Die U-Bahn in Kyjiw steht still – zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges,. Selbst während intensiver Bombardements war auf sie bisher immer Verlass gewesen. Aber am Samstag ging nichts mehr – 500 Passagiere mussten evakuiert werden. Grund waren massive Stromausfälle, angeblich wegen einer »technischen Störung«, die das ganze Land betrafen.
Auch in der Hauptstadt waren ganze Wohnblöcke betroffen. Dieser Binnenflüchtling aus Mariupol packt seine Habseligkeiten.
Volodymyr Virchenko, Binnenflüchtling aus Mariupol
»Kein Strom, kein Wasser, keine Kanalisation, keine Heizung – es gibt nichts. Das Gebäude ist unbewohnbar.«
Und so sieht es im Keller des Gebäudes aus:
Tarak, Bewohner:
»Das sind alles Fäkalien ... alles, was aus den geplatzten Rohren gekommen ist – es ist alles hier unten.«
Ein beschädigtes Rohr konnten die Anwohner selbst ersetzen.
Tarak, Bewohner:
»Wie Sie sehen, sind die Rohre nicht isoliert. Also haben wir Heizgeräte und Gasflaschen gekauft. Wir heizen alle technischen Etagen mit Gasheizungen.«
Einige befürchten, dass selbst diese Bemühungen nicht ausreichen könnten.
Liudmyla Hrytsaienko, Bewohnerin
»Ich weiß nicht, ob wir Erfolg haben werden. Oder wir verabschieden uns von unserem Gebäude, unseren Wohnungen und erfrieren irgendwo im Wald. Wir haben keine andere Wahl.«
Russland hatte in den vergangenen Wochen verstärkt Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur geflogen. Nach einem Appell von US-Präsident Donald Trump hatte der Kreml sich bereit erklärt, von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes zeitweilig abzusehen. Die Frist läuft am heutigen Sonntag ab.

vor 2 Tage
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