Jaroslaw Hrytsak: »Ich glaube nicht, dass Polen und Ukrainer sich bald versöhnen«

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In der Ukraine werden Helden gefeiert, die bei ihren polnischen Nachbarn als Verbrecher gelten. Der renommierte Historiker Jaroslaw Hrytsak erklärt, warum das geschieht.

1. Juli 2026, 13:15 Uhr

 Wer möchte, dass die Ukraine sich mit ihrer historischen Erinnerung auseinandersetze, müsse erst ihre Sicherheitsfrage lösen, sagt der Historiker Jaroslaw Hrytsak.
Wer möchte, dass die Ukraine sich mit ihrer historischen Erinnerung auseinandersetze, müsse erst ihre Sicherheitsfrage lösen, sagt der Historiker Jaroslaw Hrytsak. © Isabella De Maddalena/​opale photo/​imago images

Zwischen Polen und der Ukraine schwelt seit Wochen ein Geschichtsstreit. Auslöser des Streits war, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehrere Einheiten auszeichnete, darunter eine mit dem Ehrennamen »Helden der UPA«. Die UPA war der militärische Arm der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), einer rechtsradikalen politischen Gruppierung, die eine unabhängige Ukraine anstrebte. Der polnische Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskyj daraufhin die ranghöchste Auszeichnung des Landes. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Sonntag mit Blick auf die Polen, niemand werde den Ukrainern vorschreiben, welche Helden sie ehren. Er legte dem Parlament einen Gesetzentwurf für eine Gedenkstätte für die Helden der Ukraine in Kyjiw vor. Erst wenige Tage zuvor entschied Selenskyj, nicht zur Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine zu fahren, die dieses Jahr im polnischen Gdańsk stattfand. Jaroslaw Hrytsak, einer der renommiertesten ukrainischen Historiker, erklärt im Gespräch mit der ZEIT, wieso die Ukraine jetzt Helden feiert, die ihre Nachbarn als Verbrecher sehen.

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