Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
USA setzen Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft
Angriff auf Tanker: Katar bestellt Irans Vize-Botschafter ein
Angriff auf Tanker in der Straße von Hormus gemeldet
Medien: Vier Tote im Südlibanon durch israelischen Drohnenangriff
Trauerzug mit Chameneis Leichnam durch Teheran
USA setzen Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft
Die USA haben als Reaktion auf Attacken auf Öltanker in der Straße von Hormus am Dienstag eine Ausnahmegenehmigung zum Verkauf von iranischem Öl widerrufen. Die Ölpreise zogen daraufhin deutlich an, die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich nachbörslich um jeweils mehr als drei Prozent.
Ein US-Regierungsvertreter bezeichnete das Vorgehen Irans als völlig inakzeptabel und warnte vor Konsequenzen. Eine Stellungnahme der Regierung in Teheran lag zunächst nicht vor, auch bekannte sich niemand zu den Angriffen. In den vergangenen Tagen waren nach Angaben der britischen Seefahrtsbehörde UKMTO drei Tanker in und nahe der strategisch wichtigen Meerenge von unbekannten Projektilen getroffen worden.
Die jüngste Eskalation gefährdet die diplomatischen Bemühungen zwischen Washington und Teheran. Beide Seiten arbeiten an einem Abkommen, das eine Einschränkung des iranischen Atomprogramms im Gegenzug für eine Lockerung von Sanktionen vorsieht. Trotz der Spannungen setzten die Unterhändler ihre Arbeit an einer endgültigen Einigung ernsthaft fort, erklärte der US-Vertreter weiter. Durch die Straße von Hormus zwischen Iran und dem Oman wird etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls verschifft. Für Iran sind die Ölexporte, die in den vergangenen Jahren trotz bestehender Beschränkungen vor allem nach China ausgeweitet wurden, eine der wichtigsten Einnahmequellen.
Angriff auf Tanker: Katar bestellt Irans Vize-Botschafter ein
Nach einem Angriff auf einen katarischen Flüssiggas-Tanker in der Straße von Hormus hat Katar den iranischen Vize-Botschafter in dem Golfstaat einbestellt. Der Angriff gefährde die Sicherheit der Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung, hieß es in einer Protestnote an Iran der katarischen Nachrichtenagentur QNA zufolge. Die Note sei heute dem iranischen Vize-Botschafter in Katar, Mohsen Ghanei, überreicht worden.
Nach Angaben des katarischen Außenministeriums griff Iran den Flüssiggas-Tanker al-Rekajat an. Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete vergangene Nacht einen Angriff in der Straße von Hormus, bei dem nach Angaben der Schiffsbesatzung ein Tanker von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen wurde. Iran sei „rechtlich voll verantwortlich“, teilte das katarische Außenministerium mit.
Der mehr als 300 Meter lange Flüssiggas-Tanker al-Rekajat gehört einer Reederei in der katarischen Hauptstadt Doha. Der Beraterfirma EOS Risk Group zufolge brach nach dem Angriff an Bord ein Feuer aus und die Besatzung verließ das Schiff. Die Reederei war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Iran: keine Verhandlungen, solange Trump droht
Iran wird nach den Worten von Außenminister Abbas Araghchi keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit den USA aufnehmen, solange die Drohungen aus Washington andauern. Er reagiert auf der Plattform X auf eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump, der gedroht hatte, „den Job zu Ende zu bringen“, sollte keine Einigung erzielt werden. Araghchi verweist auf ein im vergangenen Monat unterzeichnetes Zwischenabkommen, in dem sich beide Seiten verpflichtet hatten, auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander zu verzichten.
Angriff auf Tanker in der Straße von Hormus gemeldet
Die Crew eines Tankers in der Straße von Hormus hat einen Angriff auf ihr Schiff gemeldet. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf Angaben der Schiffbesatzung mit. Der Tanker sei rund acht Seemeilen vor dem omanischen Küstenort Lima von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. Verletzt worden sei niemand.
Wer hinter dem Angriff steckt, blieb zunächst unklar. Das Portal Axios berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, die iranischen Revolutionsgarden hätten mindestens zwei Raketen auf Frachter abgefeuert. Einer der Beamten sagte demnach, zwei Schiffe seien durch den Beschuss stark beschädigt worden. Eine offizielle Reaktion der US-Regierung blieb zunächst aus.
Medien: Vier Tote im Südlibanon durch israelischen Drohnenangriff
Im Süden Libanons sind Medienberichten zufolge bei einem israelischen Drohnenangriff vier Menschen getötet worden. Der Angriff habe sich gegen ein Fahrzeug in der Stadt Nabatieh gerichtet, meldet die staatliche libanesische Nachrichtenagentur. Das israelische Militär teilte mit, es prüfe den Bericht. Trotz der seit Mitte Juni geltenden Waffenruhe hat Israel nach eigenen Angaben wiederholt Stellungen der Miliz in Libanon angegriffen.
Im Zuge der im Juni vereinbarten Waffenruhe zwischen den USA und Iran hat die Intensität der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im vergangenen Monat nachgelassen. Iran besteht in den Verhandlungen mit den USA darauf, dass die Waffenruhe auch für Libanon gilt. Israel verringerte daraufhin auf Bitten der USA seine Angriffe auf Libanon. Gänzlich eingestellt wurden sie jedoch nicht.
Trauerzug mit Chameneis Leichnam durch Teheran
Vor der Beerdigung von Irans oberstem Führer Ayatollah Ali Chamenei wird dessen Leichnam in einer Prozession durch die Millionenmetropole Teheran geführt. Der Trauerzug für den früheren Religionsführer begann im Osten der Hauptstadt und führt über die zentrale Hauptverkehrsachse bis zum Asadi-Turm im Westen der Stadt.
Der Trauerzug durch die Stadt könnte bis zu zwölf Stunden dauern, sagte der mit der Planung beauftragter General im staatlichen Fernsehen. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden.
Aus Sicherheitsgründen sperrte Iran für Montag den Luftraum über Teheran. Auch für Dienstag und bis zu Chameneis Beerdigung am Donnerstag wurden Einschränkungen beim Flugverkehr verkündet. Das ehemalige Staatsoberhaupt soll in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes beigesetzt werden.
Chameneis Sohn Modschtaba war eine Woche nach dem Tod seines Vaters Anfang März zum neuen Staatsoberhaupt ernannt worden, trat seitdem jedoch nicht öffentlich auf. Das löste Spekulationen über seinen Gesundheitszustand aus. Er soll schwer verletzt und entstellt sein. Das Staatsfernsehen bezeichnet ihn als „Kriegsversehrten“, nannte aber keine Details. Auch für die Beerdigung in Maschhad ist unklar, ob er erscheinen wird.
Außenminister Wadephul: Iran soll für Minenräumung zahlen
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine finanzielle Beteiligung Irans an einer möglichen europäischen Minenräummission in der Straße von Hormus ins Gespräch gebracht. „Iran hat rechtswidrig eine internationale Seefahrtsstraße vermint“, sagte Wadephul dem Handelsblatt am Montag einem Vorabbericht zufolge. Zwar werde Deutschland bei einer Räumung der Fahrrinne durch europäische Staaten vorerst keine Gebühren verlangen. Im Grunde sei dies jedoch gerechtfertigt, erklärte der Minister. Iran müsse dafür aufkommen, da ein vom dortigen Regime angerichteter Schaden beseitigt werde. Eine Entscheidung über eine Beteiligung der Bundeswehr an dem Einsatz solle noch im Sommer fallen.
Iran: Seehandel mit Katar wieder angelaufen
Iran hat den Seehandel mit dem Golfemirat Katar nach eigenen Angaben wieder aufgenommen. Der iranische Handelsattaché in Doha, Abbas Abdolchani, sagte zu staatlichen Medien, der Schiffsverkehr zwischen dem iranischen Hafen Dajjer und dem katarischen Hafen Al-Ruwais sei wieder angelaufen. Vorausgegangen sei eine Abstimmung zwischen der iranischen Botschaft in Doha und den katarischen Behörden.
Im Zuge des Iran-Kriegs und der faktischen Blockade der Straße von Hormus war der Schiffsverkehr in dem Gebiet stark eingeschränkt worden. Auf Angriffe der USA reagierte Iran auch mit dem Beschuss von US-Alliierten in der Region. Zuletzt gab es Zeichen der Entspannung.
Zweiter Tag der öffentlichen Trauerfeiern: Totengebet für Chamenei in Teheran abgehalten
In Iran hat ein hochrangiger Geistlicher das Totengebet für den im Krieg getöteten obersten Führer Ali Chamenei geleitet. Am zweiten Tag der öffentlichen Trauerfeiern trat der 97-jährige Großayatollah Dschafar Sobhani dabei als Vorbeter auf, wie auf Aufnahmen des Staatsfernsehens zu sehen ist.
Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden. Sein Leichnam bleibt noch bis Montag in Teheran. Danach sind Zeremonien in der Pilgerstadt Ghom und dem Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll.
Unterdessen wurde in Iran darüber spekuliert, ob Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba bei den Trauerzeremonien erstmals nach seiner Ernennung öffentlich auftritt. Iranischen Medien zufolge ist nicht vorgesehen, dass der 56-Jährige ein Gebet leitet.
In Ghom soll der einflussreiche Ayatollah Makarem Schirasi (99) das Gebet leiten, in Maschhad Nuri Hamedani (101).
Öffentliche Trauerfeier für Chamenei in Teheran hat begonnen
In der iranischen Hauptstadt Teheran haben die öffentlichen Trauerfeiern für den im Krieg getöteten obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei begonnen. Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten den Sarg des Religionsführers aufgebahrt in der Großmoschee Mosalla. Zahlreiche Anhänger strömten bereits seit der Dämmerung zum Veranstaltungsort.
Chameneis Leichnam bleibt zunächst drei Tage in Teheran. Anschließend sind Trauerzeremonien in der Pilgerstadt Ghom sowie im Irak geplant. Am Donnerstag soll er in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden.
Chamenei war am 28. Februar bei einem gezielten israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in der iranischen Hauptstadt getötet worden.
Vor Trauerfeierlichkeiten für Chamenei: Iran empfängt zahlreiche Staatsgäste
Iran hat kurz vor Beginn der Trauerfeiern für den getöteten obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei zahlreiche Staatsgäste empfangen. Das Staatsfernsehen zeigte, wie Regierungsvertreter aus China, Belarus, dem Irak und Turkmenistan in der Hauptstadt Teheran landeten. An diesem Samstag beginnen in Teheran die offiziellen Trauerfeierlichkeiten. Es werden mehrere Millionen Menschen aus Iran und seinen Nachbarländern erwartet. Bis zu seinem Tod regierte Chamenei Iran mit absoluter Härte.
Während der Trauerfeiern werden mehr als 65 000 Sicherheitskräfte in den Metropolen im Einsatz sein, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf den Kommandeur der Ordnungskräfte. Zur Sicherung der betroffenen Provinzen werden demnach weitere 200 000 Kräfte stationiert.
Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt gezielt getötet worden. Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten. Auch Dutzende iranische Generäle und einflussreiche Politiker wurden getötet. Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei wurde bei dem Angriff ebenfalls verletzt und ist seither nicht mehr öffentlich aufgetreten.
Die Beisetzung Chameneis kommt für die Islamische Republik in einem kritischen Moment. Die Führung um die Kleriker und die Revolutionsgarden sieht sich nach dem überstandenen Krieg gestärkt. Experten zufolge ist der Rückhalt in der Bevölkerung jedoch äußerst gering. Jahrelange Sanktionen haben die Wirtschaft gelähmt, und landesweite Proteste wurden mit zunehmender Gewalt niedergeschlagen, was im Januar in der Tötung Tausender Demonstranten gipfelte.
Die Zeremonien dauern bis Montag an. Chameneis Leichnam soll dann in die Pilgerstadt Ghom und in den Irak gebracht werden, ehe er am kommenden Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beerdigt wird. Aus Sicherheitsgründen will Iran für mehrere Tage seinen Luftraum sperren.
Vermittler: Indirekte USA-Iran-Gespräche positiv verlaufen
Die USA und Iran haben nach Darstellung der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan in indirekten Gesprächen Fortschritte erzielt. Bei Fragen im Zusammenhang mit dem vor zwei Wochen vereinbarten Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges seien „positive Fortschritte“ erzielt worden. Das teilte der katarische Außenamtssprecher Madschid al-Ansari nach Abschluss der in der katarischen Hauptstadt Doha getrennt geführten Unterredungen mit Unterhändlern der beiden Konfliktparteien mit.
Es sei vereinbart worden, die Gespräche fortzusetzen, schrieb al-Ansari auf der Onlineplattform X. Der nächste Termin solle so bald wie möglich nach den Trauerzeremonien für das getötete iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und seiner Beisetzung angesetzt werden. Die Zeremonien beginnen iranischen Berichten zufolge am 4. Juli in der Hauptstadt Teheran und der Pilgerstadt Ghom. Das Begräbnis soll am 9. Juli in Chameneis Geburtsstadt Maschhad im Nordosten des Landes stattfinden.
Drohnenangriff auf Lager iranischer Kurden im Nordirak
Eine mit Sprengstoff beladene Drohne hat irakischen Sicherheitskreisen zufolge ein Lager einer iranisch-kurdischen Oppositionsgruppe im Nordirak angegriffen. Bei dem Vorfall im Bezirk Koysandschaq östlich von Erbil ist den Angaben nach ein Feuer ausgebrochen. Berichte über mögliche Opfer liegen zunächst nicht vor. Auch ist unklar, wer für den Angriff verantwortlich ist.
US-Hubschrauber notgelandet - Besatzungsmitglied vermisst
Nach der Notlandung eines Helikopters im Arabischen Meer sucht die US-Marine nach einem vermissten Besatzungsmitglied. Am frühen Morgen (US-Ostküstenzeit) habe ein Helikopter des Typs MH-60S Sea Hawk dort eine Notlandung vorgenommen, Hinweise auf eine feindliche Handlung als Ursache gebe es nicht, teilten die Marine-Streitkräfte des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos (Centcom) auf der Plattform X mit. Nach einem der vier Besatzungsmitglieder des Hubschraubers werde noch gesucht, die anderen drei seien bereits gefunden worden, hieß es. Sie befinden sich demnach in stabilem Zustand auf dem Flugzeugträger „USS George H.W. Bush“. Diesen hatten die USA im Zuge des Iran-Kriegs in die Region verlegt. Die Ursache des Vorfalls wird nach Angaben des US-Militärs aktuell untersucht.













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