Die USA, die Europäische Union und Japan wollen bei seltenen Erden und anderen wichtigen Rohstoffen unabhängiger von China werden. Zu diesem Zweck wurde nach einem Ministertreffen in Washington eine Rohstoff-Partnerschaft angekündigt. Die USA, die EU und Japan wollten »bedeutende Schritte zur Steigerung ihrer wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit gehen, indem sie gemeinsam die Widerstandsfähigkeit in Lieferketten für wichtige Mineralien stärken«, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
US-Vizepräsident JD Vance hatte das Konzept Ministern aus mehr als 50 Ländern vorgestellt. Erklärtes Ziel der US-Initiative ist die Schaffung eines bevorzugten Handelsblocks, um die Abhängigkeit von China bei Materialien zu verringern, die für die High-Tech-Fertigung unverzichtbar sind.
Für Deutschland nahm Außen-Staatsminister Florian Hahn (CSU) an dem Ministertreffen teil. Ziel sei »ein zollfreier Handel und Austausch mit diesen kritischen und seltenen Erden«, sagte US-Innenminister Doug Burgum. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, kritische Rohstoffe seien »von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Deutschlands«.
Die Idee ist dem US-Innenminister zufolge, bei bestimmten wichtigen Rohstoffen Mindestpreise zu vereinbaren. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte sich im Januar bei einem Besuch in Washington offen für den Vorstoß gezeigt. In der erweiterten Gruppe der G7-Staaten sei zudem darüber diskutiert worden, »ob wir uns auch zu einem Handelsclub quasi verabreden und ob wir dort dann auch den intensiven Austausch untereinander haben, strategische Verabredungen treffen«, sagte Klingbeil.
Die chinesische Regierung zeigte sich zurückhaltend. China habe lange eine wichtige und konstruktive Rolle bei der Sicherung globaler Lieferketten gespielt und sei bereit, dies auch weiterhin zu tun, teilte die chinesische Botschaft in Washington auf Anfrage mit.
Seltene Erden werden für eine Reihe von Technologien benötigt, von Autos bis zu Windrädern. China steht zum einen für rund 60 Prozent der weltweiten Produktion dieser Rohmaterialien und kontrolliert den Weltmarkt zudem mit seiner Dominanz bei der Verarbeitung. Peking hatte im vergangenen Jahr Exportkontrollen für Seltene Erden verschärft, was zu Produktionsverzögerungen bei Autoherstellern in Europa und den USA führte. Zudem hat ein Überangebot an Lithium aus China Pläne zum Ausbau der US-Produktion ins Stocken gebracht.

vor 2 Stunden
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