Andreas Wolff, Juri Knorr: Die deutschen Stars fordern Dänemark im Finale
Foto: Sina Schuldt / dpa
Hoppla, auf einmal wird sogar Bundeskanzler Friedrich Merz interviewt. Er ist in Herning in der Halle und löst damit nach eigener Aussage ein Versprechen an Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Fredriksen ein: Wenn Deutschland im Finale sei, werde er sich das Spiel anschauen. Ich weiß nicht, ob das so ein Kompliment für den Handball ist.
Wenn man sich den bisherigen Turnierverlauf Dänemarks anschaut, sieht man schnell: Es wird eine bärenstarke Defensive brauchen. Überhaupt erst einmal warfen die Dänen und Superstar Gidsel weniger als 30 Tore – bei der einzigen Niederlage, im Gruppenspiel gegen Portugal. Gegen Kroatien konnten die Deutschen sich auf ihre Abwehr verlassen. Heute fällt Justus Fischer, im Halbfinale mit seinen zahlreichen Blocks ein wichtiger Faktor, aufgrund eines Infektes aus – dafür ist Tom Kiesler wieder an Bord. In Sachen Stabilität wahrscheinlich ein Nullsummenspiel.

Im bisherigen Turnierverlauf hatte Deutschland meist eine Schwächephase in den Spielen zu überstehen: Mal stimmte die Wurfquote nicht, mal gab es wenig Paraden, mal fehlte das Tempospiel. Um heute eine Chance zu haben, braucht es durchgängig eine Topleistung. Cedric, worauf wird es insbesondere ankommen?

Bundestrainer Alfred Gislason sagt im ZDF, sein Team habe in der Hauptrunde gegen Dänemark gut gespielt, aber dann den Faden verloren. Ein Hauptpunkt bei der Vorbereitung auf das Finale dürfte die Treffsicherheit gewesen sein. Beim jüngsten Aufeinandertreffen sei die Wurfausbeute zu schlecht gewesen, sagt der Bundestrainer: 23 Fehlwürfe waren einfach zu viel.
Moin Benjamin! Ich glaube, diese Hoffnung muss sich niemand machen – im Zweifel fehlt es den Dänen auch nicht an Kadertiefe, um den Kräfteverschleiß auszugleichen. Zumal das deutsche Halbfinale gegen die Kroaten ebenfalls keine Zuckerschlecken war, der zwischenzeitlich deutlichen Führung zum Trotz.

Der Vollständigkeit halber: Island hat das Spiel um Platz drei gegen Kroatien 33:34 verloren. Vielleicht war Island noch zu müde vom Halbfinale gegen Dänemark. Das war eines der körperlich intensivsten Spiele, an das ich mich erinnern kann. Womöglich auch ein kleiner Vorteil für Deutschland, Cedric? Mussten sich die Dänen im Halbfinale mehr anstrengen?

Danke Cedric, hallo auch von mir! Bin gespannt, ob Deutschland das Spiel dieses Mal enger gestalten kann als bei der Niederlage gegen die Dänen in der Hauptrunde. Bei dem Spiel hielt Deutschland zunächst gut mit, zur Halbzeit lag die DHB-Auswahl nur mit einem Tor zurück. Dann stand es auf einmal 16:23, und damit war das Spiel quasi gelaufen.
Es ist angerichtet: Topfavorit und Gastgeber Dänemark fordert die deutsche Handball-Nationalmannschaft zum Endspiel im Kampf um den EM-Titel. Ab 18 Uhr geht es am Sonntag in der Jyske Bank Boxen in Herning zur Sache, neben mir wird Benjamin Schulz das Finale für Sie begleiten. Viel Spaß!

vor 2 Tage
1





English (US) ·