Ein iranisches Gericht hat eine Haftstrafe gegen Narges Mohammadi verhängt. Es wirft der Friedensnobelpreisträgerin eine "Absprache zur Begehung von Straftaten" vor.
8. Februar 2026, 17:37 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, sc
Im Iran ist die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi nach Angaben ihres Anwalts zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht habe sie wegen "Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten" zu der Haftstrafe verurteilt, teilte der Anwalt mit. Außerdem habe das Gericht ein zweijähriges Ausreiseverbot gegen Mohammadi verhängt.
Demnach wurde Mohammadi darüber hinaus wegen "Propaganda-Tätigkeiten" zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Sie soll für zwei Jahre in die Stadt Chosf in der ostiranischen Provinz Süd-Chorasan verbannt werden. Nach iranischem Recht werden mehrere Einzelstrafen nicht zu einer Gesamtstrafe addiert, sondern gleichzeitig vollstreckt.
Mohammadi war im Dezember 2025 festgenommen worden. Ihr Anwalt äußerte die Hoffnung, dass sie aufgrund gesundheitlicher Probleme vorübergehend "gegen Kaution freigelassen werden könnte, um sich behandeln zu lassen". Das Urteil sei zudem noch nicht rechtskräftig und könne noch angefochten werden.
Mehrere Herzinfarkte in Haft
Vergangenes Jahr war die Nobelpreisträgerin aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus ihrer Haft im Evin-Gefängnis bei Teheran freigelassen worden. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen hatte Mohammadi während ihrer Haft mehrere Herzinfarkte erlitten. 2022 habe sie sich einer Notfalloperation unterziehen dürfen. Wie sie selbst Ende November angab, durfte sie den Iran nicht mehr verlassen.
Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. 2023 wurde sie für ihren Einsatz für Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend ihre beiden Kinder entgegen.

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