Eurobarometer: Mehrheit der Befragten sieht EU-Mitgliedschaft positiv

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Seit Jahren war die EU-Zustimmung nicht mehr so hoch wie aktuell: Drei von vier sehen die Mitgliedschaft positiv. Die Mehrheit empfindet die EU als »Ort der Stabilität«.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, KNA, dpa, Aktualisiert am 1. Juli 2026, 8:32 Uhr

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Europaflaggen vor dem Europagebäude in Brüssel © Nicolas Tucat/​AFP/​Getty Images

Drei von vier Bürgerinnen und Bürger sehen die EU-Mitgliedschaft ihres Landes positiv. In einer Eurobarometer-Umfrage sagten 74 Prozent der Befragten, das eigene Land profitiere mehrheitlich durch die Mitgliedschaft in der Union. Dies sei seit 40 Jahren die höchste je verzeichnete Zustimmung. In Deutschland war den Menschen besonders finanzielle Stabilität, eine gute Wirtschaft und ein bezahlbares Leben wichtig.

Die meisten Befragten aus Deutschland (83 Prozent) und auch aus der gesamten EU sind den Angaben zufolge zufrieden mit ihrer Lebensqualität. Sie gaben an, dass Veränderungen in den Bereichen der finanziellen Situation (43 Prozent), der Qualität und des Zugangs zur Gesundheitsversorgung (37 Prozent) und des Soziallebens (34 Prozent) ihre Lebensqualität am stärksten verbessern würden. Die große Mehrheit der Befragten sieht die EU als »Ort der Stabilität« – dieser Aussage stimmten 70 Prozent der Befragten in Deutschland und drei Viertel in der EU zu.

Das Eurobarometer untersucht Einstellungen zu politischen und sozialen Themen sowie persönliches Befinden und Perspektiven von EU-Bürgern auf europäische Angelegenheiten. Die laut EU-Parlament repräsentativen Umfragen werden standardmäßig zweimal im Jahr durchgeführt. In persönlichen Interviews wurden in Deutschland im April 1.507 Menschen ab 15 Jahren befragt. In der EU waren es insgesamt 26.421 Menschen.

Optimistischer Blick auf Zukunft der EU

Auch wurden die Menschen gefragt, welche Gefühle ihren aktuellen Zustand am besten beschreiben. Sowohl in Deutschland als auch im EU-Durchschnitt entschieden sich die meisten Menschen für die Antwortmöglichkeit »Unsicherheit«, gefolgt von »Hoffnung« und »Zuversicht«.

Jedoch ist die Zuversicht der Deutschen hinsichtlich der Zukunft der Europäischen Union in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. 48 Prozent der befragten Bundesbürgerinnen und Bundesbürger gaben zuletzt an, sie seien »ziemlich optimistisch« oder »sehr optimistisch«. Im vergangenen Jahr waren es noch fast 70 Prozent.

Frieden und Sicherheit

Auf die Frage, was gute Lebensqualität auszeichne, gibt es in Deutschland die größte Zustimmung für die finanzielle Situation und die Fähigkeit, den Lebensunterhalt zu bestreiten (54 Prozent). Danach folgen körperliche und geistige Gesundheit (53 Prozent) und Sozialleben (53 Prozent). Außerdem sind die Qualität und Zugang zur Gesundheitsversorgung (43 Prozent) sowie die öffentliche und persönliche Sicherheit (43 Prozent) Prioritäten. Die Befragten konnten bis zu vier Aspekte nennen. Auch EU-weit sind das die am häufigsten genannten Punkte, wobei dort zudem die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln (EU: 40 Prozent; Deutschland 35 Prozent) ebenso oft angeführt wird wie Sicherheit.

Am häufigsten nannten die Befragten als Vorteile die Rolle der EU beim Schutz von Frieden und bei der Stärkung der Sicherheit, die Zusammenarbeit des eigenen Landes mit anderen EU-Ländern sowie die Bedeutung der Union für das Wirtschaftswachstum im eigenen Land. 90 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, die Union solle geschlossener auftreten, um aktuellen globalen Herausforderungen zu begegnen. Im Vergleich zur Befragung vor einem halben Jahr stieg dieser Wert um acht Prozentpunkte.

Fokus auf Wettbewerb und Inflation

Auch wenn es darum geht, worauf sich die EU besonders fokussieren sollte, um ihre Position in der Welt zu stärken, befindet sich die Wettbewerbsfähigkeit unter den ersten drei Aspekten, die in Deutschland genannt wurden (37 Prozent) – hinter Energieunabhängigkeit (41 Prozent) sowie Verteidigung und Sicherheit (38 Prozent). Die Befragten gaben zudem an, dass das Europäische Parlament sich mit der Inflation und den steigenden Preisen und Lebenshaltungskosten (46 Prozent) befassen solle sowie mit der Verteidigung und Sicherheit der EU (43 Prozent) und der Wirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen (33 Prozent). Es waren jeweils mehrere Antworten möglich.

Insgesamt wünschen sich rund zwei Drittel der EU-Bürger laut Eurobarometer eine größere Rolle der EU beim Schutz vor globalen Krisen und Sicherheitsgefahren. Sie erwarteten, dass die Rolle der EU auf der Weltbühne in den kommenden Jahren eher wichtiger wird.

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