Klimapolitik: Katherina Reiche stellt EU-Klimaziel für 2050 infrage

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Die Bundeswirtschaftsministerin sagt, die Wirtschaft müsse Vorrang vor Klimazielen haben. Die angestrebte EU-Klimaneutralität bis 2050 sei womöglich nicht zu schaffen.

Aktualisiert am 24. März 2026, 15:56 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

 Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Energiekonferenz Ceraweek in Houston
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Energiekonferenz Ceraweek in Houston © Ronaldo Schemidt/​AFP/​Getty Images

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat das Ziel der EU infrage gestellt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Bei der Energiekonferenz Ceraweek im US-amerikanischen Houston sagte sie laut dem Nachrichtenportal Politico, man müsse "wieder flexibler werden" und sich nicht ausschließlich an "100-prozentigen Lösungen" orientieren. Es müsse akzeptiert werden, dass bis 2050 möglicherweise "noch eine Lücke von etwa fünf oder zehn Prozent" bleiben könne, zitierte das Portal die Politikerin.

In ihren Ausführungen betonte Reiche demnach mehrfach den Vorrang von Wirtschaftswachstum. Für Unternehmen sei bezahlbare Energie entscheidend, sagte die Ministerin. "Wenn man strenge und starre Ziele hat, bindet man sich selbst, und am Ende verliert man Industrien, die man braucht (…) und wir können es uns nicht leisten, unsere energieintensiven Industrien in Europa und in Deutschland zu verlieren", zitierte das Portal. Sie sei nicht grundsätzlich gegen Nachhaltigkeit. Wenn Nachhaltigkeit jedoch "die Wirtschaft zum Einsturz bringt", müsse man seine Strategie überdenken, sagte Reiche.

Das Vorhaben, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen, gilt als Kern der gemeinsamen Klimapolitik der 27 Mitgliedstaaten. Im vergangenen Jahr hatten sich die EU-Regierungen auf ein Zwischenziel geeinigt, die Emissionen der Union bis 2040 um bis zu 90 Prozent zu senken. Deutschland hat sich noch strengere Ziele gesetzt und strebt an, bis 2045 klimaneutral zu werden.

Nach Angaben ihres Ministeriums nahm Reiche am Montag und Dienstag an der Ceraweek teil, die als bedeutendes Treffen der Öl- und Gasbranche gilt. Geplant waren demnach unter anderem bilaterale Gespräche mit Vertretenden von Energieunternehmen, internationalen Organisationen und Regierungen.

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