Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Donald Trumps Ultimatum läuft: Er gibt Iran Zeit bis Dienstagmorgen (MEZ), um die Straße von Hormus wieder vollständig zu öffnen – sonst würden die USA Kraftwerke zerstören.
- Iran reagiert mit Gegendrohungen: Man werde in diesem Fall US-Energieanlagen in der Region angreifen und die Meerenge komplett schließen.
- Israel greift derweil weiter Ziele in Iran an und rechnet damit, dass sich der Krieg noch wochenlang hinzieht.
- Gleichzeitig kündigt Israel eine Ausweitung der Bodenoffensive im Libanon an.
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Israel will Bodeneinsatz im Libanon ausweiten
Israels Armee hat eine Ausweitung ihrer Bodeneinsätze gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt. »Der Einsatz gegen die Terrororganisation Hisbollah hat gerade erst begonnen«, erklärte Armeechef Ejal Samir. Es handele sich einen »langwierigen Einsatz«. Die Armee bereite sich nun darauf vor, »die gezielten Bodeneinsätze und Angriffe entsprechend einem organisierten Plan voranzutreiben«.
Ein Armeesprecher ergänzte, die Ausweitung der Bodeneinsätze werde in der kommenden Woche beginnen. Der libanesische Präsident Joseph Aoun hatte angesichts einer neuen israelischen Angriffswelle auf Stellungen der Hisbollah-Miliz zuvor vor einer israelischen Bodenoffensive im Süden des Landes gewarnt.
Luftangriffe auf pro-iranische Miliz im Irak
Eine proiranische Miliz im Irak ist am Sonntag zum Ziel von Luftangriffen geworden. Bei den Angriffen seien Stellungen des Netzwerks Hasched al-Schaabi südlich von Bagdad attackiert worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Verletzt worden sei niemand.
Auch der Flughafen in Bagdad wurde am Sonntag erneut angegriffen. Die Angriffe richteten sich nach Angaben eines irakischen Sicherheitsvertreters wie schon in der Nacht zum Sonntag gegen ein diplomatisches und logistisches Zentrum der USA am internationalen Flughafen der irakischen Hauptstadt. Es seien vier Explosionen zu hören gewesen. In der Nacht waren demnach mehrere Raketen in der Nähe der US-Einrichtungen eingeschlagen.
Israels Militär rechnet noch mit wochenlangen Kämpfen
Das israelische Militär geht davon aus, dass die Kämpfe gegen Iran und die Hisbollah-Miliz noch Wochen andauern werden. Zu den schweren Treffern iranischer Raketen im Süden Israels erklärte ein Militärsprecher, es seien zwar mehr als 90 Prozent der anfliegenden Raketen abgefangen worden – die Luftverteidigung biete jedoch keinen hundertprozentigen Schutz.
Derzeit werde untersucht, warum die Abwehrsysteme am Samstagabend iranische Raketen nicht abfangen konnten. Bei den Angriffen auf die Städte Arad und Dimona waren mehr als 160 Menschen verletzt worden.
Wann Trumps 48-Stunden-Ultimatum genau abläuft
Donald Trump hat Iran ultimativ aufgefordert, die Straße von Hormus nicht länger für den Schiffsverkehr zu blockieren. Sollte Iran die Meerenge nicht wieder öffnen, »werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören«, hatte Trump in einer Nachricht auf seinem Onlinedienst Truth Social gedroht.
Trumps Erklärung wurde am Samstag um 20.44 Uhr (Ortszeit, Sonntag 1.44 Uhr MEZ) veröffentlicht. Das Ultimatum gelte »ab genau diesem Zeitpunkt«, schrieb er. Demnach läuft die Frist am Dienstag um 1.44 Uhr MEZ ab. Die US-Streitkräfte würden dann zuerst das größte iranische Kraftwerk angreifen, drohte Trump.
Chef der Internationalen Atomenergiebehörde setzt auf neue Verhandlungen
»Selbst in der dunkelsten Stunde dürfen wir niemals die Hoffnung verlieren«: Trotz der eskalierenden Gewalt und der gegenseitigen Angriffe setzt Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), auf neue Gespräche zwischen den Kriegsgegnern Iran und USA.
Weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm seien trotz des Kriegs »unumgänglich«, sagte Grossi im Interview mit dem US-Sender CBS News. Das iranische Atomprogramm sei durch die Angriffe zwar zurückgeworfen worden, doch die grundlegenden Kenntnisse, die es in Iran gebe, könne man nicht wegbomben: »Sie besitzen die Fähigkeiten, das Wissen und die industriellen Ressourcen. Deshalb müssen wir zurück an den Verhandlungstisch.«
Auf die Frage, woher er seine Hoffnung auf solche Gespräche nehme, antwortete der Atomexperte, er habe »im Weißen Haus und auch mit Iran wichtige Gespräche geführt. Es bestehen Kontakte, und wir hoffen, diese Verbindung wiederherstellen zu können.«
Liebe Leserinnen und Leser,
der US-israelische Krieg gegen Iran geht in die vierte Woche. Der SPIEGEL begleitet die Ereignisse weiterhin mit einem Liveblog. Wir berichten aus dem Hamburger Newsroom und unseren Korrespondentinnen- und Korrespondentenbüros weltweit. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.

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