Erstmals seit seinem Amtsantritt im vergangenen Mai leitet Papst Leo XIV. die Osterfeierlichkeiten im Vatikan. Am Freitag feiert er zunächst die Karfreitagsmesse im Petersdom (ab 17 Uhr), anschließend leitet er die Kreuzwegzeremonie (ab 21.15 Uhr). Er entschied sich dafür, bei der Prozession am Kolosseum, wenn mit Zehntausenden Gläubigen Jesu Leidensweg auf den Berg Golgotha nachgegangen wird, das Kreuz selbst zu tragen. In den Vorjahren hatte Papst Franziskus wegen seiner Gehbehinderung diese symbolische Geste anderen Gläubigen überlassen.
Franziskus war im vergangenen Jahr am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorben. Zuvor konnte der alte Papst am Ostersonntag vor seinem »Urbi et orbi« (Der Stadt und dem Erdkreis) nur noch ein paar wenige Sätze sagen.
Wieder mehr Wert auf Tradition und Würden
An diesem Sonntag werden die Bilder aus dem Vatikan anders sein. Zum ersten Mal seit 2013 wird ein neuer Pontifex den Ostersegen spenden: Papst Leo XIV., mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, geboren in den USA, 70 Jahre alt, ist seit seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken. In seinen ersten elf Monaten hat Leo deutlich werden lassen, dass er einiges anders machen will als sein Vorgänger, vor allem legt er deutlich mehr Wert auf Tradition und Würden.
So will er das Holzkreuz über alle 14 Stationen selbst tragen. Die Texte der Meditationen für die Feier wurden in diesem Jahr von dem Franziskaner Francesco Patton verfasst. Er war von 2016 bis 2025 Kustos im Heiligen Land und lebt jetzt am Berg Nebo in Jordanien. Die Texte dürften daher unter anderem auf die aktuellen Kriege in Nahost Bezug nehmen. Er wolle eine Stimme sein, die verkündet, dass Christus noch immer leidet, begründete Leo XIV. seine Entscheidung. »Auch ich trage all dieses Leid im Gebet und möchte alle Menschen guten Willens einladen, gemeinsam diesen Weg zu gehen und zu suchen, wie auch wir Friedensbotschafter sein können.«
Der Kreuzweg am Kolosseum gehört zu den stimmungsvollen Momenten der Osterfeierlichkeiten in Rom. Das alte Amphitheater wird mit Fackeln und Kerzen erleuchtet. Am Samstag feiert Leo XIV. dann den Gottesdienst zur Osternacht im Petersdom (ab 21 Uhr). Licht spielt auch da eine große Rolle. Ist die Basilika zunächst in Dunkelheit gehüllt, erhellt nach und nach das unter den Teilnehmern weitergegebene Licht der Osterkerze den barocken Kirchenraum. Am Sonntag folgt schließlich die feierliche Ostermesse auf dem mit Blumen geschmückten Petersplatz. Anschließend spricht Leo XIV. den wichtigen Segen »Urbi et orbi«. Traditionell geht er bei seiner Ansprache auf Konflikte und Krisen weltweit ein.

vor 2 Stunden
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