Grammys 2026: Der Dalai Lama gewinnt seinen ersten Grammy Award

vor 2 Tage 1

Kim Staudt

Apropos Billie Eilish, was mich jedes Jahr an den Grammys irritiert, ist die Verschiebung der Kategorien. Eilishs Song »WILDFLOWER« ist ja auch als Song und Aufnahme des Jahres nominiert, aber stammt eigentlich aus dem Album »Hit Me Hard and Soft«, das vergangenes Jahr bereits für das Album des Jahres nominiert war. Da es aber dann als Single veröffentlicht wurde, konnte es noch nominiert werden.

Generell gilt, dass sich nur Werke, die zwischen dem 31. August 2024 und dem 30. August 2025 erschienen sind, für die Grammys qualifizieren können.

Charlotte Lüder

Newsressort

Charlotte Lüder

Da ich ihr neues Album wirklich nicht gut finde … Nope. Komplett okay für mich.

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Was wir jetzt schon wissen: Es werden Taylor-Swift-freie Grammys. Die Rekordbrecherin unter den Popstars ist in diesem Jahr kein einziges Mal nominiert. Macht das was mit euch?

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Das stimmt, Kim. So gesehen wäre es ein sehr passender Kommentar auf den Zeitgeist. Interessant.

Kim Staudt

Ich will, dass »Manchild« als Aufnahme des Jahres gewinnt. Habe den Song das ganze Jahr gehört und er hat der dunklen Weltlage mitsamt der männlich-kindischen Machthaber eine gewisse Ironie gegeben.

Charlotte Lüder

Newsressort

Charlotte Lüder

Billie Eilish gefällt's auf jeden Fall. Sie singt im Publikum mit! Ich glaube aber nicht, dass Sabrina etwas damit gewinnt.

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

»Manchild« ist ein guter Song, aber längst nicht so ZWINGEND wie »Espresso«, finde ich. Was denkt ihr, hat der Song Chancen auf die begehrtesten Preise – bester Song und beste Aufnahme?

Charlotte Lüder

Newsressort

Charlotte Lüder

Wir sind am Flughafen und sie kommt vom Gepäckband. »Manchild« ist auch als Song und Aufnahme des Jahres nominiert. Jetzt singt sie mit Country-Einschlag. Interesting...

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

»Espresso« hat sie berühmt gemacht – ein fast kalorienfrei leichter, früher Sommerhit aus dem Jahr 2024: Nun tritt Sabrina Carpenter bei den Grammys mit neuer Musik auf. 

Charlotte Lüder

Newsressort

Charlotte Lüder

Trevor Noah sagt auch, wer abwesend ist: Nicki Minaj. Dafür gibt es Applaus. Sie ist zuletzt weniger mit Musik und mehr damit aufgefallen, US-Präsident Donald Trump zu preisen…

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Bestes Albumcover als neue Kategorie 

Für die 68. Grammy-Verleihung haben sich zwei neue zu den mehr als 90 Kategorien gesellt: Die für das beste Albumcover und die für das beste traditionelle Country-Album. Die für das beste Country-Album ist nun die für das beste zeitgenössische Country-Album. Verwirrend. Vielleicht eine Reaktion auf den Trubel um Beyoncés »Cowboy Carter«, das so manchen Traditionalisten in Nashville unglücklich gestimmt haben dürfte? Ich finde: eine Kategorie zu viel. 

Anders als die mit den Albumcovern. Da waren übrigens nur fotografisch anmutende Cover nominiert. Und weil ich Feuilletonist bin, überhöhe ich naturgemäß sofort ALLES, so auch das, in Form maximal zeitgeistiger Fragen: Wächst der Wunsch nach gefühlter Echtheit in der ChatGPT-Gegenwart? 

Gewonnen hat das düsterste von allen: das Cover zu »Chromakopia« vom ambitionierten Amphibien-Rapper Tyler, the Creator. Passt auch gut in die Gegenwart.

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Tyler, the Creator – er hat vorhin schon in einer ganz neuen Kategorie gewonnen…

Kim Staudt

Und Trevor Noah macht direkt einen Ausflug ins starbesetzte Publikum. Vorbei an den Biebers, Jamie Foxx, Benson Boone, Tyler the Creator.. the list goes on

Kim Staudt

Ja, super Typ und auch jemand, der es nicht scheut, sich zur politischen Lage zu äußern. Im Dezember hat der SPIEGEL ihn getroffen.

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Auftritt: Trevor Noah. Der 41-jährige Südafrikaner moderiert die Preisverleihung in diesem Jahr bereits zum sechsten und, wie er angekündigt hat, zum letzten Mal. 

Schade eigentlich. Guter Typ. Von denen können wir gerade mehr gebrauchen.

Charlotte Lüder

Newsressort

Charlotte Lüder

A-PA-TE-PA-TE  A-PA-TE-PA-TE  A-PA-TE-PA-TE 

Kim Staudt

Die beiden sorgen direkt für Stimmung! Super Start!

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Charlotte, den Ohrwurm wirst du so schnell nicht los, scheint mir.

Charlotte Lüder

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Charlotte Lüder

Und die Übertragung beginnt! Bruno Mars und Rosé singen direkt meinen Ohrwurm »APT.« Aber in leicht rockigerer Version! Klingt toll!

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Kim, so sehr ich Kendrick Lamar schätze für sein komplexes Rap-Werk, so gelangweilt war ich beim Blick auf die Nominierungsliste, als ich seinen Namen schon wieder so oft aufpoppen sah. Ich meine, er war im vergangenen Jahr doch DER große Gewinner, hat insgesamt fünf Grammys mit nach Compton genommen, unter anderem für den besten Song und die beste Aufnahme – mit dem Drake-Diss-Track »Not Like Us«. Eine kleine Kendrick-Pause täte danach ganz gut, finde ich. Aber ich fürchte, die kriegen wir heute nicht.

Kim Staudt

Kendrick Lamar war einer der großen Sieger der letzten Grammys, dieses Jahr liegt er mit neun Nominierungen vorn. Jurek, könnte es wieder sein Jahr werden? Und wird er dieses Jahr den Preis für das beste Album des Jahres holen? Seit 2004 wurde kein Hip-Hop-Album mehr in dieser Kategorie ausgezeichnet.

Heute hat er übrigens schon drei Grammys gewonnen: 

Kim Staudt

Steven Spielberg und der Dalai Lama erhalten ihre ersten Grammys 

Heute werden insgesamt 95 Grammys verliehen. Da nicht alle in der TV-Übertragung gezeigt werden können, werden insgesamt 86 Preise zuvor vergeben. Zu den ersten Gewinnern zählen unter anderem der Dalai Lama, Steven Spielberg und der Song »Golden« aus »KPop Demon Hunters«.

Der Dalai Lama gewann seinen ersten Grammy für Hörbücher, Erzählungen und Storytelling-Aufnahmen und schlug damit die Supreme-Court-Richterin Ketanji Brown Jackson. »Golden« ist der erste K-Pop-Song, der einen Grammy gewonnen hat. Die Songwriter hielten ihre Dankesrede sowohl auf Englisch als auch auf Koreanisch und betonten damit die zweisprachige Anziehungskraft des Songs.

Der Preis für den besten Musikfilm ging an »Music for John Williams«, was bedeutet, dass Regisseur Steven Spielberg offiziell seinen ersten Grammy gewonnen hat. Damit ist er nun ein EGOT-Gewinner – ein Künstler, der einen Emmy, einen Grammy, einen Tony und einen Oscar gewonnen hat.

Charlotte Lüder

Newsressort

Charlotte Lüder

Auftreten wird Bad Bunny ja leider heute Abend nicht. Zumindest wurde er nicht angekündigt. Gespannt bin ich trotzdem! Unter den Performern sind aber zum Beispiel Olivia Dean, auf die ich mich sehr freue, und auch Bruno Mars, Lady Gaga und Justin Bieber werden uns heute noch bespaßen! Sabrina Carpenter soll auch singen. Ihr Outfit ist bisher übrigens mein Favorit auf dem Red Carpet. 

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Was ich mich auch frage: Gibt es von Latin-Popmusiker Bad Bunny einen Vorgeschmack auf seine Super-Bowl-Halbzeitshow in einer Woche? Und falls ja, wie politisch wird der, nachdem sogar Donald Trump den Weltstar kritisiert hat?  

Und, größer gezogen: Bewegen wir uns mit dem Puerto-Ricaner Bad Bunny und den ersten K-Pop-Stars, die hier heute gewinnen können – etwa der neuseeländisch-südkoreanischen Sängerin Rosé von Blackpink –, bei den Grammys weg von einer die USA zentrierenden Sicht?

Kim Staudt

Politisch wird es sicher! Auf dem roten Teppich sind zumindest schon die ersten »ICE OUT«-Pins zu sehen. Damit wollen die Stars ein Zeichen gegen die US-Einwanderungsbehörde setzen und fordern, dass ICE aus Gemeinden abgezogen wird. Unter anderem Musiklegende Joni Mitchell trug einen Anstecker, als sie den Grammy für »Best Historical Album« entgegennahm.

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Was mich heute vor allem beschäftigt: Wird es politisch? Oder liegt der Fokus auf Eskapismus – raus aus der höchst aufgeheizten Stimmung, in der sich die USA gerade befinden, weg von den dunklen Bildern der vergangenen Wochen und Monate, hin zu mehr »We belong together«, dem neuen Motto vom Marathonläufer unter den Popstars, Harry Styles? Was meint ihr?

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Toller Auftritt, Kim. Gaga so gagaesk wie Gaga gagaesk sein kann.

Kim Staudt

Da stimme ich dir zu, lieber Jurek! An dieser Stelle muss ich die »Abracadabra«-»Dead Dance«-Performance von Lady Gaga empfehlen, die sie vergangenes Jahr für die VMAs im Madison Square Garden aufgenommen hat:

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Mir geht ja seit den Grammy-Vorbereitungen Lady Gagas »Abracadabra«-Baller-Banger nicht mehr aus dem Kopf. Der Song ist ein Favorit, er hat vorhin schon den Preis für die beste Dance-Pop-Aufnahme des Jahres und den besten Remix gewonnen. Und er könnte unter anderem in zwei der begehrtesten Kategorien – »Bester Song des Jahres« und »Beste Aufnahme des Jahres« – gewinnen. Wäre keine schlechte Wahl, finde ich. Ähnlich wie Lola Young als beste Newcomerin, Kim.

Charlotte Lüder

Newsressort

Charlotte Lüder

Ich habe seit Tagen einen Ohrwurm von »APT.«, was etwas nervig ist, weil ich nur den Refrain kann. Aber der Song ist catchy. »The Subway« läuft bei mir aber gewusst in Dauerschleife. 

Kim Staudt

HAPPY GRAMMYS! Ich freu mich so sehr auf die Nacht mit euch. Charlotte und ich sitzen hier in der Redaktion in Hamburg und schicken Grüße nach Berlin. Zu deiner Frage, Jurek, mein aktueller Ohrwurm gerade ist »d£aler« von Lola Young, die für »Best New Artist« nominiert ist. Pünktlich zu den Grammys ist sie wieder da und ich habe vorhin einen Ausschnitt ihrer Perfomance des Songs bei einem Grammy-Event gesehen.. Und bei euch so?

Jurek Skrobala

SPIEGEL-Pop-Redakteur

Jurek Skrobala

Auch von mir ein herzliches Willkommen zu unserem Grammy-Live-Blog. Ich gucke heute, wie schon im letzten Jahr, für Sie von Berlin aus durch die SPIEGEL-Pop-Redakteursbrille mit.
Sagt mal, habt ihr vorab schon einen Ohrwurm, der euch verfolgt?

Charlotte Lüder

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Charlotte Lüder

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Musikfans, willkommen im SPIEGEL-Liveblog zu den Grammys! Zum 68. Mal wird gleich der wohl wichtigste Musikpreis der Welt verliehen. Die Awardshow findet wieder in der Crypto.com Arena in Los Angeles statt, doch auch hier auf SPIEGEL.de können Sie live dabei sein. Meine Kolleginnen und Kollegen Kim, Jurek, Jens und ich führen sie durch den US-Abend und die deutsche Nacht. Ich freue mich! 

Mit Material von Agenturen

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