Ab Mai wollen die Förderländer der Opec+ mehr Erdöl fördern. Wegen des Irankrieges dürfte sich die Lage an den Energiemärkten aber zunächst kaum verbessern.
5. April 2026, 22:04 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, bam
Die in der Opec-Gruppe zusammengeschlossenen erdölexportierenden Länder haben zum zweiten Mal in Folge eine Erhöhung ihrer Produktionsquoten für den kommenden Monat beschlossen. Als Reaktion auf die durch den Irankrieg ausgelöste Mangel-Versorgung an den Energiemärkten wollen sie ab Mai 206.000 Barrel zusätzlich pro Tag fördern, teilte die Organisation am Sonntag mit. Zur Opec-Gruppe gehören die weltweit führenden Ölproduzenten Saudi-Arabien, Russland und mehrere Golfstaaten.
Experten zufolge dürfte der Schritt zunächst jedoch nicht zu einer Verbesserung der Lage an den Ölmärkten führen. Denn wichtige Mitglieder der Gruppe können ihre Produktion wegen des Irankriegs nicht steigern. Die Exporte der Opec-Mitglieder Saudi-Arabien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate und Irak fallen aus, weil Iran die Straße von Hormus blockiert. Zudem hat der Iran immer wieder Erdölförderanlagen in den Golfstaaten angegriffen.
Die Opec-Gruppe teilte mit, dass infolge von Schäden an der Energieinfrastruktur weiterhin mit Preisschwankungen auf dem Ölmarkt zu rechnen sei. Von entscheidender Bedeutung sei "die Sicherung internationaler Seewege, um einen ununterbrochenen Energiefluss zu gewährleisten", hieß es weiter. Die weltweite Versorgung werde möglicherweise noch lange beeinträchtigt sein.
Rückkehr zum Normalbetrieb könnte Monate dauern
Die beschlossene Quotenerhöhung entspricht weniger als zwei Prozent der ausgefallenen Liefermenge. Sie signalisiere jedoch die Bereitschaft, die Förderung nach einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus hochzufahren, hieß es aus Opec-Kreisen. Mehrere Vertreter der Golfstaaten sagten, eine Rückkehr zum Normalbetrieb werde selbst bei einem sofortigen Kriegsende Monate dauern.
Die Opec+ umfasst 22 Mitglieder, darunter den Iran. An den monatlichen Produktionsentscheidungen sind in den vergangenen Jahren jedoch nur acht Länder beteiligt gewesen. Diese hatten bereits für April eine Erhöhung beschlossen.

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