Russland führt offenbar groß angelegten Luftangriff aus
Die russische Armee hat gestern Abend nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe einen großen Luftangriff gestartet, der bislang andauert. Demnach befindet sich derzeit eine große Anzahl feindlicher Drohnen im ukrainischen Luftraum. Russland habe in den vergangenen 24 Stunden über 400 Langstrecken-Drohnen sowie zehn ballistische Raketen abgefeuert, sagte der Sprecher der Luftwaffe, Yurii Ihnat, im staatlichen Fernsehen. Ziele seien vor allem Gebiete nahe der Frontlinie gewesen.
Vor wenigen Tagen hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Waffenruhe über Ostern in den Raum gestellt. Russland hatte auf den Vorschlag ablehnend reagiert, man befürworte stattdessen ein umfassendes Friedensabkommen, sagte Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten.
Mindestens zwei Verletzte in Charkiw nach russischen Drohnenangriffen
Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, meldet zahlreiche russische Drohnenangriffe auf seine Stadt. Sie hätten den ganzen Tag angehalten, schreibt Terechow auf Telegram. Demnach gab es Angriffe auf vier Stadtteile der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Sie hätten mehrere Brände ausgelöst.
Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden, darunter ein achtjähriges Mädchen. Nach Behördenangaben schlugen mindestens 20 Drohnen in der Stadt ein. Weiter südlich in der Stadt Saporischschja beschädigten russische Drohnen nach Angaben des dortigen Gouverneurs Iwan Fedorow ein Hochhaus und ein Unternehmen.
Zwei Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden. In der südöstlichen Region Cherson habe Russland mit "Artillerie, Granatwerfern und Drohnen" angegriffen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Ein Mann sei getötet worden, als eine Drohne ein ziviles Fahrzeug getroffen habe. Bei Luftangriffen und Artilleriebeschuss seien außerdem 16 Menschen verletzt worden.
In der Region Tschernihiw habe eine ballistische Rakete Gebäude eines Unternehmens getroffen, teilte die Militärverwaltung mit. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden. Bei Angriffen auf die Stadt Druschkiwka in der ostukrainischen Region Donezk wurden laut Behördenangaben mindestens neun Menschen verletzt.

Beschädigter russischer Tanker im Mittelmeer "außer Kontrolle"
Ein Anfang März durch einen mutmaßlichen Angriff im Mittelmeer beschädigter russischer Tanker ist nach offiziellen libyschen Angaben "außer Kontrolle". Die libysche Hafen- und Seeschifffahrtsbehörde teilte mit, dass ein Abschleppversuch des zur russischen Schattenflotte gehörenden Tankers wegen schlechten Wetters gescheitert sei. Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde und bis zu fünf Meter hohen Wellen habe der Abschleppvorgang nicht stattfinden können. Andere Schiffe sollten sich von dem Tanker fernhalten, teilte die Behörde mit.
Der libysche Ölkonzern NOC hatte vor anderthalb Wochen mitgeteilt, die Arctic Metagaz werde in Zusammenarbeit mit dem italienischen Ölkonzern Eni in einen libyschen Hafen geschleppt. Eine Bewältigung dieser Umweltgefahr sei "vollkommen erreichbar". Die Behörden dagegen wollten ihn nicht an die libysche Küste schleppen. Nach russischen Angaben befanden sich Hunderte Tonnen Treibstoff sowie Gas an Bord. Laut den libyschen Behörden transportierte das Schiff Flüssiggas (LNG), das für Ägypten bestimmt war.
Am 3. März kam es an Bord des Tankers zu mehreren Explosionen. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Drohnen attackiert zu haben. Von ukrainischer Seite gibt es bislang keine Stellungnahme zu dem Vorfall.
Ukraine erobert Gelände bei Pokrowsk zurück
Die ukrainische Armee ist nordwestlich von Pokrowsk in der Region Donezk mehrere Kilometer weit bei Hryschyne vorgerückt. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht. Russische Truppen sind hingegen vereinzelt nördlich von Pokrowsk vorgestoßen, ohne die Kontrolle über das Gelände zu erlangen. In der Region Saporischschja sind ukrainische Truppen laut ISW westlich von Huljajpole entlang der Schnellstraße T-0814 vorgestoßen.
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Brand nach ukrainischem Drohnenangriff auf Ölraffinierie in Russland
In der russischen Teilrepublik Baschkortostan hat ein ukrainischer Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie nach russischen Angaben einen Brand ausgelöst. Der Chef der Republik Baschkortostan, Radi Chabirow, schrieb bei Telegram, dass es auf dem Gelände einer Fabrik brenne. Trümmer einer Drohne seien im Gewerbegebiet abgestürzt. Tote und Verletzte gab es demnach nicht.
Eine weitere Drohne traf den Angaben nach ein Wohnhaus. Mehrere weitere Drohnen seien im Anflug auf Barschkortosans Hauptstadt Ufa im Anflug abgewehrt worden.
Baschkortostan ist eine Teilrepublik am äußersten Ostrand des europäischen Teils Russlands, westlich des Uralgebirges, und liegt rund 1.400 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Vor Trumps Rede sprechen sich Merz und Starmer ab
Vor der Rede an die Nation von US-Präsident Donald Trump haben sich Bundeskanzler Friedrich Merz und der britische Premierminister Keir Starmer telefonisch über die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten abgestimmt. Die britische Regierung teilt mit, beide Regierungschefs hätten die Notwendigkeit hervorgehoben, den Sanktionsdruck auf Russland aufrechtzuerhalten. Zudem solle die sichere Schifffahrt in der Straße von Hormus gewährleistet werden.
Trump hat einem Medienbericht zufolge gedroht, die Hilfen für die Ukraine einzustellen, falls die Europäer nicht bei der Öffnung der Straße von Hormus helfen.
Selenskyj spricht mit Trump-Vertretern über Friedensprozess
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump über den Friedensprozess für sein Land gesprochen. Selenskyj schrieb auf X, von US-Seite seien der Sondergesandte Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Senator Lindsey Graham zugeschaltet gewesen. Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte nahm demnach an der Videoschalte teil.
"Die Ukraine schätzt jeden Einsatz Amerikas, einen würdigen Frieden zu schaffen", schrieb Selenskyj in Kyjiw. Man sei übereingekommen, dass die Teams in den kommenden Tagen weiter an einem Dokument über US-Sicherheitsgarantien für die Ukraine arbeiten. "Das ist, was den Weg zu einem zuverlässigen Ende des Krieges bahnen kann", sagte er. Vor der Besprechung mit den USA hatte sich Selenskyj mit dem britischen Premier Keir Starmer und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Store abgestimmt.
Zuletzt hatte der ukrainische Präsident von Druck der USA berichtet, die Ukraine solle – wie von Russland gefordert – ihre letzten Stellungen im Industrierevier Donbass aufgeben für einen Frieden. Kremlsprecher Dmitri Peskow forderte in Moskau, Selenskyj solle darüber heute (Mittwoch) eine Entscheidung fällen.
Vier Tote nach Explosion einer Drohne in der Ukraine
In der Zentralukraine sind nach einer Drohnenexplosion vier Menschen getötet worden. Sie haben sich einer abgestürzten Drohne aus Neugier genähert, wie die Staatsanwaltschaft des Gebiets Tscherkassy mitteilte.
Der Flugkörper sei während eines Luftalarms im Landkreis Solotonoscha auf offenem Gelände außerhalb von Ortschaften herabgestürzt. Nach Angaben von Gouverneur Ihor Taburez handelte es sich um eine russische Drohne.

Russland lehnt Waffenruhe über Ostern ab
Die russische Regierung hat einen ukrainischen Vorschlag für eine Waffenruhe zu Ostern zurückgewiesen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, begründete das Ablehnen mit der Unterstellung, dass es der Ukraine lediglich darum gehe, Verluste des Militärs auszugleichen, die Armee neu zu gruppieren und die ukrainischen Streitkräfte auf die Fortsetzung der Kämpfe vorzubereiten. Der Vorschlag sei aus russischer Sicht eine PR-Aktion.
Selenskyj hatte zuvor angekündigt, er wolle US-Vermittler bitten, Russland das ukrainische Angebot für eine Oster-Waffenruhe bei Angriffen auf die Energie-Infrastruktur zu übermitteln. "Wenn sie uns angreifen, werden wir antworten. Wenn sie zustimmen, die Angriffe auf unsere Energie-Infrastruktur einzustellen, werden wir dies ebenfalls tun", sagte Selenskyj. Die russische Führung hatte wiederum mitgeteilt, ihr lägen keine detaillierten Vorschläge vor.

Vier Tote nach russischem Angriff auf Tscherkassy
Bei einem russischen Drohnenangriff in der zentralukrainischen Region Tscherkassy sind vier Menschen getötet worden. Das teilte der Gouverneur der Region, Ihor Taburez, über Telegram mit. Der Angriff dauere noch an. Er forderte die Einwohner auf, Schutz zu suchen.

Russische Ölexporte über die Ostsee nach ukrainischen Angriffen gestoppt
Infolge ukrainischer Drohnenangriffe sind die Öl- und Flüssigerdgas-Exporte aus den russischen Ostsee-Häfen Primorsk und Ust-Luga finnischen Angaben zufolge gestoppt worden. Wie die finnische Grenzschutzbehörde, die den Schiffsverkehr in der Region überwacht, mitteilte, steht die Verladung auf Tanker seit gut einer Woche weitgehend still. Derzeit würden nur "einzelne Schiffe" die beiden Ölhäfen verlassen, sagte Mikko Hirvi, Leiter der Abteilung für maritime Sicherheit beim finnischen Grenzschutz, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Es hatte zuletzt mehrere ukrainische Angriffe auf die Häfen gegeben, am Dienstag wurde etwa zum fünften Mal innerhalb von zehn Tagen Ust-Luga getroffen.

Ukrainische Einheiten rücken bei Pokrowsk und Kupjansk vor
In den Regionen Donezk und Charkiw sind ukrainische Streitkräfte bei den umkämpften Städten Pokrowsk und Kupjansk vorgerückt. Das teilte das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht mit. Demnach belegen geolokalisierte Aufnahmen ukrainische Vorstöße innerhalb von Siedlungen am Rand der jeweiligen Städte. Bei Pokrowsk wehrten sich die ukrainischen Kräfte gegen mehrfache russische Angriffe nordwestlich der Stadt.
Auch russische Kräfte drangen in der Region Donezk vor. Im Südosten der Stadt Kostjantyniwka sowie am östlichen Stadtrand stießen sie vor. An mehreren anderen Stellen kam es zu weiteren intensiven Angriffen im Rahmen der russischen Frühlingsoffensive.
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Selenskyj kündigt Videogespräch mit US-Vertretern zu möglichen Friedensbedingungen an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für morgen ein Videogespräch mit hochrangigen US-Vertretern angekündigt. Die US-Seite habe darum gebeten, sagte Selenskyj. Auf US-amerikanischer Seite sollen demnach der Sondergesandte Steve Witkoff, Trumps Berater Jared Kushner und Senator Lindsey Graham teilnehmen; die Ukraine wird von Selenskyj selbst und dem Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, vertreten. Es gehe darum, "wo wir stehen" und wie nah ein dreiseitiges Treffen mit Russland sei.
Die Ukraine sei bereit, eine Waffenruhe dort zu vereinbaren, wo sie sich derzeit befinde, sagte Selenskyj. Das sei eine starke Kompromisssituation für eine diplomatische Lösung. Russland habe den USA nach Selenskyjs Angaben neue Fristen für seine Kriegsziele genannt: Die ukrainischen Streitkräfte sollen sich binnen zwei Monaten aus dem Donbass zurückziehen, dann ende der Krieg. Andernfalls wolle Russland das Gebiet militärisch einnehmen und dann neue Bedingungen stellen. Selenskyj wies das zurück: "Wenn ihr Ziel nur der Donbass ist, warum sagen sie dann, dass sie weiter vorrücken werden?"
Selenskyj: Orbán blockiert EU-Kredit, um Russland zu gefallen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán beschuldigt, den von der EU beschlossenen Hilfskredit in Höhe von 90 Milliarden Euro zu blockieren, "um Russland zu gefallen". Den Vorwurf erhob Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas in Kyjiw. Orbán verzögere damit dringend nötige Reparaturen an von Russland beschädigter Infrastruktur, die mit fünf Milliarden Euro aus dem Paket hätten finanziert werden sollen.
„"Und das alles nur, weil eine Person in Europa sich gegen ganz Europa stellt, nur um Moskau zu gefallen."“
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der UkraineHintergrund ist ein Streit über die Druschba-Pipeline, durch die russisches Öl über die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei fließt. Die Pipeline wurde im Januar bei einem mutmaßlich russischen Angriff beschädigt, Orbán verlangt ihre Öffnung als Bedingung für seine Zustimmung. Nach Angaben der Ukraine dauern die Reparaturen noch an.
60 der 90 Milliarden Euro sollen demnach in die ukrainische Armee fließen, um deren Kampffähigkeit in den Jahren 2026 und 2027 zu sichern. Selenskyj zeigte sich trotz des ungarischen Vetos zuversichtlich, dass die EU noch eine Lösung findet: "Europa denkt über eine Alternative nach und hat Ideen. Ich glaube, dass sie eine Lösung finden werden."

vor 2 Stunden
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