Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat das Ziel der EU infrage gestellt, bis 2050 klimaneutral zu sein. »Wir müssen wieder flexibler werden, uns nicht nur mit 100-prozentigen Lösungen zufriedengeben«, sagte Reiche laut Nachrichtenportal »Politico« am Montag bei der Energiekonferenz Ceraweek im texanischen Houston. Es müsse akzeptiert werden, »dass bis 2050 vielleicht noch eine Lücke von etwa fünf oder zehn Prozent bestehen könnte«.
Sie sei nicht gegen Nachhaltigkeit, doch wenn diese »die Wirtschaft zum Einsturz bringt, muss man umdenken«, sagte die Wirtschaftsministerin demnach. Unternehmen bräuchten bezahlbare Energie. »Wenn man strenge und starre Ziele hat, fesselt man sich selbst, und am Ende verliert man Industrien, die man braucht«, so Reiche. Und weiter: »Wir können es uns nicht leisten, unsere energieintensiven Industrien in Europa und Deutschland zu verlieren.«
Das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 ist der zentrale Punkt der gemeinsamen Klimapolitik der 27 EU-Staaten. Ab diesem Zeitpunkt soll in der EU höchstens so viel Treibhausgas ausgestoßen werden, wie auf andere Weise eingespeichert werden kann. Deutschland strebt laut Klimaschutzgesetz bereits Klimaneutralität bis 2045 an.
Reiche besuchte nach Angaben ihres Ministeriums am Montag und Dienstag die Ceraweek, die als wichtiges Branchentreffen der Öl- und Gasindustrie gilt. Die Ministerin werde unter anderem »bilaterale Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Energieunternehmen, internationalen Organisationen und Regierungen führen«, teilte ihr Haus mit.

vor 2 Stunden
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