(SZ) Wie wohl Otto Hahn auf die frohe Kunde reagiert hätte? Nein, nicht der Otto Hahn. Nicht der Chemiker, der 1938 mit anderen die Kernspaltung des Urans entdeckte. Als er im November 1945 erfuhr, dass er dafür mit dem Nobelpreis geehrt wird, bereitete ihm diese Nachricht keine Freude, und das lag nicht daran, dass er zu diesem Zeitpunkt in englischer Kriegsgefangenschaft saß. Er wusste da bereits, wozu seine Erfindung geführt hatte. Der Spiegel hat ihn später den „Großvater der Atombombe“ genannt, was Hahn sehr unglücklich machte. Er hatte so viele Entdeckungen gemacht, das Radiothor und das Ionium, die Kernisomerie und die Rubidium-Strontium-Methode, aber alle Welt erinnerte sich vor allem an die Kernspaltung und ihre Folgen. Als im Jahr 1984 das Buch „Der Weißstorch. Schwarze Aussichten für den weißen Storch“ von einem Autor namens Otto Hahn erschien, dachte mancher: Sieh an, der Hahn, auf seine alten Tage macht er jetzt in Störchen. Dabei war Hahn zu diesem Zeitpunkt seit 16 Jahren tot.
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