwischen Technikkritik und Antisemitismus handelt es sich nicht um einfache Gleichungen, wohl aber um enge Verwandtschaften oder innere Seilschaften.
Ein Vortrag, der als Keimzelle von „Sein und Zeit“ gilt
Inzwischen ist es fast langweilig geworden, mit den üblichen verdächtigen, oft seit Jahrzehnten bekannten NS-Zitaten Heidegger zu skandalisieren. Die antisemitischen Stellen aus den 2014 bis 2022 erschienenen „Schwarzen Heften“ haben das Heidegger-Bild vervollständigt, aber nicht total verwandelt. Der Mann ist tot. Die Entrüstung verkalkt. Aufmerksamkeit verdienen weniger die Fettnäpfchen oder Blutlachen, in die Heidegger getreten ist, als vielmehr das, was während der An- und Abfahrt passiert ist, welche Routen er gewählt hat, die ihn aus der Mitte des Lebens in die Zone der Lebensvernichtung – und wieder zurück – geführt haben. Diese Routen nämlich sind es, deren Befahrbarkeit heute infrage steht. Das 20. Jahrhundert ist reich an Errungenschaften. Was Fehlerbeispiele und verpasste Gelegenheiten betrifft, ist es eine schier unerschöpfliche Ressource.
An einem von der Forschung vernachlässigten Beispiel lässt sich Heideggers Routenplanung im Detail nachvollziehen. Im Vortrag „Der Begriff der Zeit“ von 1924, der als Keimzelle von „Sein und Zeit“ gilt, finden sich die folgenden, auf den ersten Blick nur schwerfälligen und harmlosen Zeilen: „Im Zukünftigsein des Vorlaufens wird das Dasein, das im Durchschnittlichen ist, es selbst … Diese Individuation hat das Eigentümliche, daß sie es nicht zu einer Individuation kommen läßt im Sinne der phantastischen Herausbildung von Ausnahmeexistenzen; sie schlägt alles Sich-heraus-nehmen nieder. Sie individuiert so, daß sie alle gleich macht.“ Was will uns der Philosoph damit sagen? Er sorgt sich um ein Dasein, das in seiner „durchschnittlichen“, alltäglichen Existenz befangen ist, ganz unter dem Eindruck einer „herrschenden Auslegung“ steht und – wie es heißt – „von der Mode, von den Strömungen, von dem, was los ist“, beherrscht wird.
Diese Befangenheit, dieser Selbstverlust lässt sich nach Heidegger auch zeitlich fassen: als Zusammenschnurren der Zeit auf die Gegenwart. In jenen Jahren entwickelt er eine Art Lebenskunst, die auf den Umgang mit der Zeit zielt, eine Kunst also, die den Kollaps der Unterschiede zwischen dem, was war, ist und sein wird, verhindern und die Zeit in all ihren Dimensionen erfahrbar machen will. Von dieser Kunst darf man angetan sein, sie will man demjenigen entgegenhalten, der jeden Tag 141 Minuten lang am Feed der sozialen Medien hängt – also dem globalen Durchschnittsmenschen des Jahres 2025.
Gegen den Kult der Ausnahmexistenz
Aber Heidegger macht einen Kunstfehler. Dem Bann der Gegenwart will er mittels des Vorlaufens in die Zukunft entkommen – und dabei geht es nicht um irgendeine Zukunft, sondern um die des Todes. Heidegger tritt die Flucht nach vorn an: zum eigenen Tod, der immer aussteht, also nicht in die Gegenwart hineingezogen werden kann. Zugleich polemisiert er gegen die herkömmliche Idee individueller Entfaltung, die als Kult der „Ausnahmeexistenz“ ganz schlecht wegkommt. So endet jenes Zitat aus dem Vortrag „Der Begriff der Zeit“ martialisch. Das „Sich-heraus-nehmen“ wird „niedergeschlagen“, der Tod sorgt dafür, dass alle „gleich“ gemacht werden. So verfehlt Heidegger das selbstgesetzte Ziel: Das eigentliche Selbst, auf das er es abgesehen hat, wird gesichtslos.
Man ist geneigt zu sagen: Dann kommt es, wie es kommen muss. Die Gleichschaltung liegt in der Luft, wenn Heidegger dem eigentlichen Selbst aufträgt, sich nicht auf sich zu kaprizieren, die totale Uniformität zu genießen und keine Unterschiede zuzulassen. Und doch gilt: Gewunden ist die Entwicklung, die Heidegger von 1924 bis 1933 nimmt, verschiedene Wege lassen sich skizzieren, und nur einer von ihnen führt zu den Sätzen: „Es gibt nur den einen Willen zum vollen Dasein des Staates. Diesen Willen hat der Führer im ganzen Volk zum vollen Erwachen gebracht und zum einzigen Entschluß zusammengeschweißt.“
Wenn Heidegger im Jahre 1924 die Frage nach dem Selbst anhand der Spannung zwischen Ausnahmeexistenz und Uniformität verhandelt, dann gibt er damit nebenbei all denjenigen Anschauungsunterricht, die in unseren Tagen mit der Suche nach Identität befasst sind. Zwei Programme, zwei Regimes sind inzwischen fest etabliert. Das eine drückt mit den Sprüchen „Make a difference“ und „Think outside the box“ auf die Tube der Distinktion oder eben der „Ausnahmeexistenz“ und entwirft eine Welt, in der alle Menschen „Singularitäten“ (Andreas Reckwitz) sein wollen oder sollen. Diejenigen, die es auf die Dauer zu stressig finden, sich von anderen oder gar vom eigenen alten Selbst abzugrenzen, wechseln die Strategie und werfen sich jenem Regime an den Hals, das die Identität an dem festmacht, was sich selbst gleich bleibt.
Es verschafft den Menschen Selbstbestätigung anhand des Gleichklangs oder der „Resonanz“ (Hartmut Rosa). Erfahrbar wird dieser Genuss in gemütlichen Runden, aber auch in Filterblasen und Echokammern – oder in einem Kollektiv, das, mit Heidegger gesagt, „alle gleich macht“. Weltweit geraten heute politische Systeme und staatliche Ordnungen in die Krise, weil die Menschen zwischen liberaler Selbstoptimierung und totalitärer Kollektivierung hin und her taumeln. Diesen Taumel hat ihnen Heidegger vor rund hundert Jahren vorgespielt – und sich dann auf die Nase gelegt.
Heideggers Werk gleicht einem Vexierbild – wenn jedenfalls die ursprüngliche Bedeutung von Vexieren, nämlich das Quälen und Ärgern, wachgehalten wird. Im Umgang mit ihm empfiehlt sich die Anwendung der Faustregel: Knapp daneben ist auch vorbei. Heidegger hatte ein großes Gespür für zeitgemäße Notlagen und zeitlose Grundfragen, und seinen Versuchen, sie zu bewältigen, gab er am Ende einen Dreh, mit dem alles krumm und schief wurde. So kann ein Spruch aus Heinrich von Kleists Drama „Der zerbrochne Krug“ auch auf Heidegger gemünzt werden: „In eurem Kopf liegt Wissenschaft und Irrtum / Geknetet, innig, wie ein Teig, zusammen; / Mit jedem Schnitte gebt ihr mir von beidem.“
Dieter Thomä ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen und Herausgeber des „Heidegger-Handbuchs“ (Metzler Verlag). Zuletzt erschien von ihm „Post-. Nachruf auf eine Vorsilbe“ (Suhrkamp).

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