Kuba ächzt unter Donald Trumps Öl-Blockade

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US-Präsident Donald Trump predigt die Monroe-Doktrin , die USA müssten die Kontrolle haben über die westliche Hemisphäre. Dazu gehören die Drohungen, Grönland zu übernehmen, dazu gehörte auch der Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme von Machthaber Nicolás Maduro. Damit erhöhten die USA auch den Druck auf die kommunistische Karibikinsel Kuba – die Bevölkerung bekommt die Auswirkungen nun zu spüren.

Kuba erhält inzwischen auf Trumps Druck keine Öllieferungen mehr von seinem südamerikanischen Verbündeten Venezuela. Auch Mexiko schränkte seine Öllieferungen an die Karibikinsel ein, nachdem Trump Strafzölle gegen Länder angedroht hatte, die Öl dorthin liefern. Nun steckt Kuba in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.

Weitreichende Stromausfälle sowie ein Temperatursturz setzen den Menschen auf der Insel zu. Die »Financial Times«  berichtet, am Mittwochabend sei in drei Provinzen Kubas der Strom komplett ausgefallen, in einer vierten Teilweise, allein in diesen Gebieten lebe ein Drittel der kubanischen Bevölkerung. »Die Lage in Kuba ist bereits sehr schlecht. In Havanna sind die Stromausfälle in letzter Zeit auf 12 bis 15 Stunden pro Tag angestiegen – das war früher nicht üblich«, zitiert die Zeitung den in den USA lebenden kubanischen Ökonomen Ricardo Torres. In diesem Jahr habe sich die Lage verschärft. Das liegt auch daran, dass Kuba seit dem 9. Januar keine Öllieferung mehr erhalten hat.

Hinzu kommt das Wetter: In Kuba sind die Temperaturen in den vergangenen Tagen erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen auf null Grad abgesackt. Das Wetterzentrum von Matanzas meldete sogar mit Frost überzogene Felder, angesichts der sonst vorherrschenden Hitze in Kuba ein sehr ungewöhnliches Phänomen.

Kuba arbeitet an Notfallplan

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel will nun mit einem Notfallplan reagieren. Die US-Blockade beeinträchtige »den öffentlichen Nahverkehr, Krankenhäuser, Schulen, die Wirtschaft und den Tourismus«, sagte Díaz-Canel in einer Fernsehansprache. »Wie sollen wir unseren Boden bestellen? Wie sollen wir uns fortbewegen? Wie sollen wir unsere Kinder ohne Treibstoff zur Schule schicken?« Man werde nun Maßnahmen ergreifen, »die zwar nicht dauerhaft sind, aber Anstrengungen erfordern. Was sollen wir sonst tun? Sollen wir aufgeben? Es gibt so viel zu verteidigen.« Immerhin: Mexiko kündigte an, humanitäre Hilfe nach Kuba schicken zu wollen.

Gleichzeitig erklärte Díaz-Canel, Kuba sei zu Gesprächen mit den USA bereit. Voraussetzung sei allerdings, dass der Dialog ohne Druck, ohne Vorbedingungen und auf Augenhöhe geführt werde. Das scheint angesichts der Kraftverhältnisse allerdings eine Wunschvorstellung zu sein. Trump hatte zuletzt gesagt, Washington führe bereits Gespräche mit Kuba. Kubas stellvertretender Außenminister Carlos Fernández de Cossio erklärte jedoch bei CNN, es gebe bisher noch keinen formellen Dialog, sondern lediglich einen »Nachrichtenaustausch« mit Washington.

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