Krank durch Windräder – Das ist wirklich dran an den Vorwürfen

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Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Stress: Skeptiker warnen seit Jahren vor den vermeintlichen Risiken von Windrädern. Nun haben Forscher Langzeitdaten ausgewertet – mit eindeutigem Ergebnis.

Windräder verursachen keine nachweisbaren Gesundheitsschäden – zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie unter Beteiligung der Universität Augsburg. Wie die Uni am Dienstag mitteilte, handelt es sich bei der über zwölf Jahre währenden Längsschnittuntersuchung um eine der bislang umfangreichsten Studien dieser Art und zu diesem Thema weltweit.

„Windkraftanlagen stehen immer wieder im Fokus gesundheitlicher Bedenken“, sagt Niklas Rott, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Gesundheitsökonomik der Uni Augsburg und Mitautor der Studie. Die bisherige Evidenz dazu sei jedoch teils uneinheitlich und oft durch kleine Stichproben oder rein korrelative Analysen begrenzt.

„Unsere Analysen unter Verwendung umfangreicher US-Haushaltsdaten zeigen keine messbaren negativen Gesundheitseffekte bei typischen Entfernungen zwischen Windrädern und Wohngebieten“, sagt Rott.

Die Studie nutzte laut Mitteilung Daten von rund 120.000 US-Haushalten aus den Jahren 2011 bis 2023. Sie vergleicht demnach Haushalte vor und nach der Installation nahe gelegener Windräder.

Die Arbeit verknüpft den Angaben zufolge Daten zu den Standorten von rund 75.000 Turbinen mit dem „NielsenIQ Ailments Survey“. Bei dieser Umfrage würden jährlich Selbstauskünfte von Haushalten zu Gesundheitsbeschwerden wie Depression, Angst und Kopfschmerzen erfasst.

Ergänzt werden diese Gesundheitsdaten laut Uni durch Informationen zum Kaufverhalten: „Wer nach der Windrad-Installation mehr Schlaftabletten oder Schmerzmittel kauft, hinterlässt objektive Spuren, die auf Gesundheitsprobleme hinweisen – unabhängig von subjektiven Einschätzungen.“

Insgesamt seien keine statistisch nachweisbaren Zusammenhänge bezüglich der Gesundheitsangaben oder des Kaufverhaltens einerseits und des Baus neuer Windräder andererseits feststellbar gewesen. Die aufgebrachte Zeit für Schlaf, Sport und Aufenthalte im Freien sei ebenso unverändert geblieben wie die Ausgaben für Alkohol, Tabak und allgemeine Medikamente.

Die Autoren betonen zugleich, dass lokale Belastungen wie Lärm, Schattenwurf oder visuelle Beeinträchtigungen die Lebensqualität beeinflussen und die Akzeptanz von Windkraftprojekten verringern könnten – auch ohne nachweisbare gesundheitliche Folgen.

KNA/vem

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