Bei dem Beschuldigten handelt es sich den Angaben zufolge um den aus Ruanda stammenden Innocent S., einen Angehörigen der Volksgruppe der Hutu. Nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft soll sich der heute 58-Jährige 1994 als Assistent eines Bürgermeisters in der ruandischen Präfektur Gisenyi aktiv am Völkermord beteiligt haben.
Ein Priester unter den Opfern
Den Ermittlungen zufolge soll er vor dem Genozid seine Autorität genutzt haben, um zur Vernichtung von Angehörigen der Minderheit der Tutsi in seiner Gemeinde anzustacheln. Zudem wird ihm vorgeworfen, er habe »Todeslisten« anlegen lassen und die Ermordung von 25 Tutsi angeordnet. In einem Fall soll der Beschuldigte demnach selbst einem Opfer die Brust aufgeschnitten haben. Nach SPIEGEL-Informationen gehörte zu den Ermordeten auch ein leitender Priester der örtlichen Pfarrgemeinde.

vor 1 Stunde
1










English (US) ·