(SZ) Religionen, das ist quasi ihr Grundprinzip, verheißen schöne Belohnungen für Wohlverhalten. Zum Beispiel positives Karma, die Befreiung von endlosen Wiedergeburtsschleifen oder, klar, das Paradies. Dieses Wohlverhalten kann sehr unterschiedliche Formen annehmen, und fast immer ist dabei irgendeine Art von Ritual vorgesehen. Besonders interessant sind die Rituale melanesischer Kargo-Kulte, weil man zurückverfolgen kann, wie sie entstanden: Als im 20. Jahrhundert immer mehr Menschen aus dem Westen nach Papua-Neuguinea, Vanuatu und auf die Salomonen reisten und dabei Medizin, Frühstücksfleisch in Dosen, Radios und Uniformen mitbrachten, entstand dort der Glaube, man müsse die Neuankömmlinge nachahmen, um auch all diese Dinge zu bekommen. Manche Einheimischen bauten also Flugzeuge aus Holz, legten Landebahnen im Dschungel an und warteten den ganzen Tag mit Flaggen entlang besagter Landebahnen, in der Hoffnung, ein Frachtflugzeug zur Landung zu animieren.
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