Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Israel spricht von intensiven Angriffen auf Irans Gasindustrie
Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter – Mehrere Verletzte
Israel: Geheimdienstchef der Revolutionsgarde getötet
Insider: Pakistan legt USA und Iran Plan für Kriegsende vor
Bericht: 13 Tote bei Angriff nahe Teheran - Vermittler drängen auf Waffenruhe
Iran lehnt US-Vorschlag für Waffenstillstand offenbar ab – Trump beharrt auf Frist
Iran lehnt offenbar einen US-Vorschlag für einen Waffenstillstand ab. Das Land habe dem Vermittler Pakistan seine Antwort auf den Vorschlag zur Beendigung des Krieges mitgeteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA laut Reuters. Stattdessen betone die Regierung in Teheran die Notwendigkeit eines dauerhaften Kriegsendes.
Die Antwort bestehe aus zehn Punkten. Dazu zählten ein Ende der Konflikte in der Region, ein Protokoll für die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus, die Aufhebung von Sanktionen sowie der Wiederaufbau, heißt es weiter.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die von ihm gesetzte Frist für ein Abkommen mit Iran bis Dienstagabend als endgültig. Der iranische Vorschlag zur Beendigung der Kämpfe sei zwar bedeutsam, aber nicht gut genug, fügte er hinzu.
Israel spricht von intensiven Angriffen auf Irans Gasindustrie
Iran hat einen neuen Angriff auf die Gasindustrie am Persischen Golf gemeldet. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in der Küstenstadt Asalujeh in der Provinz Buschehr. Diese gilt als Herz der iranischen Gasindustrie. Bereits Mitte März war sie Ziel israelisch-amerikanischer Luftangriffe.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, die israelische Armee habe in Asalujeh „mit großer Intensität die größte petrochemische Anlage in Iran“ angegriffen. Dies sei geschehen, nachdem bereits in der vergangenen Woche die zweite zentrale Anlage angegriffen worden sei. „Nun sind beide Anlagen, die zusammen für rund 85 Prozent der petrochemischen Exporte Irans verantwortlich sind, außer Betrieb gesetzt und funktionieren nicht mehr“, hieß es weiter in der Mitteilung. Es handele sich um einen schweren wirtschaftlichen Schlag für den iranischen Machtapparat.
Das Gasfeld „South Pars“, das Iran und Katar ausbeuten, ist die weltweit größte bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Israel hatte bereits während des Zwölftageskrieges im Juni 2025 Anlagen auf dem Gasfeld angriffen.
Auch weitere Bombardierungen im Landeszentrum wurden seitens Irans gemeldet. Ziel sei ein petrochemischer Komplex in der Stadt Marwdascht rund 45 Kilometer nordöstlich der Metropole Schiras gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim.
Vier Tote nach Raketenangriff auf Haifa
In der israelischen Hafenstadt Haifa sind vier Menschen getötet worden. Israelischen Medien zufolge schlug eine iranische Rakete in ein Wohnhaus ein. Die Leichen seien nach stundenlangen, intensiven Such- und Rettungsarbeiten aus den Trümmern geborgen worden, teilte das israelische Militär demnach mit.
Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter – Mehrere Verletzte
Auch fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter. In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt, wie das zuständige Medienbüro auf X mitteilte.
In der Küstenstadt Fudschairah wurde nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM ein Gebäude eines Telekommunikationsunternehmens mit einer iranischen Drohne angegriffen. Es gebe keine Verletzten.
Das emiratische Verteidigungsministerium teilte am Nachmittag (Ortszeit) mit, an diesem Tag bislang zwölf ballistische Raketen, zwei Marschflugkörper und 19 Drohnen abgefangen zu haben. Dabei seien insgesamt vier Personen verletzt worden.
In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Vormittag (Ortszeit) im Norden des Landes Geschosse aus Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt.
Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe. Das Verteidigungsministerium teilte auf X mit, zwei Drohnen seien abgefangen worden. Der Ort wurde nicht genannt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Athen schoss eine griechische Patriot-Batterie eine Drohne in der saudischen Hafenstadt Janbu am Roten Meer ab. Die Entsendung der griechischen Patriot-Batterie nach Janbu geht auf eine bilaterale Vereinbarung zwischen Griechenland und Saudi-Arabien aus dem Jahr 2021 zurück.
Jordanien meldete darüber hinaus neun Vorfälle, die in Verbindung mit Angriffen standen. Das Militär habe mindestens zwei Drohnen abgefangen, eine dritte sei auf jordanischem Boden gelandet. Bei den Vorfällen seien zwei Personen verletzt worden.
Israel: Geheimdienstchef der Revolutionsgarde getötet
Iran hat im Krieg gegen Israel und die USA den Tod eines ranghohen Generals verkündet. In einer Mitteilung erklärte die Revolutionsgarde, dass der Leiter ihrer Geheimdienstabteilung, Generalmajor Majid Khademi, in den früheren Morgenstunden getötet worden sei. Weitere Details nannten die Revolutionsgarde nicht.
Den Tod Khademis bestätigte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz laut Times of Israel. Er sei vom Generalstabschef darüber informiert worden, dass die israelische Armee den Geheimdienstchef „ausgeschaltet“ habe, so Katz. Dieser sei unmittelbar verantwortlich für tödliche Raketenangriffe auf israelische Zivilisten.
Medien: Iran greift Großraum Tel Aviv mit Streumunition an
Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv am Montagmorgen (Ortszeit) hat Iran nach israelischen Medienberichten offenbar Streumunition eingesetzt. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer. In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handele sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.
Auch im Norden habe es im Umkreis der Hafenstadt Haifa nach einem iranischen Angriff mit Streumunition rund zehn Einschlagsorte gegeben, berichtete ynet. Mehrere Autos seien in Brand geraten. In der Nacht waren in Haifa zwei Menschen tot aus einem Gebäude geborgen worden. Dieses war bei einem früheren Angriff von einer iranischen Rakete getroffen worden.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte die iranischen Angriffe mit Streumunition auf israelische Städte zuletzt verurteilt. Diese könnten auch Kriegsverbrechen darstellen, hieß es in dem Bericht. „Der Einsatz von Streumunition durch Iran in dicht besiedelten Gebieten in Israel stellt eine vorhersehbare und langfristige Gefahr für Zivilisten dar“, sagte Patrick Thompson, Forscher für Krisen, Konflikte und Waffen bei Human Rights Watch. „Die Submunitionen von Streubomben werden über ein weites Gebiet verstreut, wodurch sie rechtswidrig unterschiedslos wirken und gegen das Kriegsvölkerrecht verstoßen.“
VAE: Abkommen für Iran muss freie Fahrt durch Straße von Hormus garantieren
Ein Friedensabkommen im Krieg zwischen den USA und Iran muss nach Ansicht der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus garantieren. Die wichtigste Ölroute der Welt dürfe von keinem Land als Geisel genommen werden, sagt Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des VAE-Präsidenten.
Ein Abkommen, das das iranische Atomprogramm sowie den Einsatz von Raketen und Drohnen nicht eindämme, bereite den Weg für einen noch gefährlicheren Nahen Osten, warnt er. Die VAE wollten zwar ein Ende des Krieges, lehnten aber einen Waffenstillstand ab, der die eigentlichen Ursachen der Instabilität ungelöst lasse, erklärt Gargasch weiter.
Bericht: 13 Tote bei Angriff nahe Teheran - Vermittler drängen auf Waffenruhe
Bei einem Angriff auf ein Wohngebiet südöstlich von Teheran wurden mindestens 13 Menschen getötet. Dies meldet die iranische Nachrichtenagentur Fars. Unterdessen diskutieren die USA, Iran und regionale Vermittler weiter über eine mögliche 45-tägige Waffenruhe, die zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen könnte. Dies berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Insider aus den USA, Israel und der Region.
Iran: Straße von Hormus öffnet erst nach Kriegsentschädigung
Iran hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert. Die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge werde erst dann wieder geöffnet, "wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden", schrieb Mehdi Tabatabaei, für Kommunikation zuständiger Beamter im Büro des iranischen Präsidenten.
Das Marinekommando der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, wurde von iranischen Medien mit den Worten zitiert, die Straße von Hormus werde "niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel". Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.
Trump hatte der Führung in Teheran zuvor erneut mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte diese bis zum Dienstagabend US-Ostküstenzeit nicht einlenken. Tabatabaei entgegnete anschließend auf X, Trump habe aus "purer Verzweiflung und Wut" zu ordinären Beschimpfungen gegriffen. "Dieser Bastard-Narr hat in seinem Wahnsinn einen totalen Krieg in der Region entfacht" und prahle damit.
Die iranische UN-Mission schrieb auf X, Trump drohe erneut "offen damit, die für das Überleben der Zivilbevölkerung im Iran essenzielle Infrastruktur zu zerstören". Die internationale Gemeinschaft und alle Staaten seien "verpflichtet, solche grausamen Kriegsverbrechen zu verhindern. Sie müssen jetzt handeln. Morgen ist es zu spät", heißt es in dem Post der UN-Mission.
Trump droht Iran: Ölpreise klettern weiter
Die Ölpreise sind nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen in die Woche gestartet. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate legte zu.
Trump hatte der iranischen Führung zuvor erneut mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis Dienstagabend 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ am Mittwoch) nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus zwar zum dritten Mal zu verschieben. Doch die Drohungen werden schärfer.
"Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen", sagte Trump dem Wall Street Journal. Auf seiner Plattform Truth Social hatte der Präsident seiner Forderung an Iran auch mit Beleidigungen Nachdruck verliehen. "Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schrieb er in einem Post am Ostersonntag.
Bericht: Fünf Tote bei US-israelischem Angriff in Iran
Bei einem Angriff in der iranischen Stadt Ghom südlich von Teheran sind einem Agenturbericht zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Dies berichtet die halbstaatliche Nachrichtenagentur SNN unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur der Region.
Trump scheint Ultimatum erneut zu verschieben
US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis Dienstagabend nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus bereits zum dritten Mal zu verschieben. „Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen“, sagte Trump dem Wall Street Journal.
In einem fast zur gleichen Zeit mit dem Interview veröffentlichten Post auf der Online-Plattform Truth Social nannte Trump die Angabe Dienstagabend, 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit, lieferte jedoch keinen Kontext. Es liegt nahe, dass er sich damit auf die Frist an Teheran bezieht – diese würde damit nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zu Mittwoch ablaufen. Sein voriges Ultimatum wäre genau 24 Stunden früher abgelaufen.
Trump droht seit Längerem damit, iranische Kraftwerke sowie die iranische Infrastruktur anzugreifen, sollte Teheran nicht die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr öffnen oder einem Abkommen zustimmen. Vor rund eineinhalb Wochen hatte Trump noch von sehr guten und produktiven Gesprächen gesprochen und das Ultimatum deshalb zum zweiten Mal verschoben.
In den vergangenen Tagen wurde der Ton aber wieder rauer: Trump drohte in einer Ansprache an die Nation, Iran zurück in die „Steinzeit“ zu befördern. Kürzlich bombardierten die USA zudem die höchste Brücke des Landes, die „B1“ nahe Teheran.
Trump: In Iran vermisster US-Soldat gerettet und in Sicherheit
Das in Iran vermisste Besatzungsmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets ist laut Präsident Donald Trump gerettet und in Sicherheit. „Wir haben ihn“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. In den vergangenen Stunden habe das Militär „eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten ausgeführt“. Der vermisste Soldat sei „wohlbehalten“. In einem späteren Post teilte Trump dann mit, der Soldat sei schwer verwundet. Er dankte alle an dem Spezialeinsatz Beteiligten und kündigte für Montag eine Pressekonferenz mit dem Militär im Weißen Haus an.
Zuvor hatte es Medienberichte über Kämpfe in der Region gegeben. Der Kampfjet war in der Nacht zum Freitag über iranischem Territorium abgeschossen worden. Ein Besatzungsmitglied wurde rasch gefunden, das zweite war seither gesucht worden. Iran hatte ein Kopfgeld auf den Mann ausgesetzt und iranische Bürger aufgerufen, ihn lebend gefangenzunehmen. Es wäre ein symbolischer Sieg für Iran gewesen – und eine peinliche Niederlage für Trump. Der hatte zuletzt immer wieder großspurig behauptet, dass Iran praktisch kaum noch Militärkapazitäten habe.
Auf Truth Social ließ er verlauten: Der „tapfere Krieger“ habe sich hinter den feindlichen Linien in den tückischen Bergen Irans befunden und sei „von unseren Feinden gejagt“ worden. Diese seien ihm von Stunde zu Stunde nähergekommen. Alleine sei er allerdings nie gewesen: Die US-Armee hätte seinen Aufenthaltsort rund um die Uhr überwacht und seine Rettung geplant. Der Soldat habe Verletzungen davongetragen, aber es werde ihm wieder gut gehen. Dies sei das erste Mal in der Geschichte des Militärs, dass zwei US-Piloten getrennt voneinander tief im feindlichen Gebiet gerettet worden seien.










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