Krieg in Nahost: Trump: Können ganz Iran innerhalb einer Nacht ausschalten

vor 2 Stunden 1

Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Trump nennt Iraner "Tiere" 

Iran lehnt US-Vorschlag für Waffenstillstand offenbar ab – Trump beharrt auf Frist

Israel spricht von intensiven Angriffen auf Irans Gasindustrie

Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter – Mehrere Verletzte 

Israel: Geheimdienstchef der Revolutionsgarde getötet

Juri Auel

Trump: Ganz Iran kann innerhalb einer Nacht ausgeschaltet werden

Zu Beginn seiner Pressekonferenz im Weißen Haus lobte US-Präsident Donald Trump die Rettungsaktion, bei der die Besatzung eines abgeschossenen amerikanischen Militärflugzeugs in Iran in Sicherheit gebracht worden ist. „Kein Amerikaner wird zurückgelassen“, sagte Trump, als er Details des Rettungseinsatzes mitteilte. So sagte er unter anderem, dass ein eingesetzter Helikopter mehrere Einschusslöscher aufweise. 

Über Iran sagte Trump, das gesamte Land könne innerhalb einer Nacht ausgeschaltet werden – und diese Nacht könne morgen sein, so der US-Präsident. Zu dieser Zeit läuft ein Ultimatum ab, welches Trump der Führung in Teheran gesetzt hat, um die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen. Trump hat gedroht, andernfalls in großem Stil Infrastruktur Irans anzugreifen. Internationale Organisationen wie das Rote Kreuz kritisierten Trump für solche Drohungen. Gezielte Drohungen, sei es in Wort oder Tat, gegen wichtige zivile Infrastruktur und Nuklearanlagen dürften nicht zur neuen Norm der Kriegsführung werden. 

Ursprünglich lief Trumps Frist vor einigen Tagen aus, er hatte sie aber bis Ostermontag verlängert und dann erklärt, sie laufe bis 2 Uhr deutscher Zeit am Mittwochmorgen. Iran hat bislang nicht erkennen lassen, dass es sich darauf einlässt. 

Juri Auel

Trump: Rückhalt in Amerika für Öl-Pläne in Iran fehlt 

US-Präsident Donald Trump sieht für seine Öl-Ambitionen in Iran nicht genügend Rückhalt in der eigenen Bevölkerung. „Leider möchte die amerikanische Bevölkerung, dass wir nach Hause kommen“, sagte er bei einer Osterveranstaltung auf dem Gelände des Weißen Hauses. Wenn es nach ihm ginge, würde man das Öl übernehmen, das Öl behalten und sehr viel Geld verdienen. Aber er wolle auch die Menschen im eigenen Land glücklich machen.

Trump hatte im Ende Februar begonnenen Iran-Krieg zuletzt immer wieder die Idee vorgebracht, dass die USA das Öl in Iran übernehmen könnten. Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär wohl die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden. 

Juri Auel

Trump nennt Iraner "Tiere" 

US-Präsident Donald Trump hat sich respektlos über die iranische Bevölkerung geäußert. Auf ​die Frage, warum ein Angriff auf die zivile Infrastruktur des Landes kein Kriegsverbrechen sein soll, sagte Trump, weil die Iraner "Tiere" seien. Trump behauptet zudem, die USA hätten einen Regimewechsel in Iran hin zu einer moderateren Führung im Land erreicht.

Beobachter haben indes darauf verwiesen, dass nach der Tötung des iranischen geistlichen Oberhaupts, Ajatollah Ali Chamenei, kurz nach Ausbruch des Krieges, nun wohl die Revolutionsgarden größeren Einfluss hätten und diese radikaler seien. Offiziell ist der Sohn Chameneis, Motschtaba Chamenei, zum neuen geistlichen Oberhaupt ernannt worden. Er trat bislang aber nicht öffentlich in Erscheinung.

Juri Auel

Iran lehnt US-Vorschlag für Waffenstillstand offenbar ab – Trump beharrt auf Frist

Iran lehnt offenbar einen US-Vorschlag für einen Waffenstillstand ab. Das Land habe dem Vermittler Pakistan seine Antwort auf den Vorschlag zur Beendigung des Krieges mitgeteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA laut Reuters. Stattdessen betone die Regierung in Teheran die Notwendigkeit eines dauerhaften Kriegsendes. 

Die Antwort bestehe aus zehn Punkten. Dazu zählten ein Ende der Konflikte in der Region, ein Protokoll für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus, die Aufhebung von Sanktionen sowie der Wiederaufbau, heißt es weiter. 

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die von ihm gesetzte ​Frist für ein Abkommen mit Iran bis Dienstagabend als endgültig. Der iranische Vorschlag zur Beendigung der Kämpfe sei zwar bedeutsam, aber nicht gut genug, fügte er hinzu. 

Juri Auel

Israel spricht von intensiven Angriffen auf Irans Gasindustrie

Iran hat einen neuen Angriff auf die Gasindustrie am Persischen Golf gemeldet. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in der Küstenstadt Asalujeh in der Provinz Buschehr. Diese gilt als Herz der iranischen Gasindustrie. Bereits Mitte März war sie Ziel israelisch-amerikanischer Luftangriffe.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, die israelische Armee habe in Asalujeh „mit großer Intensität die größte petrochemische Anlage in Iran“ angegriffen. Dies sei geschehen, nachdem bereits in der vergangenen Woche die zweite zentrale Anlage angegriffen worden sei. „Nun sind beide Anlagen, die zusammen für rund 85 Prozent der petrochemischen Exporte Irans verantwortlich sind, außer Betrieb gesetzt und funktionieren nicht mehr“, hieß es weiter in der Mitteilung. Es handele sich um einen schweren wirtschaftlichen Schlag für den iranischen Machtapparat.

Das Gasfeld „South Pars“, das Iran und Katar ausbeuten, ist die weltweit größte bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Israel hatte bereits während des Zwölftageskrieges im Juni 2025 Anlagen auf dem Gasfeld angriffen. 

Auch weitere Bombardierungen im Landeszentrum wurden seitens Irans gemeldet. Ziel sei ein petrochemischer Komplex in der Stadt Marwdascht rund 45 Kilometer nordöstlich der Metropole Schiras gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. 

Juri Auel

Vier Tote nach Raketenangriff auf Haifa 

In der israelischen Hafenstadt Haifa sind vier Menschen getötet worden. Israelischen Medien zufolge schlug eine iranische Rakete in ein Wohnhaus ein. Die Leichen seien nach stundenlangen, intensiven Such- und Rettungsarbeiten aus den Trümmern geborgen worden, teilte das israelische Militär demnach mit. 

Juri Auel

Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter – Mehrere Verletzte 

Auch fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter. In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt, wie das zuständige Medienbüro auf X mitteilte.

In der Küstenstadt Fudschairah wurde nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM ein Gebäude eines Telekommunikationsunternehmens mit einer iranischen Drohne angegriffen. Es gebe keine Verletzten.

Das emiratische Verteidigungsministerium teilte am Nachmittag (Ortszeit) mit, an diesem Tag bislang zwölf ballistische Raketen, zwei Marschflugkörper und 19 Drohnen abgefangen zu haben. Dabei seien insgesamt vier Personen verletzt worden.

In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Vormittag (Ortszeit) im Norden des Landes Geschosse aus Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt.

Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe. Das Verteidigungsministerium teilte auf X mit, zwei Drohnen seien abgefangen worden. Der Ort wurde nicht genannt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Athen schoss eine griechische Patriot-Batterie eine Drohne in der saudischen Hafenstadt Janbu am Roten Meer ab. Die Entsendung der griechischen Patriot-Batterie nach Janbu geht auf eine bilaterale Vereinbarung zwischen Griechenland und Saudi-Arabien aus dem Jahr 2021 zurück.

Jordanien meldete darüber hinaus neun Vorfälle, die in Verbindung mit Angriffen standen. Das Militär habe mindestens zwei Drohnen abgefangen, eine dritte sei auf jordanischem Boden gelandet. Bei den Vorfällen seien zwei Personen verletzt worden. 

Katja Guttmann

Israel: Geheimdienstchef der Revolutionsgarde getötet

Iran hat im Krieg gegen Israel und die USA den Tod eines ranghohen Generals verkündet. In einer Mitteilung erklärte die Revolutionsgarde, dass der Leiter ihrer Geheimdienstabteilung, Generalmajor Majid ⁠Khademi, in den früheren Morgenstunden getötet worden sei. Weitere Details nannten die Revolutionsgarde nicht.

Den Tod Khademis bestätigte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz laut Times of Israel. Er sei vom Generalstabschef darüber informiert worden, dass die israelische Armee den Geheimdienstchef „ausgeschaltet“ habe, so Katz. Dieser sei unmittelbar verantwortlich für tödliche Raketenangriffe auf israelische Zivilisten.

Hans von der Hagen

Medien: Iran greift Großraum Tel Aviv mit Streumunition an 

Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv am Montagmorgen (Ortszeit) hat Iran nach israelischen Medienberichten offenbar Streumunition eingesetzt. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer. In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handele sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.

Auch im Norden habe es im Umkreis der Hafenstadt Haifa nach einem iranischen Angriff mit Streumunition rund zehn Einschlagsorte gegeben, berichtete ynet. Mehrere Autos seien in Brand geraten. In der Nacht waren in Haifa zwei Menschen tot aus einem Gebäude geborgen worden. Dieses war bei einem früheren Angriff von einer iranischen Rakete getroffen worden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte die iranischen Angriffe mit Streumunition auf israelische Städte zuletzt verurteilt. Diese könnten auch Kriegsverbrechen darstellen, hieß es in dem Bericht. „Der Einsatz von Streumunition durch Iran in dicht besiedelten Gebieten in Israel stellt eine vorhersehbare und langfristige Gefahr für Zivilisten dar“, sagte Patrick Thompson, Forscher für Krisen, Konflikte und Waffen bei Human Rights Watch. „Die Submunitionen von Streubomben werden über ein weites Gebiet verstreut, wodurch sie rechtswidrig unterschiedslos wirken und gegen das Kriegsvölkerrecht verstoßen.“

Katja Guttmann

VAE: Abkommen für Iran muss freie Fahrt durch Straße von Hormus garantieren

Ein Friedensabkommen im Krieg zwischen den USA und Iran muss nach Ansicht der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus garantieren. Die wichtigste Ölroute der Welt dürfe von keinem Land ​als Geisel genommen werden, sagt Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des VAE-Präsidenten. 

Ein Abkommen, das das iranische Atomprogramm sowie den Einsatz von Raketen und Drohnen ⁠nicht eindämme, bereite den Weg für einen noch gefährlicheren Nahen Osten, warnt er. Die VAE wollten zwar ein Ende des Krieges, lehnten aber einen Waffenstillstand ab, der die eigentlichen Ursachen der Instabilität ​ungelöst lasse, erklärt ​Gargasch weiter. 

Bericht: 13 Tote bei Angriff nahe Teheran - Vermittler drängen auf Waffenruhe

Bei einem Angriff auf ein Wohngebiet südöstlich von Teheran wurden mindestens 13 Menschen getötet. Dies meldet die iranische Nachrichtenagentur Fars. Unterdessen diskutieren die USA, Iran und regionale Vermittler weiter über eine mögliche 45-tägige Waffenruhe, die zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen könnte. Dies berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Insider aus den USA, Israel und der Region.

Iran: Straße von Hormus öffnet erst nach Kriegsentschädigung

Iran hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert. Die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge werde erst dann wieder geöffnet, "wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden", schrieb Mehdi Tabatabaei, für Kommunikation zuständiger Beamter im Büro des iranischen Präsidenten.

Das Marinekommando der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, wurde von iranischen Medien mit den Worten zitiert, die Straße von Hormus werde "niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel". Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.

Trump hatte der Führung in Teheran zuvor erneut mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte diese bis zum Dienstagabend US-Ostküstenzeit nicht einlenken. Tabatabaei entgegnete anschließend auf X, Trump habe aus "purer Verzweiflung und Wut" zu ordinären Beschimpfungen gegriffen. "Dieser Bastard-Narr hat in seinem Wahnsinn einen totalen Krieg in der Region entfacht" und prahle damit.

Die iranische UN-Mission schrieb auf X, Trump drohe erneut "offen damit, die für das Überleben der Zivilbevölkerung im Iran essenzielle Infrastruktur zu zerstören". Die internationale Gemeinschaft und alle Staaten seien "verpflichtet, solche grausamen Kriegsverbrechen zu verhindern. Sie müssen jetzt handeln. Morgen ist es zu spät", heißt es in dem Post der UN-Mission.

Trump droht Iran: Ölpreise klettern weiter

Die Ölpreise sind nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen in die Woche gestartet. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate legte zu.

Trump hatte der iranischen Führung zuvor erneut mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis Dienstagabend 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ am Mittwoch) nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus zwar zum dritten Mal zu verschieben. Doch die Drohungen werden schärfer.

"Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen", sagte Trump dem Wall Street Journal. Auf seiner Plattform Truth Social hatte der Präsident seiner Forderung an Iran auch mit Beleidigungen Nachdruck verliehen. "Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schrieb er in einem Post am Ostersonntag.

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