Libyen-Affäre: Nicolas Sarkozy beteuert erneut Unschuld im Libyen-Prozess

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Sarkozy soll für seinen Präsidentschaftswahlkampf illegale Spenden aus Libyen erhalten haben. Im Berufungsprozess bestreitet er die Vorwürfe und spricht mit Angehörigen.

7. April 2026, 12:51 Uhr

 Wurde die Wahlkampagne von Nicolas Sarkozy im Jahr 2007 aus Libyen mitfinanziert? Es hätte keinen Cent aus Libyen gegeben, sagte der frühere französische Staatschef vor Gericht.
Wurde die Wahlkampagne von Nicolas Sarkozy im Jahr 2007 aus Libyen mitfinanziert? Es hätte keinen Cent aus Libyen gegeben, sagte der frühere französische Staatschef vor Gericht. © Kenzo Triboillard/​AFP/​Getty Images

Im Berufungsprozess um mutmaßliche Wahlkampfgelder aus Libyen hat Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy erneut seine Unschuld betont. "In meinem Wahlkampf gab es keinen Cent aus Libyen", sagte er vor Gericht. Auch den Vorwurf, er habe sich für eine Begnadigung des libyschen Geheimdienstvertreters Abdallah Senoussi eingesetzt, wies er zurück.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Vertraute Sarkozys während seiner Zeit als Innenminister Kontakt zu Senoussi hatten, um über Geld für seinen Wahlkampf zu sprechen. Senoussi, ein Verwandter des früheren libyschen Machthabers Muammar Gaddafi, war in Frankreich wegen eines Flugzeuganschlags zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bei dem Anschlag über Niger wurden 170 Menschen getötet, darunter 54 Franzosen.

Mehrere Angehörige der Opfer hatten den Angeklagten in dem Berufungsverfahren "Lügen" und "Leugnung von Tatsachen" vorgeworfen. Neben Sarkozy sind neun weitere Männer angeklagt, unter ihnen mehrere seiner engen Vertrauten.

Sarkozy wandte sich direkt an die Angehörigen der Opfer und sprach ihnen sein Mitgefühl aus. "Ich wäre ebenso wütend und voller Trauer", sagte er. "Ein solches Leid lässt sich nicht durch eine Ungerechtigkeit reparieren: Ich bin unschuldig", sagte Sarkozy, der in Begleitung seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy vor Gericht erschienen war.

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