Das US-Robotaxiunternehmen Zoox hat 105 seiner Fahrzeuge zurückgerufen. Grund ist ein sicherheitsrelevantes Software-Problem: Die Software erkannte dichten Rauch nicht.
Am 20. Juni sei ein Fahrzeug von Zoox in eine Straße eingebogen, in der es gebrannt habe und die mit Rauch gefüllt gewesen sei, heißt es in dem Bericht zu dem Rückruf (PDF), den die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) herausgegeben hat. Der Rauch habe den Ort des Feuers verschleiert, die Gefahrenstelle sei nicht abgesperrt gewesen. Das geschah, weil die Sensoren des Fahrzeugs den dichten Rauch nicht erkannten.
Keine Passagiere an Bord
Das Fahrzeug bremste dann scharf ab und kam zum Stillstand. Ein Telefahrer von Zoox manövrierte es schließlich rückwärts weg von der Gefahrenstelle. Passagiere waren zu dem Zeitpunkt nicht an Bord, auch sonst wurde kein Mensch durch den Vorfall beeinträchtigt.
Der Vorfall ereignete sich in Las Vegas. Daneben hat Zoox seine Fahrzeuge noch in San Francisco im Einsatz. Pilotprojekte laufen in Miami und Austin, Tests in sechs weiteren US-Städten.
Zoox leitete daraufhin eine Untersuchung ein. Dabei kam heraus, dass es der einzige Vorfall dieser Art war. Daneben hat das Unternehmen ein Update für die Software entwickelt. Damit sollen die Robotaxis Rauch besser erkennen und angemessen darauf reagieren können – in eine Straße mit einem Brand einzufahren, gefährdet schließlich ja nicht nur Fahrgäste, sondern behindert auch Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit.
Kritik von der NHTSA
Auch wenn es sich bei Zoox um einen Einzelfall handelte, stören autonome Fahrzeuge öfter Rettungsmaßnahmen: Die NHTSA habe in den vergangenen Monaten „zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen autonome Fahrzeuge in aktive Einsatzstellen hineinfuhren, den Weg von Rettungswagen und Feuerwehrfahrzeugen versperrten oder grundlegende Sicherheitsmerkmale wie Blaulichter, Leuchtsignale, Rauch, Feuer und Verkehrskegel nicht erkannten und nicht darauf reagierten“, schreibt NHTSA-Direktor Jonathan Morrison in einem Aufruf an die Entwickler autonomer Fahrzeuge (PDF).
„Das ist nicht akzeptabel. Um es ganz klar zu sagen: Ein autonomes Fahrzeug, das nicht sicher mit Einsatzkräften interagieren kann, ist eine Gefahr für die Allgemeinheit“, betonte Morrison.
Er forderte Entwickler wie Betreiber autonomer Fahrzeuge auf, sich dieses Problems sofort anzunehmen. Morrison hat ihnen eine Frist bis Ende des Monats gesetzt, der NHTSA die jeweilige Lösung zu präsentieren.
(wpl)










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