Grönland: Premierminister Jens-Frederik Nielsen traut Donald Trumps Deal nicht

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US-Präsident Donald Trump drohte immer wieder, die USA würden Grönland übernehmen. Nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Januar folgte die Kehrtwende: Bei dem Treffen sei ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden, sagte Trump. Dabei sollte es um weitere militärische Freiheiten der USA auf der Insel gehen, eine komplette Übernahme schien abgewendet. Grönland scheint der Einigung aber nicht zu trauen.

Der Regierungschef der Insel, Jens-Frederik Nielsen, warnte in einer Parlamentsrede: Trump habe seine Androhungen, Grönland zu übernehmen, nie zurückgenommen. Sie würden daher weiterhin gelten. »Die Sichtweise auf Grönland und seine Bevölkerung hat sich nicht geändert: Grönland soll an die USA gebunden und von dort aus regiert werden«, so Nielsen. Die USA suchten weiterhin nach »Wegen zum Eigentum und zur Kontrolle über Grönland«.

Grönland wehrt sich gegen US-Übernahme

Eine US-Übernahme Grönlands sei »völlig inakzeptabel. Und das wurde bereits unmissverständlich gesagt«, erklärte Nielsen laut dem dänischen Fernsehsender TV2 . Sein Land befinde sich in einer schwierigen Lage. »Wir alle leben in ständiger Ungewissheit darüber, was morgen passieren wird«.

Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach mit der Übernahme Grönlands gedroht und in dem Zuge auch weitere Strafzölle gegen mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, verhängt. Bei einer Rede beim Wirtschaftsgipfel in Davos im Januar gab der US-Präsident sich dann jedoch gesprächsbereit. Er werde keine Gewalt einsetzen, sagte er. Anschließend sprach er mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Man habe »den Rahmen für ein künftiges Abkommen in Bezug auf Grönland und sogar die gesamte Arktisregion geschaffen«, erklärte Trump daraufhin. Er werde daher die angekündigten Strafzölle nicht erheben, die neben Deutschland sieben weitere europäische Staaten betroffen hätten.

Die Einigung sieht unter anderem vor, dass die Stationierung von US-Truppen auf Grönland, das von 1951 stammt, neu verhandelt wird. Künftig soll es einen Passus zum »Golden Dome« enthalten – jenem Raketenabwehrschirm, den Trump errichten will. Außerdem sollen die europäischen Nato-Staaten sich stärker für die Sicherheit in der Arktisregion engagieren. Mehr zur Grönland-Kehrtwende von Davos lesen Sie hier. 

Grönland verwaltet sich seit 1979 weitgehend selbst als autonomes Überseegebiet, gehört jedoch zum Königreich Dänemark und ist damit auch Teil der Nato.

Während US-Präsident Trump damit prahlt, einen »Deal« abgeschlossen zu haben, rätselt man in Grönland über die Konditionen. Was ist da eigentlich beschlossen worden? Mehr dazu lesen Sie hier. 

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