Seit Beginn des Irankriegs, an dem die libanesische Hisbollah beteiligt ist, sind im Libanon mehr als eine Million Menschen auf der Flucht. Weitere fliehen nach Syrien.
24. März 2026, 15:33 Uhr Quelle: DIE ZEIT, epd, sko
Mehr als eine Million Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) seit Anfang März vor dem Krieg zwischen Israel und dem Iran sowie der proiranischen, islamistischen Hisbollah-Miliz innerhalb des Libanons auf der Flucht. Weitere 130.000 Menschen haben zudem die Grenze zu Syrien überschritten, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. Viele davon seien heimkehrende Syrerinnen und Syrer, die angesichts des Krieges nicht mehr im Libanon leben und arbeiten könnten.
Der andauernde Krieg im Nahen Osten führe zu immer mehr Vertreibungen und Grenzübertritten in der Region, schrieb die IOM. Dies setze die ohnehin schon gefährdeten Gemeinschaften zusätzlich unter Druck und verschärfe den humanitären Bedarf. Über 134.000 Menschen seien in 644 Sammelunterkünften untergebracht, schrieb die IOM. Die meisten lebten jedoch bei Verwandten und in Aufnahmegemeinden oder in Mietwohnungen, andere schliefen in Autos oder unter freiem Himmel. Viele seien vorsorglich vor den israelischen Truppen geflohen.
"Viele der Menschen auf der Flucht leben bereits unter prekären Bedingungen, und mit zunehmendem Druck wird auch der humanitäre Bedarf steigen", sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope. "Anhaltende internationale Unterstützung ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Menschen den Schutz und die Hilfe erhalten, die sie benötigen, wo auch immer sie sich befinden."
Krieg der USA und Israels weitet sich aus
Auch aus dem Iran flüchten Menschen der IOM zufolge nach Pakistan. Seit Anfang März seien über 6.700 Personen registriert worden, von denen die meisten demnach über den Grenzübergang Taftan-Mirjaveh einreisten. Bei der Mehrheit handele es sich um pakistanische Rückkehrer sowie um iranische Staatsangehörige mit gültigen Visa oder Einreisegenehmigungen.
Die USA und Israel hatten Ende Februar den Iran angegriffen und damit einen regionalen Krieg entfacht, von dem auch der Libanon betroffen ist. Die im Libanon beheimatete Terrormiliz Hisbollah ist einer der sogenannten Proxys des Iran, die bisher vom iranischen Regime in ihrem Kampf gegen Israel unterstützt wurden, und ihrerseits dem Iran gegen Israel und die USA helfen. Gegen die Hisbollah geht die israelische Armee im Südlibanon bereits seit Längerem vor.
Zuletzt hatte die israelische Armee angekündigt, ihre Angriffe auf mutmaßliche Hisbollah-Ziele im Süden des Libanon auszuweiten. Sie setzt dafür mittlerweile auch Bodentruppen ein. Dieser Einsatz ist höchst umstritten; eigentlich gilt zwischen Israel und dem Libanon eine Waffenruhe, die libanesische Regierung will die Miliz entwaffnen. Israel begründet die Kämpfe gegen die Hisbollah mit Selbstverteidigung. Auch Israels Verbündete hatten sich jedoch gegen eine Bodenoffensive ausgesprochen. Der rechtsradikale israelische Finanzminister Bezalel Smotrich äußerte zuletzt zudem völkerrechtswidrige Annexionspläne für den Südlibanon.
Den Krieg Israels und der USA gegen den Iran nannten auch deutsche Politiker wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zuletzt "völkerrechtswidrig". US-Präsident Donald Trump und die israelische Regierung sprechen von Selbstverteidigung. Die Bundesregierung äußerte sich bisher nicht eindeutig.
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