Irans Nuklearprogramm: Irans Außenminister führt in Genf Gespräche mit IAEA-Chef

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In der Schweiz will Irans Außenminister Araghtschi mit IAEA-Chef Grossi über das Nuklearprogramm seines Landes sprechen. Auch Vertreter von USA und Oman sind angereist.

Aktualisiert am 16. Februar 2026, 8:27 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

 IAEA-Chef Rafael Grossi und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Treffen in Teheran im vergangenen April
IAEA-Chef Rafael Grossi und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Treffen in Teheran im vergangenen April © Iranian Foreign Ministry/​imago images

Angesichts des anhaltenden Streits um sein Nuklearprogramm will der Iran hochrangige Gespräche mit der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA führen. Außenminister Abbas Araghtschi kündigte auf X eine "tiefgehende technische Diskussion" mit IAEA-Chef Rafael Grossi in Genf an. Begleitet wird er demnach von iranischen Atomexperten.

Araghtschi war am Sonntag für die nächste Verhandlungsrunde mit den USA in die Schweiz gereist. Anfang Februar hatten beide Staaten nach militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Golfstaat Oman einen neuen Dialog begonnen. Auch in Genf vermittelt der omanische Außenminister Badr al-Bussaidi. Die Schweiz wird von der iranischen Regierung als neutraler Vermittler geschätzt. 

Das iranische Regime will dabei ausschließlich über sein Atomprogramm und die Aussetzung von Sanktionen verhandeln. Die USA und Israel fordern aber auch Gespräche über das Raketenprogramm sowie die iranische Unterstützung für Milizen in Nahost, darunter die Hisbollah im Libanon und die islamistische Hamas im Gazastreifen.

USA bombardierten 2025 zentrale Nuklearanlagen

Nach Israels Krieg gegen das Land im vergangenen Jahr hatten sich die Beziehungen zwischen der iranischen Führung und der IAEA deutlich verschlechtert. Die USA – die neben China und Japan zu den wichtigsten Beitragszahlern der Einrichtung gehören – schlossen sich den Angriffen gegen den Iran an und bombardierten zentrale Nuklearanlagen, darunter auch Urananreicherungsanlagen. Trump teilte anschließend mit, die Anlagen seien vollständig "zerstört". Unklar blieb jedoch der Verbleib von rund 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran.

Der Iran schränkte den Zugang von Inspekteuren der IAEA daraufhin ein. Einige Mitglieder der iranischen Führung kritisierten, IAEA-Chef Grossi habe sich nicht kritisch genug zur Bombardierung iranischer Atomanlagen geäußert. Erst im September 2025 einigte sich das Regime in Teheran mit der IAEA auf die Wiederaufnahme von Kontrollen. In welchem Umfang diese erfolgen und ob sie derzeit stattfinden, ist unklar.

Neben dem internationalen Druck führte der Widerstand gegen das iranische Regime zuletzt auch zu den größten Massenprotesten seit Jahren. Die staatlichen Einsatzkräfte gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor – die Menschenrechtsorganisation Hrana konnte über 7.000 Tote bestätigen, Tausende weiterer Fälle werden noch geprüft. Trotzdem gab es am vergangenen Wochenende Berichte über Sprechchöre von Protestierenden im Iran. Weltweit wurde in Solidarität demonstriert, allein in München versammelten sich 250.000 Menschen gegen das iranische Regime.

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