Vorwürfe gegen Christian Ulmen Fahri Yardım bricht sein Schweigen – und übt Selbstkritik
»Verspätet. Unvollständig«: Ulmen-Freund Fahri Yardım äußert sich nach tagelangem Schweigen per Social-Media-Post zum Fall Collien Fernandes. Und erfährt trotz erkennbarer Selbstkritik deutlichen Gegenwind.
22.03.2026, 22.45 Uhr
Schauspieler Yardım: »Ich konnte nicht anders«
Foto: Annette Riedl / picture alliance / dpaDreieinhalb Tage ist es her, dass der SPIEGEL die Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen veröffentlicht hat . Es geht um digitale sexualisierte Gewalt, um Deep Fakes und Onlinemissbrauch. Ulmen hat sich zu einem umfangreichen Fragenkatalog nicht geäußert, seine Anwälte kritisieren die Berichterstattung. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Geäußert haben sich dagegen zahlreiche Prominente – in den allermeisten Fällen mit Solidaritätsadressen für Collien Fernandes und mit Anerkennung für ihren Mut, ihr jahrelanges Martyrium öffentlich zu machen und damit auf das Problem sexualisierter digitaler Gewalt hinzuweisen.
Lesen Sie hier die Titelstory zu den umfassenden Recherchen des SPIEGEL.
Am Sonntagabend hat sich, nach tagelangem Schweigen, auch Fahrid Yardım zu Wort gemeldet. Er spielte von 2017 bis 2023 neben Fernandes und Ulmen in der Serie »Jerks« mit, drehte mit Ulmen Werbespots für die Telekom. In einem langen Instagram-Post nimmt er jetzt erstmals Stellung zu dem Skandal – »verspätet« und »unvollständig«, wie er selbst einräumt, denn: »Ich bin genauso geschockt wie viele andere.«
»Ich brauchte Zeit«
Ihm sei bewusst, dass sein Zögern, sich öffentlich zu positionieren, »nicht neutral ist«, schreibt Fahrid Yardım: »Es hat Wirkung. Es beeinflusst, welche Deutungen Gewicht bekommen«. Er wisse, dass solches Zögern in der Vergangenheit oft dazu beigetragen habe, dass Betroffenen von sexualisierter digitaler Gewalt nicht geglaubt wurde. »Und trotzdem: Ich konnte nicht anders. Ich brauchte Zeit.«
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Der Schauspieler schreibt, er versuche deutlich zu machen, »was es bedeutet, wenn sich solche Abgründe im engen Freundeskreis auftun. Wie besonders der Schock gerade dort ist.« Gleichzeitig verstehe er, dass sein Zögern »und das Ausbleiben einer rechtzeitigen Position« selbst bereits eine Position sei. Das habe reale Folgen, denen er sich nicht nur gedanklich, sondern auch praktisch stellen wolle.
Colliens Fernandes habe seine »volle Solidarität« dafür, »wie sie ihre persönliche Geschichte in eine Kraft übersetzt, die echte strukturelle Veränderung möglich macht«. Während manche Follower – etwa Cathy Hummels – Yardıms Stellungnahme ausdrücklich lobten, kritisierten andere seine Worte: Yardım habe »viel gesagt, ohne tatsächlich Stellung zu beziehen. Schade.« Andere vermuteten, er habe den Text von einer KI schreiben lassen.
Der Schauspieler reagierte noch am Sonntagabend auf die kritischen Kommentare. »Es stimmt, der Text ist verkopft«, schrieb er. Der Text sei »auch Ausdruck meiner Überforderung«. Er werde sich wieder melden, »wenn ich mein Herz wiedergefunden hab.«

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