Am Sonntag gibt es in Rheinland-Pfalz zwischen CDU und SPD vermutlich eine Showdown-Situation. Darauf deuten Umfragen hin. Die Christdemokraten mit Spitzenkandidat Gordon Schnieder kommen im ZDF-„Politbarometer“ auf 29 Prozent. Das sind zwei Punkte mehr als die regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD). Beide Parteien konnten gegenüber der Vorwoche jeweils einen Punkt zulegen.
Bei der Wahl 2021 hatte die SPD mit 35,7 Prozent noch weit vor der CDU mit 27,7 Prozent gelegen. In den Umfragen für die Wahl führte die Union dann lange mit großem Abstand, inzwischen ist der Vorsprung aber zusammengeschmolzen.
Die Wahl in Rheinland-Pfalz hat auch bundespolitische Bedeutung, da nur ein Partner der schwarz-roten Berliner Koalition als Sieger vom Platz gehen kann. Die Rechnung, die viele in der schwarz-roten Koalition vor den beiden Landtagswahlen im März aufgemacht hatten, ist nicht aufgegangen: Die CDU gewinnt in Baden-Württemberg, die SPD in Rheinland-Pfalz, und alle sind einigermaßen zufrieden – dieses Szenario hat sich mit der krachenden Niederlage beider Berliner Regierungsparteien in Baden-Württemberg erledigt.
AfD erreicht im „Politbarometer“ 19 Prozent
Auf Platz drei liegt in der ZDF-Umfrage die AfD mit 19 Prozent. Deutlich dahinter folgen die Grünen mit neun Prozent. Beide Parteien bleiben im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Linke mit aktuell 5 Prozent (unverändert) und die Freien Wähler mit 4,5 Prozent (minus 0,5 Punkte) müssen um den Einzug in den Landtag bangen. Die anderen Parteien kommen zusammen auf 6,5 Prozent (minus 1,5).
Bei der Frage, wen man am liebsten als Ministerpräsidenten hätte, liegt SPD-Regierungschef Schweitzer mit 40 Prozent klar vor CDU-Mann Schnieder, der auf 25 Prozent kommt. AfD-Spitzenkandidat Jan Bollinger liegt bei zehn Prozent. Der Regierungschef wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern vom Landtag.
Auch Umfragen anderer Institute ließen zuletzt ein enges Rennen zwischen CDU und SPD erwarten. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“-Zeitung lagen die Christdemokraten zuletzt mit 28 Prozent einen Punkt vor den Sozialdemokraten.
Ähnlich sah es vergangene Woche in einer ARD-Umfrage von Infratest dimap aus: CDU 29 Prozent, SPD 28 Prozent. Aktuell regiert in Mainz eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. Letztere wird in der aktuellen ZDF-Befragung nicht separat ausgewiesen – was bedeutet, dass sie dort unter drei Prozent liegt.
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.
Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. (lem/dpa)

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