Wenn der VfB Stuttgart am Mittwochabend auf RB Leipzig trifft, werden Erinnerungen an den letzten Final-Einzug der Schwaben im DFB-Pokal wach. Auch wegen einer klaren Parallele.

Blick zurück: Nick Woltemade (re.) und Stuttgarts Helden von 2013. imago images (2)
Sechsmal stand der VfB Stuttgart in seiner Geschichte im Finale des DFB-Pokals, dreimal (1954, 1958, 1997) holten die Schwaben auch den Pott. Der letzte Final-Einzug liegt mittlerweile knapp zwölf Jahre zurück - und erinnert stark an die Gegenwart.
"Erst Berlin, dann Europa", titelte der kicker am 18. April 2013. Am Abend zuvor war der VfB hochverdient ins Finale eingezogen - dank eines 2:1-Heimsiegs gegen den SC Freiburg. Arthur Boka und Martin Harnik waren die gefeierten Torschützen, Alexandru Maxim für den kicker "Spieler des Spiels". Die Gastgeber standen defensiv kompakt, starteten immer wieder gefährliche Angriffe und erspielten sich ein klares Chancenplus.
Der SC Freiburg, die Überraschungsmannschaft der Saison 2012/13, ließ Durchschlagskraft vermissen. Die Breisgauer, die nur wenige Tage später in der Bundesliga erneut mit 1:2 in Stuttgart verlieren sollten, waren zum damaligen Zeitpunkt Fünfter - und sollten es auch am Saisonende sein. Der VfB war gerade mal Zwölfter - und damit sogar einen Platz schlechter als heute.
Weil sich Final-Gegner Bayern bereits über die Bundesliga für die Champions League qualifiziert hatte, war dem VfB die Europa-League-Teilnahme sicher. Erst 2015 schaffte der DFB die Regel ab, dass der Verlierer "nachrückt".
Aufholjagd in Berlin ungekrönt
5,8 Millionen Euro an Vermarktungserlösen nahm der VfB im Pokal ein. Cheftrainer Bruno Labbadia aber war vor allem ob des sportlichen Erfolgs "unglaublich glücklich". Er garantiere, die restlichen Spiele in der Liga nicht abschenken zu wollen. Der VfB aber wurde lediglich Zwölfter.
Die Euphorie unmittelbar nach dem Pokalsieg über Rivale Freiburg war dennoch groß. Die 1000 Final-Shirts mit der Aufschrift "Wir können alles. Auch Berlin." waren noch am Abend vergriffen und sollten noch vor dem Ende der Woche nachproduziert werden.
Labbadia hatte seinem Team vom "ersten Tag der Vorbereitung an" eingetrichtert, "wie schön der Pokal ist". In Berlin hätte der VfB dann beinahe Jupp Heynckes bei dessen Abschied aus München noch das Triple versaut. Die Aufholjagd beim 2:3 blieb allerdings ungekrönt.
msc